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Aston Martin wird nicht zum WEC-Saisonstart 2020/21 am Start stehen - Das Projekt verschiebt sich um ein Jahr, könnte aber auch ganz eingestampft werden

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Erster Rückschlag für die neue Klasse Le Mans Hypercar in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC): Aston Martin wird bei den 6 Stunden von Silverstone 2020 nicht in der Startaufstellung stehen.

'Motorsport-Total.com' erwartet, dass der britische Nobelhersteller in Kürze verkündet, sein Hypercar-Projekt zu verschieben. Andere Quellen gehen noch weiter: 'Sportscar365' zufolge soll das Programm sogar gänzlich auf der Abschussliste stehen. Aston Martin wollte entsprechende Anfragen sämtlicher Medien wenig überraschend nicht kommentieren.

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Drei Unsicherheitsfaktoren

Eine Reihe von Faktoren spielt in die ganze Sache mit hinein: Erstens gibt es schon seit Monaten Gerüchte, dass das LMH-Projekt von Aston Martin Verspätung habe. Noch im November dementierte Aston Martin entsprechende Gerüchte mit Nachdruck. Aber selbst Toyota klagt immer wieder über den hektischen Zeitplan, weil die Verkündung des LMH-Reglements sich bis in den Sommer 2019 gezogen hat.

Zweitens hat die Einführung der LMDh-Regularien ein Fragezeichen hinter die gesamte Zukunft des Langstreckensports und insbesondere die Hypercar-Kategorie gestellt. Die viel günstigere LMDh soll mit den Hypercars um den Le-Mans-Sieg kämpfen.

Die Verkündung des LMDh-Reglements verleitete Aston Martin zum einzigen offiziellen Kommentar seit der offiziellen Verkündung des Hypercar-Projekts im Juni 2019: "Wir freuen uns darauf, mit allen Parteien eng zusammenzuarbeiten, damit die Hypercar-Vision eine vernünftige Position im globalen Sportwagensport behält."

Wer hier zwischen den Zeilen liest, wird feststellen, dass Aston Martin wenig begeistert von der Perspektive ist, potenziell von umgebrandeten LMP2 in Le Mans dank einer Balance of Performance (BoP) verblasen zu werden.

Drittens ist Lawrence Stroll als Investor bei der finanziell klammen Marke eingestiegen. Und dessen Priorität ist kaum die Langstrecken-WM. Schließlich fährt sein Sohn in der Formel 1. Es wird erwartet, dass Stroll schon bald zum Aston-Martin-Chef aufsteigt und damit Andy Palmer ablöst, der immer pro Le Mans gewesen ist.

Wie viele Hypercars wird es wirklich geben?

Im Zuge dieses Deals wird auch das Sponsoring von Red Bull in der Formel 1 enden, wenn Racing Point 2021 zum Aston-Martin-Werksteam wird. Der Valkyrie ist ein Partnerprojekt zwischen Red Bull und Aston. Red Bull betont, dass die Ereignisse in der Formel 1 keine Auswirkungen auf die Serienversion des Valkyrie habe.

Wohin nun in dieser Gemengelage das Hypercar-Projekt steuert, ist derzeit unklar. Es umfasst den US-Motorsportkonzern Multimatic beim Chassis, die Motorenschmiede Cosworth beim Motor sowie R-Motorsport und deren Tochter AF Racing auf operativer und finanzieller Seite.

Aston Martin ist im Motorsport bereits jetzt breit aufgestellt: In der GTE Pro gibt es einen Werkseinsatz, der noch bis mindestens 2021 andauert. Es gibt Kundenprojekte im GT3- und GT4-Sport und das Formel-1-Projekt, das bereits anläuft. Lediglich beim einjährigen DTM-Programm war die Marke nur Lizenzgeber.

Für die Hypercar-Klasse wäre es ein harter Schlag. Mit Toyota, Glickenhaus und ByKolles würden noch drei Hersteller am Start stehen - wobei auch hier noch nicht ganz klar ist, wer es wirklich in der Hektik bis September 2020 schafft.

Peugeot wägt noch zwischen LMH und LMDh ab, wenn auch mit Präferenz Hypercar. Sämtliche weitere potenzielle Le-Mans-Einsteiger haben ausschließlich an der günstigen LMDh Interesse angemeldet.

© Motorsport-Total.com

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