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ACO und IMSA haben sich weitestgehend geeinigt: Das LMDh-Reglement ist so gut wie fertig und wird innerhalb von zwei Wochen präsentiert werden

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Der historische Schritt steht unmittelbar bevor: IMSA und ACO werden ihre gemeinsame Plattform LMDh (Le Mans Daytona; h ist noch zu definieren) innerhalb der nächsten zwei Wochen präsentieren. Das bestätigt ACO-Chef Pierre Fillon gegenüber 'Motorsport-Total.com' im Rahmen der Interviewserie #thinkingforward des Motorsport Networks.

Die erlösenden Worte des Franzosen: "Ich denke, wir werden den Rahmen der Regularien in den nächsten zwei Wochen bekanntgeben." Zahlreiche interessierte Hersteller warten sehnsüchtig auf die Verkündung des Reglements, das gemeinsam mit der LMH-Kategorie (Le Mans Hypercar) die künftige Topklasse in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) bilden soll. Außerdem löst es die DPi-Kategorie in der IMSA SportsCar Championship ab.

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Es wird konkret

"Wir sind in einer komplett anderen Position als im Januar", spricht Fillon auf die Verkündung der LMDh-Philosophie bei den 24 Stunden von Daytona 2020 an. "Wir verkünden jetzt nicht, dass wir etwas vorhaben. Jetzt sprechen wir darüber, etwas zu liefern."

"Das ist mehr als beschlossene Sache; es ist bereit, ausgeliefert zu werden. Wir haben verschiedene Aspekte besprochen. Diese beinhalten, den niedrigsten möglichen Preis für ein gutes Rennprogramm zu finden, und eine möglichst große Anzahl an Herstellern dafür zu begeistern, Teil dieses Programms zu werden."

Paradigmenwechel bei Herstellern

Er beschreibt die neue Klasse als "lebenswichtig" für die Zukunft des Langstreckensports. Doch wie kam es zu der Wende? Noch bei den 24 Stunden von Le Mans lehnte es der ACO ab, die DPi-Plattform, den IMSA-Vorläufer der LMDh, mit ins Hypercar-Reglement einzubeziehen.

Fillon glaubt, dass bei den Herstellern während dieser Zeit ein Paradigmenwechsel stattgefunden habe: weg von teuren eigenen Fahrzeugen hin zur Günstig-Plattform mit Fremdchassis. Die DPi-Kategorie basiert auf LMP2-Chassis. Und die vier Hersteller dieser Chassis (Ligier, Oreca, Dallara und Multimatic) sitzen bei den Gesprächen mit am Tisch.

"Noch vor einem Jahr war es unvorstellbar, dass die großen Hersteller sich dazu bereiterklären würden, ein anderes Chassis als ihr eigenes zu verwenden", sagt er. "Das war für sie ein Ding der Unmöglichkeit. Heute ist es möglich. Alles ist anders."

Bemerkenswert ist, dass die LMDh noch vor Ausbruch der Coronakrise vorgestellt wurde. Spätestens seit Einbruch der Wirtschaft dürfte die Bereitschaft zu kostengünstigen Programmen gegenüber teuren Eigenprojekten noch einmal sprunghaft gestiegen sein - sofern Interesse am Motorsport in dieser Marktsituation überhaupt noch vorhanden ist.

Fillon blickt bereits nach vorn: "Wir arbeiten Schritt für Schritt und sind auf einem guten Weg. Danach werden wir sehen, was wir zusammen mit der IMSA machen können. Ich denke, da gibt es viele Möglichkeiten."

Volle Fahrt voraus trotz Corona

Ursprünglich sollte das LMDh-Reglement schon am Rande des "SuperSebring"-Wochenendes im März verkündet werden. Doch die 1.000 Meilen und die 12 Stunden von Sebring mussten im Zuge der Coronakrise abgesagt werden. Weil im Vorfeld des Wochenendes auch Meetings angesetzt waren, verzögerte sich der Prozess.

"Die Arbeit ist trotzdem weitergegangen", versichert Fillon. "Die Arbeitsgruppe von IMSA und ACO arbeitet tagtäglich an den wichtigen Dingen dieses Projekts. Unsere Beziehung ist fantastisch. Aufgrund der Krise haben wir jetzt keine Wahl. Dieses Projekt muss ein Erfolg werden."

"Die technische Arbeitsgruppe mit den vier Chassisherstellern und interessierten Herstellern arbeitet ebenfalls die ganze Zeit. Sie alle sitzen am selben Tisch und werden in Echtzeit informiert. Aber dieser Prozess ist nahezu erledigt."

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