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Paul di Resta bezeichnete die ersten Tests mit dem Aston Martin als vielversprechend
Paul di Resta bezeichnete die ersten Tests mit dem Aston Martin als vielversprechend © R-Motorsport
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Aufatmen bei Aston Martin: Wieso das erste Feedback von Paul di Resta & Co. Hoffnung gibt und wo man im Vergleich zu Audi und BMW das größte Manko hat

Die Spannung ist groß: Wie stark wird sich Neueinsteiger Aston Martin in der DTM-Saison 2019 präsentieren? Nach den ersten vier Testtagen in Jerez zeigt R-Motorsport-Teamchef Florian Kamelger jedenfalls mit dem Daumen nach oben. "Das Fazit ist sehr positiv", sagt der Südtiroler im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. Inzwischen ist er sicher, dass die Basis des Vantage stimmt: "Unsere Fahrer haben das erste Feedback gegeben, dass es keine groben Überraschungen im Fahrverhalten des Autos und in der Aerodynamik gibt."

Das sind gute Nachrichten, denn schon am 1. April muss der Bolide homologiert werden. Das Team wird zwar kurz davor noch in Estoril einen dreitägigen Sondertest einlegen, was aufgrund des Rückstands von sechs Testtagen auf Audi und BMW erlaubt wurde, Änderungen an der Basis des Boliden sind aber so kurzfristig kaum noch möglich.

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Noch arbeiten Aston-Martin-Lizenznehmer R-Motorsport und Partner HWA, die gemeinsam das Joint-Venture Vynamic bilden, daran, "Schritt für Schritt die entdeckten Kinderkrankheiten, auf die man stößt und die klarerweise da sind, zu erkennen und zu beseitigen", stellt Kamelger klar.

Womit Aston Martin noch kämpft

Im Fokus stand beim ersten Test vor allem der von HWA entwickelte Vierzylinder-Turbomotor, der die DTM-Teams dieses Jahr durch seine Vibrationsanfälligkeit und die Wärmeentwicklung vor deutlich größere Herausforderungen stellt als die V8-Sauger der Vergangenheit.

Die bisher aufgetretenen Schwierigkeiten seien "ein Abbild der Probleme, die Audi und BMW schon im letzten Jahr bei ihren Tests hatten", spricht Teamchef Kamelger von keinen ungewöhnlichen Vorkommnissen.

"Diese Testkilometer haben uns gefehlt. Da ging es um Wärmeentwicklung, um die Integration des Turboladers und solche Dinge." Auch Vibrationen haben eine Rolle gespielt und seien "ein Punkt auf der langen Checkliste. Das ist beim Vierzylinder einfach anders als beim Achtzylinder. Das haben wir aber erwartet."

Aston Martin fehlen Kilometer

Insgesamt habe man in Hinblick auf Fahrbarkeit und Zuverlässigkeit des Motors "wichtige Erkenntnisse gewonnen, die unser Team in den nächsten Tagen und Wochen umsetzen wird", verspricht Kamelger und deutet an, dass in Affalterbach auch in den kommenden zwei Wochen auf Hochtouren gearbeitet wird. "Beim nächsten Test Ende März wird diese Weiterentwicklung dem Auto dann wieder zu Gute kommen. Und wiederum getestet werden."

Auf einen speziellen Bereich, in dem Aston Martin noch auf Audi und BMW aufholen muss, will sich Kamelger nicht festlegen. Das größte Manko sind laut dem Teamchef "die Testkilometer, die Audi und BMW im letzten Viertel des Jahres 2018 mit dem neuen Auto abgespult haben, die bei uns noch ausstehen. Das ist etwas, was wir aufholen müssen. Und das ist der große Punkt in der Evaluierung eines neugebauten Fahrzeugs."

"Ich würde da nicht auf irgendeinen speziellen Punkt eingehen, weil es gilt, alles sauber und strukturiert auszutesten und zu analysieren - und eventuell zu korrigieren." Schon jetzt ist Kamelger aber stolz auf seine Mannschaft: "Unser großer Erfolg in diesem Jahr ist es, dass es dem Team gelungen ist, in nur 90 Tagen ein DTM-Auto vom Erstentwurf bis zum Roll-out auf der Rennstrecke in Jerez zu entwickeln und zu bauen. Da haben alle in der Mannschaft Unfassbares geleistet."

© Motorsport-Total.com

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