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Der Tod von Anthoine Hubert ruft die Gefahren der Strecke in Spa-Francorchamps wieder ins Bewusstsein. Der Kurs wird zwischendurch sogar aus dem Kalender verbannt.

Beim tödlichen Unfall von Formel-2-Pilot Anthoine Hubert hat die Strecke von Spa-Francorchamps wieder einmal ihre gefährliche Seite gezeigt.

Der Franzose verstarb am Samstag nach einem Crash mit Juan Manuel Correa in der zweiten Runde ausgangs der berühmten Eau Rouge bei 270 km/h. Hubert hatte sich am Ausgang der Radillion gedreht, war in die Reifenstapel eingeschlagen und kam quer am Streckenrand zum Stillstand. Correa konnte ihm nicht mehr ausweichen und fuhr mit hohem Tempo seitlich in Huberts Auto. Er wurde nur 22 Jahre alt.

Wieder einmal fiel ein Rennfahrer der traditionsreichen aber auch gefährlichen Ardennen-Achterbahn zum Opfer. 

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Beloff stirbt nach Crash mit Jacky Ickx

Zuletzt verunglückte 1985 der deutsche Rennfahrer Stefan Bellof tödlich. Beim 1000-Kilometer-Rennen kollidierte er in der Eau Rouge mit dem Wagen von Jacky Ickx. Der Wagen des Deutschen prallte mit fast voller Geschwindigkeit gegen einen Betonpfeiler und Beloff war mutmaßlich sofort tot.

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Aber warum ist der Kurs in Spa und insbesondere die Eau Rouge so gefährlich? Im Gegensatz zu den modernen Strecken, die meist eben sind, geht es in der Eau Rouge leicht bergab, bevor im Anschluss in einem steilen Anstieg die Radillion wartet. Lange Zeit galt das Überholen in der Eau Rouge sogar als unmöglich. 

Auch an vielen anderen Stellen verlangt der sieben Kilometer lange Kurs mit einer Höhendifferenz von 100 Metern den Piloten alles ab. 1970 wurde die Strecke aufgrund ihrer Gefährlichkeit aus dem Rennkalender genommen. Erst nach zahlreichen Umbauarbeiten, unter anderem wurde die Strecke um die Hälfte verkürzt, kehrte Spa-Francorchamps 1983 wieder in den Grand-Prix-Kalender zurück. 

Umbauarbeiten sollen Sicherheit erhöhen

Ab November 2006 gab es weitere Umbauarbeiten am Kurs, die von den Formel-1-Bossen gefordert wurden. Unter anderem wurden die Auslaufzonen in einigen Kurven vergrößert sowie an einigen Stellen neuer Belag aufgetragen. 

2017 wollten die Streckenbetreiber auch wieder die MotoGP nach Belgien zurückholen, doch der Promoter der Serie erteilte eine Abfuhr. "Das Hauptproblem ist die Sicherheit. Für uns ist es fast unmöglich, die Strecke für die MotoGP zu homologieren", erklärte MotoGP-Boss Carmelo Ezpeleta damals. Seit 1990 gastiert die Motorrad-WM nicht mehr auf dem Traditions-Kurs. Die Gefahren des Kurses sind auf zwei Rädern noch drastischer. 

Aber selbst im vermeintlich sicheren Formel-Auto gibt es in Spa nur wenig Platz zwischen Leben und Tod. Das zeigt der tragische Tod von Hubert.

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