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Fabian Vettel erlebt im GT-Masters eine Achterbahnfahrt der Gefühle
Fabian Vettel erlebt im GT-Masters eine Achterbahnfahrt der Gefühle © ADAC Motorsport
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Fabian Vettels Knoten im ADAC-GT-Masters ist mit dem Podiumsplatz in Zandvoort endlich geplatzt - Wie der Bruder von Sebastian Vettel sich im GT3-Sport schlägt.

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Es war der Befreiungsschlag, den Fabian Vettel gebraucht hat: Der Mercedes-AMG-Pilot hat in Zandvoort im Sonntagsrennen seinen ersten Podiumsplatz geholt.

Nur eine Woche später trat er am Nürburgring wieder an, blieb aber diesmal punktelos. Diese Achterbahnfahrt ist eine perfekte Zusammenfassung der bisherigen Saison des Bruders von Formel-1-Star Sebastian Vettel.

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"Ich glaube, die Saison haben wir uns zu Beginn ein bisschen anders vorgestellt", sagt der 20-Jährige gegenüber 'Motorsport-Total.com'. "Wir wollten schon von Anfang an vorne mitfahren. Auch ich habe wohl zu viel von mir erwartet. Deshalb war ich an manchen Stellen vielleicht ein bisschen übermotiviert."

Das manifestierte sich am Red Bull Ring in einem gewaltigen Unfall, als Vettel die Motorhaube seines HTP-Mercedes aufsprang. Er war zuvor auf einen Audi aufgefahren. Nach fünf Wochenenden stehen ein dritter, zwei siebte, ein 13. und ein 14. Platz Buche - und fünf Nullrunden.

Nur die ersten 15 im ADAC-GT-Masters erhalten Punkte.

Eine Sommerpause später lieferte er dann in Zandvoort sein bisher bestes Wochenende im ADAC-GT-Masters ab. Gemeinsam mit Philip Ellis fuhr Vettel mit der "Mamba" auf die Plätze sieben und drei und in der heiß umkämpften GT3-Serie. Sein erster Podiumsplatz und zweimal fette Punkte.

"Das war natürlich ein Highlight", strahlt er. "Endlich hat alles funktioniert und wir hatten auch endlich mal mit dem Safety-Car das Glück auf unserer Seite. Wir haben den Boxenstopp zum richtigen Zeitpunkt eingelegt. Das Auto war an dem Wochenende der Hammer. Das hat uns gezeigt: Wir können es. Das hilft uns, uns zu motivieren und weiterzumachen, auch wenn es mal nicht läuft."

Das brauchte er dann gleich wieder am Nürburgring, denn Vettel und Ellis blieben in beiden Rennen punktelos - Plätze 17 und 29. Das ADAC-GT-Masters erweist sich als brutal harte Schule.

"Das ist eine der härtesten GT-Serien, die es auf der Welt gibt", sagt Vettel. "Aber wenn man hart rangenommen wird, lernt man am schnellsten."

Härteste denkbare Schule

Und bei den GT-Profis im ADAC-GT-Masters konnte er bereits einiges über Zweikämpfe lernen. "Man lernt viel über diese typischen Rennsituationen. So ein enges Feld wie hier hast du sonst nirgendwo im GT3-Sport. Aber wenn man sich hier beweisen kann, dann kann man es überall."

Doch nicht nur über den Zweikampf auf der Strecke lernt Vettel viel: "Ich habe viel über Dinge gelernt, die mich selbst betreffen. Wie bereite ich mich auf ein Rennen vor, wie bereite ich mich auf ein Qualifying vor, wie behalte ich trotz manch schwieriger Situationen einen klaren Kopf. Gerade über solche Aspekte habe ich unheimlich viel gelernt."

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Fabian Vettel fährt erst seit zwei Jahren Autorennen und muss daher einen Erfahrungsrückstand gegenüber allen wettmachen, die in seinem Alter zehn Jahre Kartsport und die eine oder andere Formel- oder Tourenwagensaison hinter sich haben.

Und das Lernen geht weiter: "Natürlich habe ich nicht ausgelernt. So weit ist man nach einem Jahr noch nicht. Aber ich denke, wir haben gezeigt, dass wir es können. Wir müssen es nur beibehalten und ständig unser Bestes geben."

Zwei Wochenenden mit jeweils zwei Rennen stehen jetzt noch auf dem Programm. "Nach Zandvoort hoffe ich natürlich schon, nochmal aufs Podium fahren zu können", blickt Vettel nach vorn.

"Wir dürfen es aber nicht übertreiben und uns zu viel Druck machen. Wir sollten einfach so weitermachen, wie wir es die gesamte Saison schon gemacht haben und versuchen, uns stetig zu steigern. Fortschritte zu machen, ist das Wichtigste im Moment."

© Motorsport-Total.com

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