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Verhandlungen von Audi mit den Fahrern für 2019 laufen auf Hochtouren
Verhandlungen von Audi mit den Fahrern für 2019 laufen auf Hochtouren © Audi
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Die Hängepartie um die Audi-Zukunft ist vorbei und die Verhandlungen mit Fahrern für die DTM 2019 laufen auf Hochtouren - Vertrag mit Rene Rast schon fix?

Seit zwei Wochen steht offiziell fest: Audi wird auch 2019 in der DTM antreten. Für viele war es eine Erleichterung endlich zu wissen, dass die Ingolstädter auch in Zukunft in der deutschen Tourenwagenserie antreten - besonders für die Werksfahrer. Diese haben sich in den vergangenen Wochen und Monaten, in denen es noch viele Unsicherheiten gab, vorbildlich verhalten, wie Audi-Motorsportchef Dieter Gass verrät: "Wir hatten am Donnerstagabend ein Abendessen mit allen Fahrern und da habe ich mich bei allen bedankt, dass sie so lange überhaupt die Füße stillgehalten haben, bis wir die Klarheit hatten und dass sie nicht jede Woche zu mir gekommen sind und über den Vertrag reden wollten."

Jetzt wo klar ist, wie es für die Marke mit den Vier Ringen motorsportlich gesehen weitergeht, haben die Verhandlungen für 2019 begonnen. Und die gestalteten sich nicht unbedingt einfach, denn auch Teams aus anderen Serien haben ein Auge auf die Audianer geworfen. "Unsere Fahrer sind auf dem Markt sehr interessant, denn es gab noch einige, die Angebote hatten und auch haben, insbesondere von der Formel E. Die Formel E ist auf dem Fahrermarkt sehr aggressiv unterwegs. Das ist eine schwierige Situation für uns", erklärt Gass.

Die neue Saison der Elektro-Rennserie beginnt bereits Mitte Dezember und die abschließenden Testfahrten finden Mitte Oktober unmittelbar nach dem DTM-Finale in Hockenheim statt. Bis dahin wollen die Formel-E-Teams ihre Fahrer verpflichtet haben und die Piloten selbst auch ihre Zukunft in trockenen Tüchern wissen.

Formel-E-Teams haben Interesse an Fahrern

Ob es Veränderungen am Audi-DTM-Kader für 2019 geben wird steht laut dem Audi-Verantwortlichen noch nicht 100 prozentig fest. "Die Situation am Fahrermarkt wird für die Fahrer und Teams nicht einfacher, dadurch, dass es nicht nur die Formel E gibt, die einen versetzten Kalender hat, sondern auch, die WEC. Das heißt, ich mache irgendwann mit einem Fahrer einen Vertrag, angenommen für die DTM. Dann kommt ein WEC-Team auf den Fahrer zu und möchte ihn gerne engagieren. Aber man weiß noch nicht, ob es Überschneidungen im Kalender gibt", erklärt Gass die Schwierigkeiten bei den Vertragsverhandlungen.

Denn sollte ein Pilot als Werksfahrer für Audi starten, dann hat das DTM-Programm Vorrang vor allen anderen Serien, an denen er teilnimmt. Der neue DTM-Kalender soll nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' noch vor dem Saisonfinale in Hockenheim verkündet werden. Doch darauf möchten die Audianer nicht warten, sondern jetzt ihre Schäfchen ins Trockene bringen. "Ich versuche jetzt, meine Verträge unter Dach und Fach zu bringen", sagt Gass und spricht eine weitere Hürde an.

"Angenommen ein Fahrer hätte einen Vertrag in der Formel E unterschrieben, dann kann ich ihn aktuell in der DTM nicht unter Vertrag nehmen. Weil ich noch nicht weiß, ob es einen Clash gibt", erklärt er. Außerdem sei es undenkbar, dass ein Pilot aus den eigenen Reihen in einer anderen Meisterschaft für einen konkurrierenden Hersteller antritt. "Einen Audi-Werksfahrer in einer Meisterschaft fahren zu lassen, wo wir selber als Werk auch präsent sind und er fährt nicht in einem Audi, das ist generell schwer vorstellbar", so Gass.

Eine andere Situation wäre es allerdings, wenn ein Audi-Werksfahrer für ein Audi-Kundenteam in der Formel E starten würde. Die Ingolstädter könnten schon in der kommenden Saison ein Team mit Antriebssträngen ausstatten und dort einen Fahrer platzieren. Dabei soll es sich nach Informationen von 'Motorsport-Total.com' um Virgin Racing handeln, deren Kooperation mit DS endete. Robin Frijns soll heißer Kandidat auf ein Cockpit bei Virgin sein. Nico Müller ist bereits mit Audi als Test- und Entwicklungsfahrer in der vollelektrischen Rennserie involviert.

Sollte es Veränderungen am DTM-Kader geben, könnte Kelvin van der Linde aufrücken und dort einen möglicherweise frei gewordenen Sitz übernehmen. Auf die Frage, ob die Gespräche mit Rene Rast gut verlaufen, antwortet Gass mit einem zufriedenen Lächeln: "Ja." Es scheint, als ob der amtierende DTM-Champion auch 2019 an Bord bleibt.

Bei BMW beschäftigt man sich aktuell nicht mit der Fahrerfrage. "Nach der Saison schauen wir uns an, ob und wenn wir irgendetwas ändern müssen. Ich sehe wirklich nicht riesigen Bedarf, sondern wenn so ein paar Kleinigkeiten. Wir machen das in kontrollierter Art und Weise. Was der Markt im Moment hergibt oder nicht, wir haben immer einen BMW-Plan", sagt Motorsport-Direktor Jens Marquardt.

"Wir haben mit Philipp Eng und Joel Eriksson zwei Rookies reingebracht, beide haben super eingeschlagen, deshalb glaube ich, wir haben immer ein gutes Händchen", ergänzt er.

Härter trifft es die Mercedes-Fahrer, die teils vor einer ungewissen Zukunft stehen nach dem DTM-Ausstieg der Stuttgarter nach der laufenden Saison. Wie Edoardo Mortaras Zukunft aussieht ist seit Anfang der Woche offiziell bekannt. Der Italo-Schweizer wird auch in der neuen Saison mit Venturi in der Formel E starten und dort Teamkollege von Ex-Formel-1-Pilot Felipe Massa.

Wo Lucas Auer im nächsten Jahr starten wird ist noch nicht klar. Der junge Österreicher will auch noch nicht verraten, wohin es für ihn gehen könnte, solange die Tinte der Vertragsunterschrift nicht getrocknet ist. "Ich sag erst was, wenn alles fix ist. Ich will keinen Scheiß erzählen."

DTM-Tabellenführer Gary Paffett gilt als gesetzt bei HWA in der Formel E. wohin die Reise für Pascal Wehrlein hingehen wird ist weiterhin unklar. Sein Vertrag mit Mercedes läuft Ende des Jahres aus.

© Motorsport-Total.com

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