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Thomas Bach ist seit 2013 IOC-Präsident
Thomas Bach ist seit 2013 IOC-Präsident © Getty Images
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IOC-Präsident Thomas Bach erntet Kritik wegen seiner Russland-Politik. US-Antidoping-Chef Travis Tygart vermisst ein energisches Durchgreifen.

US-Antidoping-Chef Travis Tygart hat IOC-Präsident Thomas Bach für dessen Russland-Politik scharf kritisiert.

"Als die Vorwürfe gegen Russland aufkamen, predigte der IOC-Präsident Nulltoleranz und harte Konsequenzen. Nun, hier sind wir, vier Jahre später, und es hat keine bedeutenden Konsequenzen gegeben, keine Nulltoleranz", sagte Tygart dem britischen Senderverbund ITV: "So eine Führung haben die Sportler nicht verdient."

Tygart warf Bach und auch WADA-Präsident Craig Reedie fehlendes Gespür vor, "die Olympische Bewegung braucht dringender denn je inspirierende Anführer, die über der Tagespolitik stehen."

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Der 48-Jährige forderte erneut ein hartes Vorgehen der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) gegen Russland: "Man kann keine Bank überfallen, dabei erwischt werden und dann einfach nur sagen: Ich werde keine Bank mehr ausrauben."

Das IOC hatte als Reaktion auf die Staatsdopingaffäre das russische Olympia-Komitee ROC von den Winterspielen 2018 in Pyeongchang ausgeschlossen, zahlreiche Sportler durften allerdings als "Olympische Athleten aus Russland" teilnehmen. Kurz nach der Schlussfeier in Pyeongchang endeten sämtliche Sanktionen des IOC gegen Russland.

Die WADA hatte die russische Anti-Doping-Agentur RUSADA gegen weltweiten Widerstand wieder als regelkonform eingestuft und als Bedingung die Aushändigung aller Datensätze aus dem Moskauer Kontrolllabor genannt. Derzeit befinden sich zum wiederholten Mal WADA-Techniker in der russischen Hauptstadt zur Datenübergabe.

Zuvor war ein Besuch der Experten in Moskau ergebnislos verlaufen. Sie mussten abreisen, nachdem die russischen Behörden fehlende Zertifikate an ihrem technischen Gerät bemängelt hatten.

Obwohl Russland die Frist 31. Dezember zur Datenübergabe hatte verstreichen lassen, sah die WADA von unmittelbaren Konsequenzen ab.

Tygart forderte, die RUSADA sofort wieder für "non compliant" zu erklären, bis die Daten übermittelt, ausgewertet und sich als authentisch herausgestellt hätten.

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