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Susie Wolff, Sophia Flörsch und Pippa Mann gehören zu den bekanntesten Pilotinnen im Motorsport
Susie Wolff, Sophia Flörsch und Pippa Mann (v.l.) gehören zu den bekanntesten Pilotinnen im Motorsport © SPORT1-Grafik: Getty Images/Imago/Toby Seifinger/WSERIES
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Für das kommende Frühjahr ist der Start einer Formel-Serie für Frauen angekündigt. Die Entscheidung trifft aber längst nicht bei allen Pilotinnen auf Zustimmung.

Ein Cockpit in der Formel 1 - das ist für Frauen schon seit langem illusorisch.

Seit 42 Jahren hat keine Pilotin mehr ein Rennen in der Königsklasse bestritten, über Tests und Trainingseinsätze kam zuletzt niemand hinaus. Das, finden der frühere Formel-1-Pilot David Coulthard und Red-Bull-Stardesigner Adrian Newey, muss sich ändern. Nicht kurzfristig, aber auf Sicht.

Mit einer eigenen Formel-Rennserie für Frauen soll der Umbruch im Motorsport eingeleitet werden. Für das kommende Frühjahr wurde am Mittwoch mit Coulthard und Newey als namhafte Zugpferde die Gründung der "W Series" bekannt gegeben. Langfristig, so die Hoffnung, sollen die Fahrerinnen dort Erfahrungen sammeln und sich für höhere Aufgaben empfehlen.

Coulthard: Fehlende Förderung, stagnierende Entwicklung

"Du musst kein Mann sein, um ein erfolgreicher Rennfahrer zu sein", sagte Michael Schumachers früherer Rivale Coulthard: "Wir glauben fest daran, dass Frauen und Männer auf demselben Level wettbewerbsfähig sein können." Derzeit sei es jedoch so, dass Frauen auf ihrer Lernkurve auf dem GP3-Level eine Gläserne Decke erreichten. "Oft als Folge der fehlenden Förderung und nicht des fehlenden Talents", sagte Coulthard: "Deshalb ist eine eigene Frauenserie nötig."

Gefahren wird künftig bei einer nicht näher genannten Anzahl von Rennen auf den "besten und berühmtesten Strecken Europas". In den Folgejahren sollen die Rennen auch in Amerika, Asien und Australien stattfinden.

Susie Wolff war bis Ende 2015 Testfahrerin bei Williams
Susie Wolff war bis Ende 2015 Testfahrerin bei Williams © Getty Images

18 bis 20 Starterinnen, die ein spezielles Auswahlverfahren durchlaufen haben, sollen die Chance auf ein Cockpit bekommen. Gefahren wird in Formel-3-Einheitsautos. Als Preisgeld sind zunächst 1,5 Millionen Dollar festgesetzt, 500.000 davon bekommt die Gesamtsiegerin. 

Formel W als Sprungbrett in "Mainstream-Rennserien"

Coulthard, zuletzt eher Verfechter einer eigenen Königsklasse für Frauen, glaubt, dass Frauen in der Formel 1 erfolgreich sein können. "Können sie so gut sein wie Lewis Hamilton? Ich weiß es nicht. Aber es gibt eine Menge männlicher Piloten in der Formel 1, die nicht so gut sind wie er. Wenn wir keine Plattform schaffen, die den Zugang beschleunigt, wird sich nichts ändern."

Fundament der neuen Serie sei der feste Glaube, "dass Frauen auf dem selben Level wie Männer Motorsport betreiben können", hieß es in einer Mitteilung. Ein reiner Frauenwettbewerb sei aber zunächst notwendig, um eine höhere weibliche Beteiligung zu "erzwingen".

Langfristig sollen die Pilotinnen durch die gewonnenen Erfahrungen in existierende "Mainstream-Rennserien" aufsteigen können. Die W Series sei ein Karriere-Sprungbrett, sagte Newey, "und ja, letztlich dafür, um erfolgreich in der Formel 1 zu sein."

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Neue Serie stößt auch auf Gegenwind

Mit dem Plan stießen die Macher der Serie allerdings auch auf Gegenwehr. Die britische Rennfahrerin Pippa Mann etwa sprach auf Twitter von einem "traurigen Tag für den Motorsport."

Auch das deutsche Talent Sophia Flörsch, derzeit in der Formel 3 unterwegs, übt auf dem Kurznachrichtendienst Kritik.

"Ich verstehe die Argumente, aber die gefundene Lösung teile ich überhaupt nicht. Frauen brauchen langfristige Unterstützung und verlässliche Partner. Ich möchte mich mit den Besten meines Sports messen. Vergleichen wir es mit der Wirtschaft: Benötigen wir extra Geschäfstführungen oder Beiräte für Frauen? Nein. Das ist der falsche Weg", twitterte die 17-Jährige Münchnerin.

1976 bestritt die Italienerin Lella Lombardi als bislang letzte Fahrerin einen Grand Prix. In den Folgejahren scheiterten diverse Versuche von Frauen, sich für Rennen zu qualifizieren.

Seit dem Ausstieg von Susie Wolff, Ehefrau von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff, als Testfahrerin von Williams zum Ende der Saison 2015 gehört keine Frau mehr zum erweiterten Fahrerfeld der Formel 1. Wolff war 2014 und 2015 in insgesamt drei freien Trainings zum Einsatz gekommen. 

Motorrad-Pilotin beweist Konkurrenzfähigkeit der Frauen

Dass Frauen im Motorsport konkurrenzfähig sind, hatte Ende September Motorrad-Pilotin Ana Carrasco bewiesen. Die 21-jährige Spanierin hatte als erste Frau in einer Straßen-Weltmeisterschaft (Supersport 300) den Titel geholt.

"Oft meinen die Leute mit dem Spruch 'Fahre wie ein Mädchen' etwas Schlechtes", sagte Carrasco: "Wir wollen zeigen, dass es eine gute Sache ist. 'Fahre wie ein Mädchen' heißt jetzt vielleicht 'Fahre wie ein Champion'."

Irgendwann vielleicht auch in der Formel 1.

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