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Nach seinen Abschiedsrennen in Hockenheim verlässt Mattias Ekström die DTM-Bühne - Seine Kollegen vermissen ihn schon: "Er hat DTM über Jahre mitgeprägt"

Am 29. Januar 2018 verkündete DTM-Urgestein Mattias Ekström seinen Rücktritt aus der Tourenwagenserie. Rund drei Monate später wurde bekannt, dass sich der Audi-Fahrer im Rahmen zweier Abschiedsrennen beim Saisonauftakt in Hockenheim (4. bis 6. Mai) standesgemäß von seinen Fans verabschieden wird. Bei den DTM-Anhängern ist der 39-Jährige sehr beliebt und auch seine (ehemaligen) Kollegen werden den "alten Schweden" sehr vermissen. "Wir hatten ein sehr gutes Verhältnis und ich habe viel von ihm gelernt. Die DTM verliert einen großartigen Charakter", sagt Edoardo Mortara im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Jemanden wie ihn kann man nicht ersetzen."

Der aktuelle Mercedes-Pilot war von 2014 bis 2016 Ekströms Teamkollege bei Abt und hat ein freundschaftliches Verhältnis zu ihm aufgebaut. Durch den Rücktritt des Schweden verliert die DTM einen echten Helden, meint Mortara: "Die Rennfahrer heutzutage haben einen ähnlichen Charakter, sind immer politisch korrekt und geben immer die gleichen Antworten."

"Mattias war der intelligenteste Mensch, den ich je getroffen habe, und er hat kein Blatt vor den Mund genommen. Er hat das ausgesprochen, was er sich dachte. Er hatte seine eigene Art von Humor, die ich sehr mochte", ergänzt er.

"Wir werden ihn sehr vermissen"

Auch Timo Glock bedauert Ekströms Rücktrittsentscheidung. "Es ist schade, wenn sich so ein großer Name dafür entscheidet, etwas Neues zu machen. Aber ich kann auch verstehen, dass er sich nach so vielen Jahren DTM jetzt auf Rallycross konzentrieren will", sagt der BMW-Mann zu 'Motorsport-Total.com'.

"Ich frage mich überhaupt, wie er das in den vergangenen Jahren gemacht hat. Mit der DTM und seinem eigenen Team in Rallycross war er ja nur unterwegs. Für uns ist es aber natürlich schade, dass wir so einen Namen verloren haben", fügt er hinzu.

"Es ist nicht einfach, jemanden zu ersetzen, der all die Jahre so konkurrenzfähig war und auch in der Entwicklung eine große Rolle gespielt hat", sagt Loic Duval.

Nicht nur die Weggefährten halten große Stücke auf Ekström. Auch bei den Sportchefs kommt der Schwede, der kein Blatt vor den Mund nimmt, gut an. "'Eki' hat die DTM über Jahre mitgeprägt. Ich glaube, dass er ein fahrerisches Ausnahmetalent ist", sagt Mercedes-DTM-Teamchef Ulrich Fritz. "Dass er manchmal ein Querdenker ist, wissen wir alle."

Aber eben diese Direktheit macht den Charakter des Mattias Ekström aus und ihn zu einem der wenigen verbleibenden Typen im Motorsport. Auch Gary Paffett sagt offen seine Meinung und war in der Winterpause mit seinem Fahrerkollegen in Kontakt. "Ich habe im Winter mit ihm gesprochen und ihn gefragt, was er macht. Er antwortete: 'Ich weiß es nicht!'. Er hat die Entscheidung erst relativ spät getroffen", verrät der Mercedes-Fahrer.

Ein letztes Mal: Go hard or go home!

"Wir werden seine Abwesenheit erst in Hockenheim so richtig spüren. Beim Testen fällt nicht auf, dass er nicht mehr da ist. Aber wir werden ihn sehr vermissen. Er ist ein echter Typ und ein starker Gegner", ergänzt der Brite.

Und sein Teamkollege Paul di Resta fügt an: "Es ist traurig, dass er weg ist. Mattias war immer ein Titelanwärter - ein starker Charakter und starker Gegner. Ich hatte viele gute Kämpfe auf der Strecke mit ihm. Mit ihm verlässt ein großer Name die Bühne."

In Hockenheim bekommen Ekström und die 18 DTM-Stammpiloten noch zwei Gelegenheiten, gegeneinander anzutreten und um den Sieg zu kämpfen, ehe sich der Schwede dann endgültig von der DTM-Bühne verabschiedet. Bei seinem Gaststart fährt der Audi-Mann außerhalb der Wertung und erhält keine Meisterschaftspunkte. Doch das wird "Eki" wohl nicht davon abhalten, um die vorderen Positionen mitzufahren - ganz nach seinem Motto: "Go hard or go home!"

© Motorsport-Total.com

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