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Das Urteil im Prozess um Mediziner Mark S. wurde gefällt
Das Urteil im Prozess um Mediziner Mark S. wurde gefällt © AFP/SID/PETER KNEFFEL
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Mark S. ist im Doping-Prozess um die aufsehenerregende Operation Aderlass zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden. Es fallen auch weitere Urteile.

Der Hauptangeklagte Mark S. ist im Doping-Prozess um die aufsehenerregende Operation Aderlass zu einer Haftstrafe von vier Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Das Landgericht München II befand den Erfurter Sportmediziner in 24 Fällen der Anwendung von Dopingmethoden sowie in zwei Fällen des unerlaubten Inverkehrbringens von Arzneimitteln für schuldig. Zudem belegte das Gericht Mark S. mit einem Berufsverbot von drei Jahren und einer Geldstrafe von 158.000 Euro.

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer fünfeinhalb Jahre Haft gefordert, die Verteidigung hielt eine Strafe von drei Jahren für angemessen. Der knapp vier Monate dauernde Prozess war der erste große "Stresstest" für das 2015 verabschiedete Anti-Doping-Gesetz.

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DOSB-Präsident Alfons Hörmann, die Sportausschussvorsitzende Dagmar Freitag und der Sportrechtsexperte Michael Lehner begrüßten das Urteil ausdrücklich. "Endlich erleben wir ein Urteil, das für die Betrüger im Sport drakonische Strafen beinhaltet", teilte Hörmann mit, "das ist ein enorm wichtiges Signal an den gesamten Weltsport und eine wertvolle Bestätigung für all diejenigen, die den Fair-Play-Gedanken respektieren und praktizieren."

"Dieses Gesetz hat seine Feuertaufe bestanden", sagte Lehner dem SID, "das Urteil ist ein guter Schritt im Anti-Doping-Kampf." Das Strafmaß sei "hart", so Lehner weiter, "aber genau richtig. Damit wurde ein Zeichen gesetzt."

Das sieht auch SPD-Politikerin Dagmar Freitag so. "Das Urteil ist auch ein Beweis dafür, dass das Gesetz, das die Operation Aderlass erst ermöglicht hat, Wirkung zeigt", teilte die Vorsitzende im Sportausschuss des Deutschen Bundestages dem SID mit.

Operation Aderlass bei Ski-WM

Auch die Mitangeklagten wurden verurteilt. Dirk Q. bekam zwei Jahre und vier Monate, die Krankenschwester Diana S. ein Jahr und vier Monate auf Bewährung. Der Rettungssanitäter Sven M. (328 Tage a 20 Euro) sowie Ansgard S., Vater von Mark S. (280 Tagessätze a 35 Euro), kamen mit Geldstrafen davon.

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Am 27. Februar 2019 fanden im Rahmen der Operation Aderlass Razzien bei der nordischen Ski-WM in Seefeld und in Deutschland statt. Mark S. sitzt seit seitdem in Untersuchungshaft, die Zeit wird auf seine Haftstrafe angerechnet.

Insgesamt verwickelt waren 23 Sportler aus acht Ländern. Betroffen waren unter anderem prominente Sportveranstaltungen wie die Olympischen Spiele 2014, 2016 und 2018, die Tour de France 2018, der Giro d'Italia 2016 und 2018, die Vuelta 2017, die nordische Ski-WM 2017 sowie weitere diverse Radrundfahrten und Wintersportveranstaltungen.

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