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Sechs von acht WEC-Meisterschaften sind vor dem Finale noch offen
Sechs von acht WEC-Meisterschaften sind vor dem Finale noch offen © Alexander Trienitz
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Erstmals wird bei den 24 Stunden von Le Mans auch um einen WM-Titel gekämpft - Die Ausgangssituation in den vier Klassen vor dem Finale

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Der neue Kalender macht es möglich: Bei der 87. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans geht es erstmals neben dem prestigeträchtigen Sieg auch um den Titel in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC).

Die WEC vergibt zahlreiche Titel. Bislang sind nur die Team- beziehungsweise Hersteller-Meisterschaften in den Klassen LMP1 (Toyota Gazoo Racing) und GTE Pro (Porsche) vergeben. Alle anderen Titel sind noch offen. Eine Übersicht, wie es in den einzelnen Klassen steht.

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Erschwert wird die Übersicht durch die Tatsache, dass nicht alle Teams, die am Rennen teilnehmen, auch punkteberechtigt sind. Es zählen nur die für die WEC eingeschriebenen Teams.

Punktesystem bei den 24 Stunden von Le Mans

Eine Änderung der "Supersaison" 2018/19 war, dass die 24 Stunden von Le Mans nicht mehr doppelte Punkte wert sind. Bei acht beziehungsweise neun Rennen war das Resultat für den Titelkampf zu herausragend. Wer Pech hatte, konnte in Le Mans gleich die ganze WM-Chance verlieren. Deshalb sind die Punkte "nur" noch den Faktor 1,5 wert. Im Zweifelsfall wird aufgerundet.

P1: 38 Punkte P2: 27 P3: 23 P4: 18 P5: 15 P6: 12 P7: 9 P8: 6 P9: 3 P10: 2

Zusätzlich bringt die Pole-Position einen Bonuspunkt ein. Dieser ist in den folgenden Ständen schon mit eingerechnet.

Fahrerweltmeisterschaft LMP1

1. Toyota #8 (Buemi/Nakajima/Alonso) - 160 Punkte 2. Toyota #7 (Conway/Kobayashi/Lopez) - 130

Die beiden Toyota-Mannschaften stehen sich im Titelkampf gegenüber. Sebastien Buemi, Fernando Alonso und Kazuki Nakajima sind mit 31 Punkten Vorsprung angereist. Durch die Pole des Toyotas von Kamui Kobayashi, Mike Conway und Jose-Maria Lopez ist der Vorsprung auf 30 Zähler geschrumpft. Dennoch: Platz sieben im LMP-Gesamtklassement (inklusive LMP2!) und der Titel ist sicher.

Fahrerweltmeisterschaft GTE Pro

1. Porsche #92 (Christensen/Estre) - 140 Punkte (dritter Fahrer: Vanthoor) 2. Porsche #91 (Lietz/Bruni) - 104 (dritter Fahrer: Makowiecki)

Dass der Titel an Porsche geht, ist sicher. Aber an welchen? Zwar bringen Michael Christensen und Kevin Estre einen Vorsprung von 36 Punkten mit und sind damit so gut wie durch. Doch in Le Mans ist bekanntermaßen alles möglich. Gummi Bruni und Richard Lietz sind jedenfalls zum Siegen verdammt, ansonsten wird das nichts mehr.

Endurance Trophy für LMP2-Fahrer

1. Signatech-Alpine #36 (Lapierre/Negrao/Thiriet) - 143 Punkte 2. Jackie-Chan Oreca #38 (Tung/Richelmi/Aubry) - 139 3. DragonSpeed-Oreca #31 (Gonzales/Maldonado/Davidson) - 117

Die LMP2-Trophäe ist noch heiß umkämpft: Nicolas Lapierre, Andre Negrao und Pierre Thiriet bringen nur vier Punkte Vorsprung auf Ho-Pun Tung, Stephane Richelmi und Gabriel Aubry mit. Das heißt, dass bis zur Konstellation Platz drei/vier gilt, dass dasjenige Team, das vor dem anderen ins Ziel ins Ziel kommt, automatisch den Titel holt. Dahinter beträgt das Punktedelta dann zwei Plätze.

Der DragonSpeed-Oreca von Roberto Gonzales, Pastor Maldonado und Anthony Davidson ist auf Schützenhilfe angewiesen, kann mit einem Sieg aber durchaus noch in den Titelkampf eingreifen.

Endurance Trophy für LMP2-Teams

1. Signatech-Alpine #36 (Lapierre/Negrao/Thiriet) - 143 Punkte 2. Jackie-Chan Oreca #38 (Tung/Richelmi/Aubry) - 139 3. Jackie-Chan-Oreca #37 (Hanson/King/Taylor) - 138 4. DragonSpeed-Oreca #31 (Gonzales/Maldonado/Davidson) - 117

Noch enger sieht die Sache bei den Teams aus: Da Jackie Chan DC Racing während der Saison auf einem Fahrzeug alle drei Fahrer ausgetauscht hat, taucht die #37 nur in dieser Wertung ganz vorn auf. In diesem Fall obliegt es David Heinemeier Hansson, Jordan King und Ricky Taylor, die Lorbeeren zu holen. Die weiteren Punkte sind analog der Fahrerwertung.

Endurance Trophy für GTE-Am-Fahrer/-Teams

1. Project-1-Porsche #56 (Bergmeister/Lindsey/Perfetti) - 113 Punkte 2. Spirit-of-Race-Ferrari #54 (Flohr/Castellacci/Fisichella) - 90 3. TF-Sport-Aston-Martin #90 (Yoluc /Eastwood) - 87 (dritter Fahrer: Hankey) 4. Dempsey-Proton-Porsche #77 (Campbell/Ried) - 83 (dritter Fahrer: Andlauer) 5. Aston Martin #98 (Dalla Lana/Lamy/Lauda) - 77 6. Clearwater-Ferrari #61 (Griffin) - 72 (weitere Fahrer: Perez Companc/Cressoni)

Die meisten Titelkandidaten gibt es in der kleinsten Klasse. Mit den besten Karten gehen Jörg Bergmeister, Egidio Perfetti und Patrick Lindsey für Project 1 in deren Debütsaison ins Rennen. Ihnen reicht theoretisch ein vierter Platz zum Titelgewinn. Wenn sie das nicht schaffen, wird die Rechnung äußerst kompliziert.

Da in jedem Team mindestens ein Fahrer die gesamte Saison gefahren ist, ist die Teamwertung in diesem Fall analog der Fahrermeisterschaft.

© Motorsport-Total.com

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