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Peugeot will die Entwicklung der LMDh zwar genau beobachten, verfolgt aber weiter ein Hypercar-Projekt - Was auch der Grund pro Ligier und contra Oreca ist

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Das Le-Mans-Projekt von Peugeot wird sich vorerst weiter rund um ein Hypercar drehen. Nachdem IMSA und ACO die gemeinsame LMDh-Plattform verkündet haben, war mit Spannung erwartet worden, welchen Weg Peugeot einschlägt. Stand jetzt bleibt es beim Le Mans Hypercar (LMH). Eine endgültige Entscheidung steht aber noch aus.

"Unsere Referenz bleiben die Hypercar-Regularien", bestätigt PSA-Motorsportchef Jean-Marc Finot vor ausgewählten Journalisten, darunter 'Motorsport-Total.com'. "Wir schauen uns die neuen LMDh-Regularien genau an, aber das Hypercar bleibt unsere Referenz."

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An der Zukunft des Hypercar-Reglements wurden bereits Zweifel von einigen Seiten angemeldet. Schließlich ist seit der LMDh-Verkündung klar, dass man für die Hälfte der Kosten eines LMH dank Balance of Performance (BoP) um den Gesamtsieg in Le Mans fahren kann. Ein Wechsel auf LMDh wäre für Peugeot problemlos möglich, da das Projekt noch in einer sehr frühen Phase steckt.

Doch für einen Hersteller wie Peugeot sind die Einsatzkosten nicht alles, wie Finot erklärt: "Wir verfolgen die Möglichkeit der LMDh unter folgenden Gesichtspunkten: Die Balance of Performance, die allen Chancen eröffnet, egal unter welchen Regeln sie starten, und Marketingaspekten. Auf diesen Kriterien basierend werden wir unsere Entscheidung treffen."

Das heißt übersetzt so viel wie: Es mag weniger kosten, mit einem LMDh anzutreten, aber aus Marketing-Sicht macht ein vollwertiges Hypercar mehr Sinn als ein umgebrandeter LMP2. "Aber wir müssen warten, bis die LMDh-Regularien endgültig feststehen."

Oreca beendete Gespräche mit Peugeot

Dass Peugeot momentan mehr in Richtung Hypercar statt LMDh tendiert, hat auch dafür gesorgt, dass die ursprünglich angedachte Verbindung mit Oreca nicht zustande kam. Stattdessen hat Peugeot mit Ligier zusammengespannt. Denn Oreca hat nach Verkündung der LMDh-Regularien sofort alle seine Jetons auf die günstigeren Regularien gesetzt.

"Nachdem die LMDh in Daytona angekündigt wurde, habe ich Peugeot informiert, dass wir an keinem LMH-Projekt arbeiten werden", sagt Oreca-Chef Hughes de Chaunac gegenüber 'Endurance-Info'. Oreca werde sich voll und ganz auf die LMDh konzentrieren.

"Aus diesem Grunde hat Oreca die Gespräche mit Peugeot abgebrochen. Das war noch am selben Abend, als die LMDh-Regularien verkündet wurden. Wir haben Peugeot gewarnt. Aber wir wären bereit gewesen, wenn sie LMDh gemacht hätten."

Dass sich Oreca so ein Verhalten gegenüber Peugeot erlauben kann, ist der Tatsache geschuldet, dass sich der derzeitige LMP2-Konstrukteur, Rebellion-Entwickler und (Noch-) Toyota-Partner seine Kundenscheinbar aussuchen kann.

"Wir befinden uns in Gesprächen mit mindestens vier Herstellern aus Europa und den USA", brüstet sich de Chaunac. "Es ist nicht unmöglich, dass in den kommenden Wochen eine asiatische Marke noch hinzustößt. Gratulation an die IMSA und den ACO. Das [LMDh-Reglement] ist ein großer Schritt für den Langstreckensport."

© Motorsport-Total.com

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