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DTM-Chef Gerhard Berger kann sich vorstellen, dass HWA 2019 die Autos von Mercedes als Privatteam einsetzt: "Auf Herstellern basierendes System ist nicht gut"

Die Suche nach neuen Herstellern für die DTM gestaltet sich als langwierige Angelegenheit. Eine schnelle Lösung könnte in der Rückkehr von Privatteams in der DTM liegen. Für DTM-Chef Gerhard Berger wäre dies eine Wunschvorstellung, wie er im Interview mit der 'Deutschen Presseagentur dpa' erklärt. "Ein vollständig auf Herstellern basierendes System, so wie wir es momentan haben, ist nicht gut. Das ist auch den teilnehmenden Herstellern inzwischen bewusst", sagt der 58-Jährige.

Einen potenziellen Kandidaten hat Berger auch gleich parat. "Wenn HWA Bedarf für andere Projekte hat, dann wäre die Variante, dass sie die DTM-Autos weiter einsetzen, eine schöne Lösung", so der Österreicher. Die Mannschaft von Hans Werner Aufrecht ist seit vielen Jahren verantwortlich für den Einsatz der DTM-Fahrzeuge von Mercedes und ist mit den Gegebenheiten in der deutschen Tourenwagenserie bestens vertraut. Warum also nicht 2019 als Privatteam antreten?

Nach dem Ausstieg der Stuttgarter zum Jahresende wären die Autos ohnehin nicht mehr in Gebrauch und HWA könnte die Operation aus eigener Hand übernehmen - auch ohne Werksunterstützung von Mercedes. "Kein Unternehmen hat mehr Erfahrung und Kompetenz in der DTM als HWA. Die Autos sind vorhanden, für 2019 ändert sich nur der Motor. Die Finanzierung der Einsatzkosten müsste über Sponsoren abgedeckt werden, aber das wäre machbar", schildert Berger.

Ein derartiges Szenario ist allerdings nur möglich, wenn Mercedes mitspielt und die Autos für HWA freigibt. Und genau daran könnte Bergers Plan scheitern. Denn die Stuttgarter verfolgen eine Neuausrichtung ihrer Marke in Richtung E-Mobilität und die DTM hat bei der veränderten Unternehmensstrategie keinen Platz mehr. 2019 erfolgt der werksseitige Mercedes-Einstieg in die Elektrorennserie Formel E.

Wenn alle Stricke reißen, könnte Berger sich ein Übergangsjahr 2019 mit Audi und BMW vorstellen. Doch für ihn ist klar, dass ein Einstieg eines dritten Herstellers unumgänglich ist. "Ich will keine Zeit verlieren, ich habe in meinem eigenen Leben auch keine Übergangsjahre. Ich würde gerne im Anschluss an Mercedes das nächste Zeichen setzen", sagt er.

© Motorsport-Total.com

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