vergrößernverkleinern
Peter Kohl zum DTM-Wochenende in Oschersleben
Peter Kohl zum DTM-Wochenende in Oschersleben © SPORT1-Grafik/dpa Picture-Alliance
Lesedauer: 6 Minuten
teilenE-MailKommentare

Das DTM-Wochenende in Oschersleben steht ganz im Zeichen von BMW.

Für Peter Kohl sammelt das Team aber nicht nur auf der Strecke Pluspunkte. Dagegen sind vor allem die Zusatzgewichte dem SPORT1-Kolumnisten ein Dorn im Auge.
Die Tops und Flops der DTM in Oschersleben bewertet anhand von 5 (sehr gut) - 1 (schwach) Felgen:

5 FELGEN 

Anzeige

BMW MOTORSPORT: Das Team sammelt sehr viele Sympathiepunkte mit der Entscheidung, am Samstag Timo Glock den Sieg zu lassen, obwohl Bruno Spengler der punktbeste BMW-Fahrer im Klassement war und man ihn hätte vorbeilotsen können. Tolle Entscheidung für den Sport! Auch wenn die Punkte am Ende des Jahres Spengler dann tatsächlich fehlen sollten. Der Gewichtsvorteil spielt eine große Rolle an diesem Wochenende, trotzdem muss man sich bietende Chancen auch nutzen - und das tut man mit zwei Vierfachsiegen, zweimal bringt man sieben Autos in die Top 10.

TOM BLOMQVIST: Mit seinem Vater, der Rallye-Weltmeister war, steht er sicher noch nicht auf einer Stufe, aber er hat eine weitere erklommen mit seinem DTM-Premierensieg. Er ist damit der jüngste Fahrer aller Zeiten, der für BMW ein DTM-Rennen gewinnt, der zweitjüngste hinter Pascal Wehrlein insgesamt. Und der dritte BMW-Fahrer nach Augusto Farfus und Martine Martin, der in seiner Rookie-Saison ein DTM-Rennen gewinnen kann. Vor allem die Souveränität, mit der er das schafft, ist wirklich sehr, sehr beeindruckend.

TIMO GLOCK: Hat schon viel erlebt und einiges  gewonnen. Aber seine Freude nach seiner ersten Pole und seinem zweiten DTM-Karriere-Sieg am Samstag zeigen, wie wertvoll diese Erfolge für ihn sind. Top auch seine Einschätzung, dass ohne Gewichtsvorteil das alles nicht möglich gewesen wäre.

4 FELGEN

PASCAL WEHRLEIN: Durch Handicap-Gewichte eingebremst, lässt der Mercedes-Youngster nichts anbrennen. Schnellster Mercedes-Fahrer jeweils im Qualifying und im Rennen, am Samstag steckt er trotz früh ausgestiegener Servolenkung nicht den Kopf in den Sand und zieht durch. Der Junge sieht seine Titelchance, verfolgt diese konsequent und bleibt cool in allen Rennsituationen. Verdientermaßen übernimmt er die Gesamtführung, baut seinen Vorsprung gegenüber Mattias Ekström am Sonntag auf 14 Punkte aus. Der Einzige, der bislang in allen Veranstaltungen des Jahres punktet.

3 FELGEN 

AUGUSTO FARFUS: Die Pole am Sonntag kann er nicht in einen Rennsieg ummünzen, erreicht auch nicht die Rundenzeiten des entfesselt fahrenden Blomqvist. Insgesamt aber ein starkes Wochenende mit 30 Punkten - wie schon in Zandvoort. Wenn das Auto läuft, ist auf den Brasilianer Verlass.

FELIX DA COSTA: Schwer in die Saison reingekommen, in den ersten 3 Veranstaltungen komplett leer ausgegangen, wird der Portugiese immer stabiler in seinen Resultaten und wird zum munteren Punktesammler. Dritter am Samstag, wehrt am Sonntag als Vierter die permanenten Attacken von Wehrlein ab. Sehr respektabel.

TIMO SCHEIDER: Muss eine unappetitliche Suppe auslöffeln, die er sich in Spielberg selbst eingebrockt hat. Kein einfaches Comeback, im Qualifying läuft es jeweils auch nicht wirklich glatt. Zwei grundsolide Rennen - als jeweils Zwölfter zwar ohne Punkte, aber insgesamt ein Wochenende, mit dem er zufrieden sein darf nach den zurückliegenden harten Wochen.

MIGUEL MOLINA: Die Rennen laufen unglücklich für ihn, aber er ist zweimal der schnellste Audi-Pilot im Qualifying, am Sonntag als Neunter einziger Audi-Fahrer in den Punkten. Lob auch an seine Mechaniker, die nach einem Crash in die Leitplanken im Qualifying erhebliche Beschädigungen an der Fahrzeugfront beheben, die durch eine unsachgemäße Bergung zuvor noch deutlich schlimmer werden.

PAUL DI RESTA: Als Sechster zweitschnellster Mercedes-Fahrer am Sonntag, nachdem er am Samstag noch enttäuscht. Es ist eine schwierige Saison für den ehemaligen Formel-1-Fahrer und Ex-DTM-Champion - aber er zeigt, dass er bereit ist zu kämpfen.

2 FELGEN

JAMIE GREEN: Der Engländer kämpft wie ein Löwe, aber die Leichtigkeit des Saisonauftakts ist restlos verloren gegangen. Mit dem Messer zwischen den Zähnen holt er vier Punkte an diesem Wochenende,  aber von seinen Titel-Träumen kann er sich wohl langsam verabschieden.

1 FELGE

ROBERT WICKENS: Als Wiederholungstäter verursacht er am Samstag wieder einen Crash und wird entsprechend abgestraft mit einer +13 für den Sonntag - auch da letztlich ausgeschieden. Damit die vierte Veranstaltung für ihn in Folge ohne Punkte. Der Kanadier sollte sich überlegen, wie er aus diesem Negativ-Sog wieder rauskommt.

HANDICAP-GEWICHTE: Damit kann ich nicht viel anfangen. Die Rennen werden dadurch verzerrt. Wie schon Zandvoort erlebt Oschersleben BMW-Festspiele, weil die Konkurrenz aufgrund von Zuladungen chancenlos bleibt. Das kann nicht im Interesse der Zuschauer sein, wenn man im Prinzip schon vor dem Wochenende weiß, wie die Rennen laufen werden. Es ist ein Witz, wenn Mattias Ekström am Sonntag ganz knapp an den Punkten vorbei fährt und - ole, ole - sich auch noch darüber freut, weil er dadurch für die nächsten beiden Läufe mehr Gewicht rausnehmen darf. Es gibt in Oschersleben sechs verschiedene Gewichtsklassen im Feld: Wie soll der Zuschauer im Kopf haben, wer mit welchem Gewicht unterwegs ist und sich damit erklären, warum wer gerade nicht angreifen oder sich wehren kann?

ADRIEN TAMBAY: Der findet seinen Rhythmus einfach nicht, ist völlig von der Rolle. Ganze drei Punkte in der gesamten Saison, in einem der leichteren Audis am Start und trotzdem das fünfte Mal komplett ohne Punkte an einem Wochenende. Da ist der Wurm drin, aber gewaltig.

CHRISTIAN VIETORIS: Ein Wochenende zum Vergessen. Wie in Moskau ohne Punkte, am Sonntag von 8 auf 20 zurück gefallen. Irgendwie ist der Faden bei ihm gerissen. Schade.

EDUARDO MORTARA: Zwar noch Gesamt-Dritter, aber mit einem Doppel-Ausfall, der weh tut. Ein Wochenende zum Abhaken. Und vielleicht schon das Aus für seine Titelträume?

MIKE ROCKENFELLER: Der Laufsieger von Moskau leidet unter seinem extrem schweren Auto, als Unfall-Verursacher am Samstag bekommt er noch eine Grid-Strafe fürs Sonntagsrennen und geht damit in beiden Läufen leer aus. Der Aufwind aus Russland ist wieder verflogen.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image