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Kanu: Missbrauchs-Prozess gegen früheren Kanuslalom-Bundestrainer, Im deutschen Kanuverband hat es einen Missbrauchs-Skandal gegeben
Kanu: Missbrauchs-Prozess gegen früheren Kanuslalom-Bundestrainer, Im deutschen Kanuverband hat es einen Missbrauchs-Skandal gegeben © Getty Images
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Nach Missbrauchs-Vorwürfen gegen einen früheren Nachwuchstrainer will der DKV mehr Offenheit im Umgang mit Missbrauch. Signale müssen ernst genommen werden.

Der Deutsche Kanu-Verband (DKV) plant als Reaktion auf den Prozess um mutmaßlichen sexuellen Missbrauchs gegen einen früheren Nachwuchs-Bundestrainer eine gründlichere Überprüfung seiner Mitarbeiter. "Woran wir jetzt arbeiten müssen: die Toleranzschwelle unserer Trainer zu senken", sagte DKV-Präsident Thomas Konietzko dem Magazin Sport Bild. 

Vor dem Beginn des Prozesses am Mittwoch, in dem sich der frühere Bundestrainer vor dem Amtsgericht im sächsischen Borna wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs und der Vergewaltigung verantworten muss, forderte Konietzko: "Wir müssen alle Trainer und Betreuer noch besser sensibilisieren, möglichst frühzeitig Signale, die auf einen Missbrauch hindeuten, ernst zu nehmen und sofort zu reagieren. Wenn ich höre, dass da schmutzige WhatsApps von Trainern an Sportler geschickt werden, das kann nicht wahr sein."

Franz Anton, amtierender Weltmeister im Einer-Canadier und Athletensprecher im DKV, ermutigte seine Teamkollegen zu mehr Offenheit: "Allen Athleten kann ich nur sagen: Sobald es irgendwelche Anhaltspunkte gibt oder sie sich selber bei Vorkommnissen schlecht fühlen, dann sollen sie an mich oder andere Trainer herantreten. Die sind meiner Meinung nach alle sehr kompetent und einfühlsam. Da wird nichts unter den Tisch gekehrt", sagte der 29-Jährige: "Wenn es ausgesprochen wird, liegt es als Fakt auf dem Tisch, und dann wird man sich als Verband der ganzen Sache stellen müssen."

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