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Die Blancpain-GT-Serie bleibt das Herzstück der SRO
Die Blancpain-GT-Serie bleibt das Herzstück der SRO © SRO
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Eine neue GT2-Kategorie, Rückkehr des Langstreckenrennens am Nürburgring, neues Rennen in Spielberg: Stephane Ratels GT-Planet expandiert 2019 weiter

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Die 24 Stunden von Spa sind nicht nur das wichtigste Rennen der Blancpain-GT-Serie, sondern auch die Gelegenheit für Stephane Ratel, den Chef der Stephane Ratel Organization (SRO), die zukünftige Richtung seiner Rennserien darzulegen. Und der Zukunftsplan für 2019 und darüber hinaus hatte es in sich: Ratel verkündete nämlich die Implementierung einer neuen GT-Klasse, die neue GT4 Germany und einen neuen GT-Titel.

GT2-Rückkehr unter neue Philosophie

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Die spektakulärste Neuerung für die SRO-GT-Saison 2019 ist die Einführung der neuen GT2-Kategorie. Diese hat mit dem 2010 eingestellten Vorgänger, der als Basis für jetzige GTE-Kategorie des ACO diente, nichts mehr zu tun. Vielmehr geht es um Fahrzeuge, die noch stärker sind als die jetzigen GT3-Boliden, insgesamt von der Performance her jedoch langsamer sein sollen und zwischen GT3 und GT4 angesiedelt werden. Der GT2-Name mag somit auf den ersten Blick etwas verwirren. Auch wird die Kategorie ausschließlich Sprintrennen austragen.

Ratel denkt dabei an Supersportwagen, die vom GT3-Reglement nicht abgedeckt werden, wie den Porsche 911 GT2 RS oder Aston Martin Vulcan. Sie sollen nur begrenzt modifiziert werden. Die Formel "viel Leistung, wenig Abtrieb" wird sich in erster Linie an Amateure richten. 2019 wird es ein Showrennen geben, dazu können GT2-Fahrzeuge in der GT-Sports-Club-Serie, einer GT3-Meisterschaft für Bronze-Fahrer im Rahmen der Blancpain-GT-Serie, und der britischen GT-Meisterschaft eingesetzt werden. Auf lange Sicht sollen so die Starterfelder in mäßig laufenden GT3-Sprintserien gestärkt werden.

Die Philosophie erinnert stark an die GT4-Formel, nur wesentlich PS-stärker. Vieles erinnert aber auch an den Anfang der GT3-Klasse, die sich ebenfalls zunächst an Amateure richtete, binnen kürzester Zeit aber einen Boom erlebte, der seines Gleichen sucht. Ratel möchte auf jeden Fall verhindern, dass die neue Kategorie der gut laufenden GT3-Maschinerie das Wasser abgräbt. Ratel ließ aber durchblicken, dass die GT2-Kategorie als Rückversicherung dienen wird, sollten die FIA-Kategorien GT3 und GTE doch noch zu einer GT-Einheitsklasse gemacht werden. Bei der neuen GT2-Klasse mischt die FIA nicht mit.

Interkontinentale GT-Challenge wächst um ein Rennen

Die an professionelle GT3-Teams gerichtete Intercontinental GT Challenge (IGTC) wird 2019 fünf Rennen umfassen. Zu den bisherigen Rennen (12 Stunden von Bathurst, 24 Stunden von Spa, 10 Stunden von Suzuka, 8 Stunden von Laguna Seca) kommt ein 9-Stunden-Rennen in Kyalami in Südafrika hinzu.

Das neue Rennen erhält einen Kalender-Slot Anfang November. Es bildet damit das Finale der IGTC und ist darüber hinaus das erste Rennen der Langstreckenserie auf dem amerikanischen Kontinent. Dafür rückt das Laguna-Seca-Rennen in den Frühling (ein genaues Datum ist noch nicht benannt, der Slot liegt aber im Bereich März/April). Damit wird es in Monterey zwei IGTC-Rennen binnen eines halben Jahres geben - sofern man auf dem Laguna Seca Raceway bleibt, denn bislang sagt der Kalender lediglich "Kalifornien".

World Challenge: Noch eine internationale GT3-Meisterschaft

Nachdem die SRO das Prädikat "World Challenge" akquiriert hat, wird eine weitere Meisterschaft implementiert, die nicht mit der IGTC zu verwechseln ist: Hersteller haben die Gelegenheit, über Kundenteams an der sogenannten World Challenge teilzunehmen. Dabei werden die Rennen der Blancpain-GT-Serie, der Blancpain GT Asia und der Pirelli World Challenge in den USA zusammengefasst. In Letzterer hat die SRO jüngst die Mehrheit übernommen.

Es ist also keine Meisterschaft mit eigenen Rennen, sondern lediglich eine Verknüpfung dreier SRO-Serien auf drei Kontinenten zu einer Meisterschaft für Hersteller. Es können somit an einem Wochenende in mehreren Serien Punkte gesammelt werden.

Blancpain GT: Red Bull Ring rein, Zolder raus

In der Kernserie der SRO bleibt es beim bewährten Format mit jeweils fünf Sprint- und Endurance-Rennen. Eine Änderung betrifft Nürburgring und Barcelona: Erstmals seit drei Jahren wird der Nürburgring wieder Schauplatz eines Drei-Stunden-Rennens. Der Terminslot wechselt dafür um zwei Wochen nach vorn. Barcelona wird als Sprint-Event das Finale der GT-Meisterschaft bleiben.

Außerdem verabschiedet sich die Serie nach langjähriger Zusammenarbeit vom Circuit Zolder. Stattdessen rückt der Red Bull Ring als neues Event Ende Mai in den Kalender. Der Le-Castellet-Termin wurde ebenfalls vorgezogen, um eine Kollision mit dem 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring zu vermeiden, das 2019 erst im Juni stattfindet. Das sorgt für eine sehr hektische Phase in der Blancpain-GT-Serie mit vier Rennen an fünf Wochenenden im Monat Mai.

Insgesamt absolvieren die SRO-Serien schon 2018 78 Rennen bei 49 Events (plus 48 Testtage) in 20 Ländern und auf fünf Kontinenten. 67 dieser Rennen sind Sprintrennen mit einer Dauer von 25 bis 60 Minuten, zwei Rennen über zwei Stunden, vier über drei Stunden und jeweils ein Rennen über sechs, acht, zehn, zwölf und 24 Stunden. Diese eindrucksvollen Zahlen werden durch das neue 9-Stunden-Rennen, das GT2-Event und die neue GT4 Germany noch gestärkt werden. Weitere Details wird die SRO zum Saisonabschluss in Barcelona am Freitag, den 28. September verkünden.

© Motorsport-Total.com

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