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DOSB und BMI verteidigen ihr Strategiepapier
DOSB und BMI verteidigen ihr Strategiepapier © AFP/SID/PATRIK STOLLARZ
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Das BMI und der DOSB haben ihre "Nationale Strategie Großveranstaltungen" im Sportausschuss des Bundestages gegen heftige Kritik verteidigt.

Das Bundesinnenministerium (BMI) und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) haben ihre "Nationale Strategie Großveranstaltungen" im Sportausschuss des Bundestages gegen heftige Kritik verteidigt. "Sie ist ein Instrumentenkasten, von dem alle Verbände jetzt profitieren können", sagte BMI-Staatssekretär Stephan Mayer (CSU) in seiner Stellungnahme: "Wir sind ein attraktiver Standort. Die Strategie soll uns in die Situation bringen, uns noch gehäufter und erfolgreicher um Großveranstaltungen zu bewerben."

Sylvia Schenk von Transparency Deutschland kritisierte hingegen nicht nur einen fehlenden Mindeststandard für Nachhaltigkeit scharf. Es gebe zudem ein "krampfhaftes Bemühen, nur die positiven Seiten herauszustellen", Risiken würden "allenfalls verschämt" benannt, sagte Schenk bei der Sitzung im Berliner Marie-Elisabeth-Lüders-Haus. Der "Glaube an die heile Welt" habe sich bereits 1972 in München beim Terror-Anschlag auf israelische Sportlerinnen und Sportler bitter gerächt. BMI und DOSB müssten "endlich professionell zusammenarbeiten".

Der Investigativjournalist Jens Weinreich sprach als Sachverständiger angesichts des krachenden Scheiterns der Rhein-Ruhr-Initiative im Bemühen um Olympische Sommerspiele 2032 von einer peinlichen Woche. "Das hat Deutschland zur Lachnummer gemacht", sagte Weinreich: "Das Papier ist untauglich. Sie sollten das stoppen." Es fehle an Transparenz "in jeder Beziehung" und der Aufarbeitung gescheiterter Bewerbungen. Professor Dr. Jürgen Schwark von der Sporthochschule Köln "verlieh" dem Papier das "Prädikat: "nicht zur Veröffentlichung geeignet."

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Der DOSB hatte die Strategie gemeinsam mit dem BMI im Herbst 2019 in Angriff genommen. "Sie muss als Impulsgeber und Rahmen verstanden werden", betonte Kaweh Niroomand, DOSB-Vizepräsident Wirtschaft und Finanzen. Die Ausgestaltung sei stark abhängig von Art und Austragungsort der Veranstaltung. Mit dem Papier sei die "Grundlage geschaffen, den Sport in Deutschland weiterzuentwickeln."

Die zuständige Evaluierungskommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hatte im Zusammenhang mit den Sommerspielen 2032 in der vergangenen Woche überraschend zeitig eine Empfehlung pro Brisbane abgegeben. Nun beginne die Phase "zielgerichteter Gespräche" mit den Australiern.

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