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Die LMP1-Kategorie soll endlich ausgeglichener werden
Die LMP1-Kategorie soll endlich ausgeglichener werden © LAT
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Erfolgsballast, mehr Gewicht zu Beginn der Saison und langsamere Nachtankzeiten: Die LMP1-Teilnehmer haben sich auf erweiterte EoT-Maßnahmen geeinigt

Pünktlich zum Start des Prologs, den offiziellen Testfahrten zur Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) 2019/20, haben FIA und ACO den Maßnahmenkatalog zur Equivalence of Technologies (EoT) in der LMP1-Kategorie veröffentlicht, die die Privatteams endlich aus eigener Kraft siegfähig machen soll.

Toyota muss von Beginn an Gewicht zuladen und muss langsamer tanken. Der Reichweitenvorteil ist wieder gestrichen. Außerdem wird es Erfolgsgewichte beziehungsweise Äquivalente dazu geben, deren Details aber noch immer nicht feststehen.

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Zunächst einmal starten die Toyota TS050 Hybrid noch einmal 14 Kilogramm schwerer als bei den 6 Stunden von Spa 2019. Insgesamt bringt der 1.000-PS-Bolide nun 918 Kilogramm auf die Waage. Das sind 40 Kilogramm mehr als beim Auftakt zur Saison 2018/19! Die privaten LMP1 werden vorerst nicht weiter angepasst.

Des Weiteren wird die Nachtankzeit für den Toyota TS050 Hybrid verlängert. Die LMP1-Privatteams hatten beim losfahren einen Nachteil, da sie erst den Motor starten mussten, während die Toyotas mit ihrem Elektromotor losfahren konnten. Andre Lotterer sprach gar davon, dass sie schon "die Boxengasse halb herunter" gefahren seien, bis sich der eigene Wagen in Bewegung setzte.

Toyota stimmte Maßnahmen zu

Künftig können die Nicht-Hybriden ihr Fahrzeug eine Sekunde schneller volltanken als Toyota. Das wird mittels Durchflussbegrenzern im Tanksystem erreicht. Außerdem wird der Reichweitenvorteil der Hybriden erneut gestrichen. Das war schon ab den 6 Stunden von Fuji 2018 der Fall, wurde für die 24 Stunden von Le Mans 2019 wieder zurückgenommen.

Zuletzt wird, wie bereits erwähnt, ein System zur Implementierung von Erfolgsgewichten eingeführt. Über die Details sind sich die Akteure aber noch immer nicht ganz einig. Die Stellschrauben sind: Fahrzeuggewicht, Benzindurchflussmenge und Energiezuteilung pro Runde. Für die Hybriden kann außerdem der Boost begrenzt werden.

Zugrunde gelegt wird der relative Vorsprung in der Meisterschaft. Wie genau das System funktionieren soll, wurde noch nicht kommuniziert und ist auch noch nicht endgültig beschlossen. Ein einfaches System, das für jeden Punkt 0,5 Kilogramm Zusatzgewicht vorsieht, konnte sich offenbar nicht durchsetzen.

Den Maßnahmen haben alle Beteiligten zugestimmt - inklusive Toyota, die davon voraussichtlich am meisten betroffen werden sein. "Wir freuen uns, etwas Gutes für die Meisterschaft tun zu können", sagt Toyota-Technikchef Pascal Vasselon gegenüber 'Motorsport-Total.com'.

"Vergangenes Jahr war es zu Beginn der Saison schwierig, die EoT richtig einzuschätzen. Jetzt haben wir ein besseres Bild und können diese Maßnahmen akzeptieren. Eigentlich müssten wir diejenigen sein, die sich gegen diese Änderungen stemmen, aber wir tun es nicht."

Das nochmals erhöhte Mindestgewicht beim Prolog kostet Toyota Vasselon zufolge vier Zehntelsekunden pro Runde. Noch unklar seien allerdings die Effekte auf den Reifenverschleiß.

© Motorsport-Total.com

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