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Mercedes-Fahrer Gary Paffett schiebt im Frust die Schuld auf die Rennleitung
Mercedes-Fahrer Gary Paffett schiebt im Frust die Schuld auf die Rennleitung © LAT
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DTM-Spitzenreiter Gary Paffett glaubt, die Entscheidung der Rennleitung im Samstagsrennen in Hockenheim hat einen Einfluss auf den Titelkampf

Nein, mit Platz vier im Samstagsrennen beim DTM-Finale in Hockenheim ist Gary Paffet nicht zufrieden. Dass er damit die Führung in der Fahrerwertung übernommen hat, ist ihm auch nicht so wichtig. Vielmehr ärgert sich der Mercedes-Pilot darüber, dass ihm eine Safety-Car-Phase einen möglichen Podestplatz kostete - und dafür macht Paffett die Rennleitung der DTM verantwortlich. Denn laut Paffett gab es keinen Grund für den Einsatz des Sicherheitsfahrzeugs, das in Folge einer abgefallenen Tür und dadurch entstandener Trümmerteile hinausbeordert worden war.

Gegenüber 'Sat1' sagte Paffett unmittelbar nach dem Rennen: "Ich muss mir die TV-Aufzeichnungen noch einmal ansehen. Aber mein Eindruck war: Als ich hinter dem Safety-Car an die [betreffende] Stelle kam, da war nichts auf der Strecke zu sehen. Ich verstand nicht, weshalb man die Strecke nicht hätte ohne Safety-Car-Einsatz säubern können. Denn das Safety-Car ändert das komplette Rennen. Und genau das ist passiert."

Vor der Gelbphase hatten sich Paffett und sein Titelrivale Rene Rast von den Verfolgern abgesetzt und waren auf Kurs zu den Positionen eins und zwei im Rennen. Mit der Safety-Car-Phase aber war der Vorsprung dahin. Und aus Paffetts Sicht kam es dann noch dicker: "Nach dem Restart haben ein paar Fahrer abgekürzt. In den folgenden Runden war es richtig gefährlich. Die Bedingungen waren dann viel schlechter als zu dem Zeitpunkt, als das Safety-Car auf die Strecke gekommen war."

Paffett "verärgert" über Rennleitung

Was Paffett meint: Eingangs der Parabolica-Kurve waren Paul di Resta und Marco Wittmann in den Schmutz abseits des Streckenrands gefahren und hatten jede Menge Dreck aufgewirbelt. Wittmann schien als Folge dessen und mit Verdacht auf verstopftem Kühler sogar das Rennen aufgeben zu müssen. Immer wieder stiegen anschließend Staubwolken in der Parabolika-Kurve auf. Was Paffett im Auto schier auf die Palme brachte: Er hätte lieber dann das Safety-Car auf die Strecke geschickt.

Diese Meinung fußt natürlich auch darauf, dass Paffett nach der Safety-Car-Phase sowohl von Timo Glock als auch von Robin Frijns überholt wurde. Er sei ein leichtes Opfer gewesen, meint der Tabellenführer. "Sie hatten die besseren Reifen, weil sie später zum Boxenstopp gefahren waren. Ihre Reifen waren einfach noch frischer. Alte Reifen kriegst du dann schwer noch einmal mobilisiert. Und wenn du dann überall noch auf Dreck herumfährst, dann ist es unmöglich", sagt Paffett. "Der Schmutz auf der Strecke war der größte Faktor. Das war gefährlich."

Schuld an dieser Situation sei die Rennleitung gewesen, meint er und erklärt: "Entscheidungen der Rennleitung wie diese haben einen Einfluss auf den Ausgang der Meisterschaft." Paffett zeigt sich "verärgert" darüber, durch die Safety-Car-Phase einen vermeintlich sicheren zweiten Platz eingebüßt zu haben. "Und ich hatte noch immer die Chance auf den Sieg."

Rast wähnt Mercedes unter Druck

Rast, der das Samstagsrennen schließlich gewann und damit den Dreikampf um den Fahrertitel offen hielt, wittert indes neue Morgenluft - und steigende Anspannung bei seinen Mercedes-Gegnern. Diese hätten "ordentlich Druck", wie der Deutsche sagt. Rast wird noch deutlicher: "Sie haben mit Sicherheit die Hosen ein bisschen voll. Denn sie müssen morgen performen und vor mir ins Ziel kommen, wenn nicht sogar gewinnen."

Im Gegensatz zu Paffett begrüßt Rast das Erscheinen des Safety-Cars: "Die Safety-Car-Phase hat geholfen, weil ich mich [danach] direkt absetzen konnte. Dann geriet Gary auch noch unter Druck von Robin und Timo von hinten. Das hat mir natürlich extrem geholfen", meint Rast. "Wenn wir morgen wieder so ein Ding haben, dann kann alles passieren."

Trotz seines fünften Siegs in Folge bleibt Rast der Außenseiter im Titelkampf: Er geht mit einem Rückstand von 15 Punkten auf Tabellenführer Paffett in das Finalrennen der DTM-Saison 2018.

Update: Kurz nach dem Rennen distanzierte sich Paffett von seinen Aussagen, die er unmittelbar nach der Zieldurchfahrt getroffen hatte. Er wandte sich in einem Video in den sozialen Netzwerken an seine Fans und auch an die Rennleitung, die er zuvor heftig kritisiert hatte. Tenor: "Ich möchte mich für meine Ausdrucksweise [...] entschuldigen. Das war unprofessionell." Er habe aus der Emotion heraus gehandelt und seiner Enttäuschung über die verlorenen Positionen Luft gemacht.

© Motorsport-Total.com

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