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Marcel Fässlers Corvette C7.R nahm bei dem Unfall heftigen Schaden
Marcel Fässlers Corvette C7.R nahm bei dem Unfall heftigen Schaden © LAT
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Oliver Gavin kann die Strafe gegen seinen Teamkollegen Marcel Fässler absolut nicht nachvollziehen - Satoshi Hoshino habe sich absolut irrational verhalten

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Die 87. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans war für Corvette Racing die lange Reise absolut nicht wert. Ein neunter Platz und ein Ausfall stehen für das Chevrolet-Werksteam am Ende der Rennwoche zu Buche.

Besonders bitter war das Ausscheiden der Corvette #64 (Gavin/Milner/Fässler), die mit dem Dempsey-Proton-Porsche #88 (Hoshino/Roda/Cairoli) aneinandergeriet und schwer verunfallte. Marcel Fässler blieb unverletzt, doch das Rennen war gelaufen.

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Der Schweizer wurde von den Sportkommissaren für schuldig befunden und zu 7.000 Euro Geldstrafe verurteilt, außerdem erhält er sechs Strafpunkte in der FIA-Fahrerkartei.

Sein Teamkollege Oliver Gavin kann das überhaupt nicht nachvollziehen. Er findet im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' deutliche Worte für die Fahrweise Satoshi Hoshino.

"Das war einfach irre", sagt der 46-jährige Routinier. "Da draußen fällt man Entscheidungen in Sekundenbruchteilen. Man liest die Körpersprache des Fahrzeugs vor einem. Und er hat jedes nur absolut erdenkliche Zeichen gegen [dass er auf die Seite fahren wird]."

"Er war 45 km/h langsamer als normal. Er hat sich auf eine Seite festgelegt und hat angezeigt, dass er dort bleiben würde, wie er es bei den zwei vorigen Fahrzeugen gemacht hat. Und dann fällt er eine völlig unberechenbare Entscheidung, ändert seine Meinung und zieht mitten in die Linie rein, womit er uns aus dem Rennen nimmt."

Diskussion über Amateure gefordert

Gavin glaubt, dass die unkontrollierte Fahrweise des Japaners darauf zurückzuführen gewesen sei, dass er nach mehreren Abflügen und Drehern zuvor völlig verängstigt gewesen sei. Hoshino beendete das Rennen nach dem Unfall mit Fässler aus freien Stücken.

Über die Strafe gegen seinen Teamkollegen kann Gavin sich "keinen Reim machen", wie er aussagt. "Er hat dieses Rennen dreimal gewonnen. Er weiß genau, was er tut und wie man was macht."

Der US-Amerikaner, der seit 2002 mit Corvette Racing fest verbandelt ist, findet, dass das Thema Amateure in Le Mans wieder auf die Gesprächsliste gehört: "Das ist etwas, über das man nochmal reden muss. Wir haben diese Diskussionen immer wieder über Amateurfahrer in diesem Rennen und den Druck, den es mit sich bringt."

Satoshi Hoshino war in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) bislang nur ein einziges Mal in Erscheinung getreten (Fuji 2018) und fährt ansonsten in regionalen asiatischen Meisterschaften.

© Motorsport-Total.com

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