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Zum ersten Mal in der DTM-Geschichte findet 2018 ein Rennen in der Nacht statt - Fahrer und Verantwortliche freuen sich auf Spektakel in Misano: "Das wird cool!"

In wenigen Wochen kommt es zu einer Premiere in der DTM: Zum ersten Mal in der Geschichte der deutschen Tourenwagenserie wird ein Rennen in der Nacht ausgetragen. In Misano (25./26. August) werden der 13. und 14. Lauf der Saison 2018 erst um 22:20 Uhr gestartet. Die DTM-Fahrer freuen sich auf das Highlight an der italienischen Adriaküste. "Misano ist als Nachtrennen natürlich ein absolutes Highlight. Ich bin da sehr gespannt drauf", sagt Timo Glock zu 'Motorsport-Total.com'.

"Wir haben es bei der Formel 1 in Bahrain gesehen: Als Hamilton drei Autos auf einmal überholt hat, sind aus allen Ecken Funken geschlagen. Wenn wir auch solche Bilder produzieren könnten, wäre das ein Traum. Ich bin gespannt, wie es ist, mit einem DTM-Auto in der Nacht zu fahren", so der BMW-Pilot.

Den 4,226 Kilometer langen Kurs kennt Glock bisher nur aus dem Fernsehen. "Ich bin noch nie in Misano gefahren. Aber ich habe mir jedes MotoGP-Rennen angesehen, das es da gab. Daher kenne ich den Streckenverlauf. Es ist trotzdem etwas Anderes, wenn du da hinkommst und zum ersten Mal mit einem DTM-Auto dort fährst", erklärt er.

Wenn es Nacht wird ...

Einer der auf dem Misano World Circuit Marco Simoncelli bereits gefahren ist, ist sein BMW-Kollege Philipp Eng. "Ich bin da in den vergangenen zwei Jahren in der Blancpain-GT-Serie gefahren - auch bei Nacht. Das war ein super-cooles Event", schwärmt der Österreicher im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

"Da waren wirklich viele Zuschauer. Und wenn die DTM da im Sommer fährt, wird es hoffentlich komplett voll sein", sagt Eng. "Misano macht viel Spaß und bei Nacht ist es ein großes Highlight." Da Ende August in Teilen Deutschlands noch Sommerferien sind, erwarten die Veranstalter, dass auch deutsche Touristen die DTM in Italien besuchen und die Tribünen füllen werden.

Für Loic Duval wird es eine Premiere in Misano sein. "Ich war noch nie in Misano, es wird mein erstes Mal. Die Idee eines Nachtrennens gefällt mir aber. Das ist mal etwas Anderes", so der Audi-Fahrer, der durch seine Teilnahmen bei den 24 Stunden von Le Mans bereits Rennerfahrung in der Nacht gesammelt hat.

"Durch meine Langstrecken-Erfahrung bin ich es ja auch schon gewohnt, in der Nacht zu fahren. Ich bin nicht sicher, ob es ein Vorteil ist, weil die Lichter ja auch anders sind. Aber nachts macht es schon Spaß", sagt der Le-Mans-Sieger von 2013. "Da fühlt man sich wie in einer anderen Welt und ganz auf sich gestellt. Das ist ziemlich cool."

Als TV-Experte im französischen Fernsehen denkt Duval auch an Probleme, die die Fernsehzuschauer zuhause betreffen könnten. "Ich hoffe, dass es auch für die Zuschauer spannend werden wird. Die TV-Stationen müssen wegen der Reflektionen eine Lösung finden, damit man die Autos auch richtig sehen kann."

Bitte mehr davon!

Für DTM-Rookie Joel Eriksson ist das Fahren in der Nacht noch neu. "Für mich wird es das erste Mal sein, dass ich im Dunklen fahre. Das wird interessant", sagt der Schwede.

Von der Idee, ein Nachtrennen in Misano auszutragen, ist BMW-Motorsport-Direktor Jens Marquardt ganz begeistert: "Das finde ich super! Ein Nachtrennen, wo es tagsüber sehr heiß ist, ist eine tolle Sache."

Der Verantwortliche der Münchner hofft auf heimische Unterstützung auf den Tribünen rund um die Strecke. "Zu der Zeit sind in den südlichen Bundesländern von Deutschland noch Sommerferien und ich glaube auch in Italien. Wenn die Leute dann da einen schönen Tag am Strand hatten und sich als Abendunterhaltung sich noch ein super tolles DTM-Event anzuschauen, ist genau der richtige Ansatz."

Marquardt wünscht sich, dass das Spektakel in der Nacht keine Eintagsfliege ist, sondern in Zukunft regelmäßig im DTM-Kalender zu finden ist. Mit dem Gaststart von Alessandro Zanardi im BMW wird das Rennwochenende in Misano für die Münchner in doppelter Hinsicht ein ganz besonderes.

© Motorsport-Total.com

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