Home>Motorsport>DTM>

Derbe Wortwahl von Glock: Mercedes fühlt sich nicht beleidigt

DTM>

Derbe Wortwahl von Glock: Mercedes fühlt sich nicht beleidigt

{}
{ "placement": "banner", "placementId": "banner" }
{ "placeholderType": "BANNER" }

Derbe Wortwahl von Glock: Mercedes fühlt sich nicht beleidigt

Die Emotionen kochten nach Timo Glocks DTM-Sieg in Hockenheim hoch und er wählte harte Worte - Mercedes fühlt sich nicht beleidigt, sondern geschmeichelt

"Scheiße, das war geil!" war Timo Glocks Zusammenfassung des spannenden Rennens in Hockenheim, nachdem er zuvor rundenlang mit Gary Paffett um den Sieg kämpfte. Als der Deutsche die Ziellinie überquerte, traute man seinen Ohren nicht, als der BMW-Mann live im Fernsehen funkte: "Das war verdammt nochmal das beste Rennen, das ich je erlebt habe. Und verdammt noch mal, Mercedes: Ihr solltet diese Serie nicht verlassen, ihr verdammten Idioten!"

{ "placeholderType": "MREC" }

Dass Glock kein Blatt vor den Mund nimmt, ist bekannt. Doch dass er eine derart derbe Wortwahl trifft, kam doch überraschend. "Ich habe schon immer gesagt, dass ich mich mit meiner Meinung und meinen Emotionen nicht zurückhalten werde. Die Ansage war geplant", erklärte er am Sonntag nach dem Rennen.

Die Aussage, dass er sich den Funkspruch zurechtlegte, brachte einige Skeptiker auf den Plan: Wird Glock für seine Aussage von der Rennleitung bestraft? "In der Rennleitung haben wir den emotionalen Ausbruch von Timo Glock natürlich auch mitbekommen. Wir haben seine Aussagen allerdings nicht als beleidigend empfunden, sondern als Ermunterung an Mercedes, weiterhin so tollen Sport zu betreiben, wie wir ihn beim Sonntagsrennen in Hockenheim gesehen haben", sagt DMSB-Pressesprecher Michael Kramp auf Nachfrage von 'Motorsport-Total.com'.

Was sagt Mercedes dazu?

{ "placeholderType": "MREC" }

Eine Strafe für eine unangebrachte Wortwahl wäre kein Einzelfall. In der Vergangenheit wurden unter anderem gegen Christian Vietoris ("Arschloch") und Bruno Spengler (Stinkefinger) Strafen für deren unangebrachtes Verhalten verhängt, die nach Ansicht des DMSB gegen den International Sporting Code des Automobil-Weltverbandes FIA verstoßen. Und auch Glock wurde im vergangenen Jahr in Zandvoort für seinen Stinkefinger in Richtung Edoardo Mortara mit einer Geldstrafe belegt.

Lesen Sie auch

Und was sagt Mercedes zum Seitenhieb von Glock? "Wir haben die Worte von Timo in keinster Weise als Beleidigung oder Angriff aufgefasst. Ganz im Gegenteil, wir sehen es eher als Kompliment, dass Timo uns als Konkurrent so schätzt, dass er uns zu einem Umdenken verleiten will", sagt Mercedes-DTM-Teamchef Ulrich Fritz.

Er ergänzt: "Wir sprechen die ganze Zeit darüber, dass die Rennfahrer in der DTM echte Typen mit Ecken und Kanten sein sollen und auch ihre Emotionen zeigen dürfen. Nichts Anderes haben wir doch am Sonntag erlebt. Timos Ausbruch war ein Feuerwerk an Emotionen - über die Wortwahl kann man sicherlich diskutieren, aber das ist in dem Fall für mich nebensächlich. Jetzt jedoch darüber zu diskutieren, ob wegen der Wortwahl eine Strafe ausgesprochen werden sollte, ist bestimmt nicht in unserem Sinne."

Glocks Arbeitgeber steht ebenfalls hinter seinem emotionalen Ausbruch, wenngleich die Münchner eine andere Wortwahl bevorzugt hätten. "Wir haben beim zweiten DTM-Lauf der Saison ein absolutes Jahrhundert-Rennen gesehen. Rennsieger Timo Glock hat nach einem der spektakulärsten und gleichzeitig auch sportlich-fairen Zweikämpfe der DTM-Geschichte mit Gary Paffett nach Zieldurchfahrt in einem emotionalen Funkspruch in eigenen Worten Mercedes dazu aufgefordert, ihre Entscheidung zu überdenken und in der Serie zu verbleiben. Wir wissen, dass unsere Mercedes-Kollegen seinen Funkspruch so auffassen, wie es von Timo gemeint war: nämlich in erster Linie als großes Kompliment", sagt BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt zu 'Motorsport-Total.com'.

{ "placeholderType": "MREC" }

"Was die BMW Position betrifft: Ebenso wie Timo schätzen auch wir Mercedes mitsamt ihren Fahrern als sportlichen Konkurrenten und bedauern das Ausscheiden aus der DTM - umso mehr nach einem jetzt schon legendären Rennen. Natürlich würden wir als BMW eine andere Wortwahl als Timo verwenden. Aber jeder, der uns kennt, weiß: unsere Fahrer bekommen von uns keinen Maulkorb verhängt. Man muss den Sportlern auch Emotionen zugestehen, und das tun wir", fügt er an.

Sieger Glock steht zu seinen Worten: "Als ich über die Ziellinie fuhr, wusste ich: Diese Nachricht muss raus. Denn das ist die DTM und das ist es, worum es geht. Das ist meine persönliche Meinung und ich kann am Funk sagen, was ich will. Wenn Mercedes anderer Meinung ist, können sie es sagen."

© Motorsport-Total.com