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Mit diesen "großen Ameisen" machten Flörsch und Bottas eine Probefahrt
Mit diesen "großen Ameisen" machten Flörsch und Bottas eine Probefahrt © privat
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München - Sophia Flörsch, Deutschlands schnellste Rennfahrerin, testet spontan ein Auto der neuen Extreme-E-Serie. Bei SPORT1 schildert sie ihre Eindrücke.

Jetzt wird's extrem! Nach ihrem erfolgreichen Auftritt bei den 24 Stunden von Le Mans befährt Sophia Flörsch (19) ganz neues Terrain. Am Freitag hat Deutschlands schnellste Rennfahrerin in Südfrankreich ein Auto der Extreme E getestet.

Die Elektro-Rennserie ist das neueste Baby von Formel-E-Gründer Alejandro Agag und will ab Januar 2021 mit 544 PS starken und 1650 Kilo schweren Elektro-Geländewagen an Orten fahren, die besonders vom Klimawandel bedroht sind. Das Besondere aus Sicht von Flörsch: Ein Mann und eine Frau müssen sich je ein Auto teilen. Beide Rundenzeiten werden zusammengerechnet.

Flörsch zu SPORT1: "Es ist eine große Chance für Frauen generell, wenn man die gleichen Chancen bekommt. Das gab es noch nie."

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Flörsch: "Habe natürlich ja gesagt"

Der Test kam spontan zustande. "Erst am Montag wurde ich von der Extreme E angerufen und da habe ich natürlich ja gesagt", verrät sie. Die Münchnerin testete nicht für ein spezielles Team, sondern den Odyssey21 der Veranstalter rund um Alejandro Agag. Mit dabei hinterm Steuer auch: Mercedes-Formel-1-Star Valtteri Bottas.

"Das ist etwas ganz anderes, als alles, was ich bisher gefahren bin", so Flörsch. "Das Auto ist wie eine große, schnelle Ameise - mit riesigen Federwegen und Reifen. Man fährt mehr quer als geradeaus - insgesamt eher wie in der Rallye."

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Für die Deutsche war es der erste Test in einem Elektro-Rennwagen: "Es ist schon komisch, nicht zu schalten. Das fühlt sich wie Kartfahren an: Du hast Gas, Bremse und Lenkung. Sobald du aufs Gas trittst, geht es vorwärts. Das ist schon cool."

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Extreme E setzt auf Nachhaltigkeit

Das Wichtigste aber: Die Serie will ein Zeichen für Nachhaltigkeit setzen. Das befürwortet auch die junge Rennfahrerin - selbst ein Kind der Generation "Fridays for Future".

"Heutzutage kannst du es dir nicht mehr leisten, keine Rücksicht auf die Umwelt zu nehmen", weiß Flörsch. "Hier fährst Du elektrogetrieben durch den Regenwald oder die Wüste - und das ist ja genau das, worauf die Serie aufmerksam machen will."

Hat die Münchnerin jetzt also Blut geleckt? "Spaß machen würde es mir auf jeden Fall", sagt sie: "Ich glaube zwar, dass ich mit meinem Formel-3- und ELMS-Programm (European Le Mans Serie; d. Red.) gut ausgebucht bin. Wenn mir ein Team aber ein gutes Angebot machen würde, würde ich schon drüber nachdenken."

Auch, weil sogar der Formel-1-Rekordweltmeister in spe, Lewis Hamilton, mit einem eigenen Team (nicht als Fahrer!) dabei ist. Flörsch: "Das zeigt, dass es etwas Großes ist und sie auch etwas Großes planen. Es ist immer ein Gewinn, wenn ein Team von Lewis Hamilton dabei ist."

Aus Deutschland ist bisher das Abt-Team mit Partner Cupra an Bord. Neben dem männlichen Piloten Mattias Ekström fehlt aber noch eine Frau. Vielleicht heißt die ja Sophia Flörsch.

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