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Das Schweizer Privatteam Rebellion fährt nur noch vier WEC-Rennen inklusive Le Mans - Was Peugeot zum Aus des Hypercar-Partners sagt

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Rebellion Racing hat das Ende seines Motorsportprogramms bekanntgegeben. Das in der LMP1-Klasse der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) aktive Privatteam aus der Schweiz fährt die laufende Saison 2019/20 noch zu Ende. Dann sperrt man zu.

In einer Mitteilung des Teams heißt es am Donnerstag: "Nach 13 Jahren im Motorsport hat sich der Bekanntheitsgrad der [Uhren-]Marke Rebellion stark erhöht und ein sehr zufriedenstellendes Level erreicht. [...] Rebellion Racing wird all seine Rennsportaktivitäten nach einem letzten Auftritt bei den 24 Stunden von Le Mans im Juni einstellen."

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Die 24 Stunden von Le Mans gehen am 13./14. Juni als Finalrennen der WEC 2019/20 über die Bühne. Dort wird Rebellion wie beim vorletzten Saisonrennen (6 Stunden von Spa am 25. April) mit zwei seiner Gibson-getriebenen R-13 antreten. Die beiden anstehenden Rennen in den USA (6 Stunden von Austin am 23. Februar und 1.000 Meilen von Sebring am 20. März) bestreitet man mit nur einem Auto.

Peugeot übernimmt volle Verantwortung für Hypercar-Projekt

Der beschlossene Ausstieg von Rebellion hat auch Auswirkungen auf Peugeot. Denn mit dem französischen Automobilhersteller hatte das Schweizer Team im Dezember 2019 eine technische Kooperation verkündet, um ab 2022 gemeinsam ein Hypercar an den Start zu bringen.

Peugeot versichert, dass man das Projekt entgegen der ursprünglichen Planung nun allein stemmen wird. "Wir setzen das Programm, wie es vorgestellt wurde, fort", sagt Peugeot-Motorsportchef Jean-Marc Finot im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' und gesteht: "Als Teil der Zusammenarbeit mit Rebellion war es vorgesehen, dass sie das Projektmanagement übernehmen würden."

Nun kommt es anders. "Das Projektmanagement wird unter kompletter Verantwortung von Peugeot Sport laufen. Das ist die wesentliche Änderung", so Finot und weiter: "Der zweite wichtige Faktor ist das Budget. Hier werden wir den [finanziellen] Haushalt wie geplant halten. Dank unserer Partner, allen voran Total, gibt es keine Einschränkungen."

Laut Aussage des Peugeot-Motorsportchefs hätte Rebellion bei einem Verbleib im Projekt ohnehin erst später mitgewirkt: "Die Beteiligung von Rebellion in Bezug auf die operativen Geschäfte hätte dann begonnen, wenn wir Rennen fahren. Das heißt, sie hätte 2022 begonnen. In der aktuellen Phase der Projektentwicklung und der technischen Entwicklung ist Rebellion nicht in das Programm involviert."

Erstmals auf die Strecke gehen soll das Hypercar von Peugeot zu Testfahrten "im Sommer oder Herbst 2021", wie Finot abschließend anmerkt.

Le Mans, Petit Le Mans und WEC: Die Erfolge von Rebellion

Der Name Rebellion trat im Langstreckensport erstmals im Jahr 2010 in Erscheinung, als das Schweizer Team Speedy Racing und die von Bart Hayden in Großbritannien geführte Mannschaft von Sebah Automotive zusammenspannten.

Seit 2010 war Rebellion mit Ausnahme von 2017 jedes Jahr in der LMP1-Klasse bei den 24 Stunden von Le Mans am Start. In der WEC ist man seit der Premierensaison 2012 mit von der Partie, wobei man 2017 eine Saison lang - und somit auch in Le Mans - in der LMP2-Klasse antrat.

Die größten Erfolge von Rebellion sind der Klassensieg in der LMP1-L (LMP1-Autos ohne Hybrid) bei den 24 Stunden von Le Mans 2014, zwei Gesamtsiege beim Petit Le Mans (2012 und 2013) im Rahmen von Einzelstarts in der American Le Mans Series sowie zwei Gesamtsiege bei WEC-Rennen.

Der erste WEC-Sieg kam in Silverstone 2018 zustande - allerdings erst, nachdem beide Toyota disqualifiziert wurden. In Schanghai 2019 gelang Rebellion ein Sieg über Toyota im direkten Duell auf der Strecke.

© Motorsport-Total.com

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