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Alfons Hörmann ist seit 2013 DOSB-Präsident
Alfons Hörmann ist seit 2013 DOSB-Präsident © Getty Images
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Die Auseinandersetzung zwischen zwei der mächtigsten deutschen Sportfunktionäre wird immer brisanter.

Thomas Weikert, Präsident des Tischtennis-Weltverbandes ITTF, stellt in der Auseinandersetzung mit Alfons Hörmann dessen Eignung als DOSB-Präsident infrage.

"Ich denke nicht, dass man sofort nach Rücktritt schreien sollte. Was ich von ihm erwarte, ist Demut vor dem Amt und einen aufrichtigen und korrekten Umgang mit seinen Mitmenschen", sagte Weikert und ergänzte: "Sollte er in diesen Punkten keine Fortschritte zeigen, dann kommt man vielleicht irgendwann tatsächlich zu dem Ergebnis, dass Alfons Hörmann für den Job nicht geeignet ist."

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Zweite Chance "bald nutzen"

Für ein abschließendes Urteil sei es aber zu früh, ergänzte Weikert, jeder habe eine zweite Chance verdient - "die sollte er aber bald auch nutzen."

Weikert, Rechtsanwalt aus Limburg an der Lahn, bezichtigt Hörmann weiterhin der Lüge. "Ich habe mit Alfons Hörmann in der Vergangenheit gut zusammengearbeitet, ich bin mit ihm per Du. Dass er jetzt Dinge behauptet, die nachweislich falsch sind, etwa, dass wir uns in großer Runde über die Neustrukturierung der Trainerakademie unterhalten haben sollen - das geht einfach nicht", sagte Weikert.

Nach Meinung des 55-Jährigen hat Hörmann in den vergangenen Wochen bei zahlreichen Mitgliedern des Deutschen Olympischen Sportbundes viel Kredit verspielt. "Ich erwarte, dass von ihm etwas kommt, und im Übrigen erwarten das auch die Mitarbeiter der Trainerakademie und mit ziemlicher Sicherheit noch viel, viel mehr Vertreter im deutschen Sport, die das nicht in Ordnung finden, was Herr Hörmann zuletzt gemacht hat."

Entschuldigung steht noch aus

Die von ihm vor der Mitgliederversammlung in Magdeburg eingeforderte Entschuldigung hat Weikert noch nicht bekommen. Zu der von Hörmann angekündigten Aussprache ist Weikert bereit. "Klar können wir uns aussprechen, das ist immer sinnvoll, dazu bin ich auch gerne bereit. Voraussetzung ist aber, dass er entsprechend der Würde seines Amtes auf mich zugeht - zuletzt hat er dies mitunter vermissen lassen."

Nach Weikerts Darstellung hatte Hörmann ihn schriftlich und ohne vorherige Absprache zum Verzicht auf das Amt des Vorstandsvorsitzenden des Trägervereins an der DOSB-Trainerakademie in Köln aufgefordert. Hörmann bestreitet dies und verwahrt sich gegen den Vorwurf, stillos gehandelt zu haben. 

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