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Audi wird 2019 gegen BMW weiterhin in der DTM fahren
Audi wird 2019 gegen BMW weiterhin in der DTM fahren © Audi
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Der Audi-Vorstand hat die Fortsetzung des DTM-Programms 2019 verabschiedet: Bekenntnis von Aston Martin für 2020 erwartet - Neue Teams und Fahrer vor der Tür

Die DTM wird auch 2019 weitergehen. Audi und BMW werden im kommenden Jahr eine Übergangssaison bestreiten und den Weg für eine bessere Zukunft ab 2020 mit neuer Konkurrenz ebnen. Die Münchener hatten sich ohnehin zu einer Fortsetzung des DTM-Programms bekannt, aber bei Audi stand ein großes Fragezeichen hinter der Fortführung. Nun hat der Vorstand in Ingolstadt nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' grünes Licht gegeben.

Die Entscheidung war bis zuletzt unsicher. Wie 'Motorsport-Total.com' erfahren hat, waren vor dem Hintergrund der Sparzwänge aufgrund des Dieselskandals nicht alle Vorstandsmitglieder für die Fortsetzung des Rennprogramms im Deutschen Tourenwagen Masters (DTM). Der kommissarische Vorstandsvorsitzende Abraham Schott (Rubert Stadler ist immer noch in Untersuchungshaft) sprach sich letztlich dennoch für Audi in der DTM 2019 aus. Eine entsprechende Kommunikation wird Mitte kommender Woche erwartet.

Damit der Kostenrahmen jenen von diesem Jahr nicht übersteigt, wird Audi werksseitig weiterhin sechs Fahrzeuge einsetzen. Ähnlich sieht es offenbar ein Plan bei BMW vor. Da den Serienpartnern und dem TV-Sender SAT.1 ein mindestens 16 Autos umfassendes Starterfeld garantiert ist, müssen wenigstens vier weitere Fahrzeuge auf die Bahn gebracht werden. Dies soll 2019 über Kundenteams geschehen. Die Hersteller Audi und BMW sowie DTM-Vermarkter ITR haben bereits zahlreiche Gespräche geführt.

Kundenteams aus GT-Sport oder Formel 3?

Entsprechende Diskussionen mit Topteams aus den Porsche-Cups blieben nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' bislang ohne konkrete Ergebnisse. Naheliegend wäre ein Einsatz von DTM-Autos durch erfolgreiche Mannschaften aus dem GT-Sport. ROWE mit BMW? WRT mit Audi? Möglich, aber längst noch nicht sicher. Im Hintergrund wird auch ein ganz anderes Szenario ins Auge gefasst.

Die Teams der Formel-3-Europameisterschaft bringen alle Möglichkeiten für den Einsatz von DTM-Fahrzeugen mit. Die Mannschaften haben umfangreiche Erfahrung im Bereich Aerodynamik-Abstimmung, die Datenanalyse und Set-up-Arbeit ist jener der DTM recht ähnlich. Nicht ohne Grund sprechen viele DTM-Rookies nach ihren ersten Fahrten von erheblichen Ähnlichkeiten zur Formel 3. Zudem kennen die Teams der Szene die Strecken und das Wochenend-Format der DTM genau.

Für Mannschaften wie Prema, Van Amersfoort, Motopark oder Carlin wäre es sicherlich durchaus möglich, zwei DTM-Fahrzeuge von Audi oder BMW zu betreuen - alles eine Frage der Finanzierung. Und genau dort hakt es: Pro Fahrzeug soll die DTM-Saison 2019 zwischen zwei und vier Millionen Euro verschlingen. Die Finanzierung über Paydriver ist kaum möglich. Jedenfalls nicht, solange es keine explizite Wertung für Amateure in der Meisterschaft gibt. Außerdem dürfte ein solches Programm nicht nur für ein einzelnes Jahr angelegt sein.

Audi-GT3-Mann Kelvin van der Linde vor DTM-Einstieg?

Generell könnte sich aber ein Trend zu mehr privaten Einsätzen in der DTM entwickeln. Das ist ein Wunsch von ITR-Chef Gerhard Berger. Europäische Privatteams könnten schon 2020 Fahrzeuge der japanischen Hersteller Nissan, Lexus und Honda rennen lassen. Auch das geplante Programm von Red Bull und Aston Martin wird über die Privatmannschaft R-Motorsport abgewickelt. Aston Martin hat sich bislang noch nicht öffentlich zu den Plänen geäußert. Dies soll aber wohl kurz nach der Audi-Bekanntgabe in dieser Woche geschehen. Mitte September wird auf dem Red-Bull-Ring gefahren ...

Der Einstieg von Kundenteams und womöglich weiteren Herstellern - um Maserati ist es sehr ruhig geworden - zur Saison 2020 eröffnet auch Fahrern gute Möglichkeiten. Auch schon zur kommenden Saison. Aus dem Management des amtierenden Champions Rene Rast ist zu hören, dass es "ein großer Wunsch" sei, einen weiteren Piloten in der DTM zu platzieren. Dies deutet nicht nur auf einen Einstieg von Nicki Thiim mit Aston Martin 2020 hin, sondern lässt auch vermuten, dass Audi-GT-Ass Kelvin van der Linde im kommenden Jahr eine Chance bekommen könnte.

© Motorsport-Total.com

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