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Auch Sprint-Star Gina Lückenkemper ist bei den Finals in Berlin am Start
Auch Sprint-Star Gina Lückenkemper ist bei den Finals in Berlin am Start © Getty Images
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"Die Finals" vereinen die deutschen Meisterschaften in zehn Sportarten zu einem Mega-Event. Von der Premiere in Berlin versprechen sich auch die TV-Sender viel.

3300 Sportler, zehn Sportarten und ein gigantisches Experiment: Ein "Mini-Olympia" in Berlin - das ist der Plan aller Beteiligten, wenn in dieser Woche "Die Finals" starten.

Deutsche Meisterschaften unterschiedlichster Couleur sollen gebündelt als Multisportevent die Herzen der Zuschauer erobern. Ein ambitioniertes Projekt, doch die Öffentlich-Rechtlichen sind überzeugt und fahren groß auf.

Fuhrmann: "Ein Hauch von Olympia"

"Das ist schon ein Hauch von Olympia. Wir kommen da mit Wucht um die Ecke", sagte Thomas Fuhrmann, der Leiter der ZDF-Hauptredaktion Sport. Am 3. und 4. August suchen zehn Sportarten parallel in der Hauptstadt ihre Meister.

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"Wenn jemand an den Tagen ARD oder ZDF einschaltet, wird er den Sport sehen. Deswegen hat es für uns diese große Bedeutung", sagte Fuhrmann. Doch warum das neue Format? "Deutsche Meisterschaften als Einzelevents sind nach heutigen Gewohnheiten nicht mehr zuschauergerecht", sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky. Oft schafften es gerade kleinere Sportarten nicht ins TV oder wurden vom Zuschauer nicht angenommen. "Ich glaube, das hat zu einer Veränderung im Denken auch bei den Verbänden geführt", sagte Balkausky.

Das Zugpferd Leichtathletik, bei den Finals im Olympiastadion angesiedelt, soll die anderen Sportarten mittragen. Als Vorbild dienen die erfolgreichen European Championships 2018 in Glasgow und Berlin. Bahnrad, Bogenschießen, Boxen, Kanu, Moderner Fünfkampf, Schwimmen, Triathlon, Turnen und Fahrrad-Trial stehen außerdem in der Hauptstadt auf dem Programm. Ausgerichtet werden die Meisterschaften immer noch von ihren Verbänden, die Zuwendungen vom Land Berlin erhalten. Bei rund 3,3 Millionen Euro liegt der Etat.

Berlin will Bürgern "Vielfalt des Sports" näher bringen

"Es ist natürlich eine Herausforderung, denn so viele echte Multisport-Veranstaltungen gibt es ja gar nicht", sagte die Projektleiterin Gabriele Freytag aus der Berliner Senatsverwaltung für Inneres und Sport. Berlin wolle laut Freytag "den Bürgern die Vielfalt des Sports, unsere Kompetenz und die herausragende Infrastruktur, die wir für solche Sportveranstaltungen haben, näher bringen".

Auch für die Sender ist ein solches Unterfangen keineswegs Alltag. "Außerhalb von Olympischen Spielen und Fußball-Großereignissen ist das die größte Produktion, die wir machen im ZDF", sagte Fuhrmann, der mit Kosten im siebenstelligen Bereich rechnet. Bis auf die Schwimm-Wettbewerbe produzieren ARD und ZDF alle Bilder selbst. "Das ist ja gar nicht mehr so üblich und natürlich der Unterschied zu anderen Großereignissen, wo das internationale Signal von IOC, FIFA oder UEFA kommt", sagte Balkausky.

Quotenziele wollten sich weder ARD noch ZDF setzen. "Wichtig ist, dass die Vielfalt des Sports abgebildet wird", so Fuhrmann. Balkausky wolle sehen, dass alles "ineinander greift und die Gesamtorganisation funktioniert, damit wir Erfahrungen sammeln". Denn das Projekt die "Die Finals" soll keine Eintagsfliege bleiben. "Da sind wir gerade dabei, das zu eruieren. Es ist nicht darauf angelegt, nur einmalig stattzufinden. Dafür wäre der Aufwand zu groß", sagte Balkausky.

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