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BMW-Pilot Marco Wittmann erlebt derzeit einen Saisonauftakt nach Maß
BMW-Pilot Marco Wittmann erlebt derzeit einen Saisonauftakt nach Maß © LAT
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BMW-Pilot Marco Wittmann setzt sich beim DTM-Auftakt in Hockenheim bei Regen von der Pole durch und beendet Rene Rasts Siegesserie, den Technikpech stoppte

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Die Siegesserie von Rene Rast in der DTM ist beendet! BMW-Pilot Marco Wittmann schnappt sich beim Saisonauftakt 2019 in Hockenheim den Sieg im Regen und sorgt damit dafür, dass es nach sechs Rast-Erfolgen in Serie einen neuen Sieger gibt. Der Deutsche fuhr einen Start-Ziel-Sieg vor Mike Rockenfeller (Phoenix-Audi) und Robin Frijns (Abt-Audi) ein, Rast (Rosberg-Audi) schied nach einem Defekt aus.

"Das war ein perfekter Einstand", jubelt Wittmann als erster Sieger der neuen Turbo-Ära. "Ich glaube, alles hat perfekt gepasst. Es war kein einfaches Rennen unter nassen Bedingungen. Erst hat Mike mich ziemlich unter Druck gesetzt, am Ende Rene." Mit Rasts Aus war die Sache für ihn dann aber entschieden: "Nach seinem Ausfall konnte ich dem Sieg relativ sicher entgegenfahren", so Wittmann. "Ein geiles Gefühl!"

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Wittmann fuhr von der Pole-Position vorne weg und konnte sich sofort einen kleinen Vorsprung vor der Konkurrenz aufbauen, die von Frijns angeführt wurde, der sich am Start auf Rang zwei schieben konnte. Dahinter drohte mit Rockenfeller und Vizemeister Rast bereits weitere Audi-Konkurrenz. Schon nach drei Runden schnappte sich Rockenfeller Frijns in der Haarnadel, gut zehn Runden später war Rast der erste Verfolger von Wittmann.

Rast dreht Glock und scheidet aus

Das Quartett konnte sich gut vom Rest des Feldes absetzen, das bereits nach wenigen Runden einen deutlichen Rückstand hatte. Einzig Timo Glock (RMG-BMW) konnte sich vom Rest abheben und sich nach vorne schieben. Der Deutsche war in der ersten Kurve von Rast gedreht worden und zurückgefallen - die Kommissare entschieden sich jedoch gegen eine Bestrafung des Audi-Piloten, sehr zum Unmut von Glock.

Rast verteidigt sich: "Man konnte das Auto kaum kontrollieren, und wenn jemand von außen vorbeifährt und nach innen reinzieht, dann muss man damit rechnen, dass der Hintere auch Platz braucht", sagt er zu dem Vorfall. "Ich hatte keinen Platz und konnte nirgends hin." Für ihn ist die Sache klar: "Rennunfall!"

Doch Rast sollte noch Ungemach drohen. Als ein möglicher Führungswechsel gegen Wittmann drohte, wurde der Audi des Ex-Meisters plötzlich langsamer. Nach der Sachs-Kurve musste Rast sein Fahrzeug nach 28 Runden in der Wiese abstellen - vermutlich ist ein Getriebeproblem schuld. "Wir hatten bis dahin ein gutes Rennen, aber mit dem Defekt haben wir viele Punkte weggegeben", ärgert er sich. Aber: "Die Pace war gut, wir schauen nach vorne."

Zwölfter Sieg für Wittmann

Wittmann hatte danach frei Bahn für seinen zwölften DTM-Sieg. Er konnte kurz vor Rennende noch seinen Pflichtstopp absolvieren und letztendlich souverän mit 13,7 Sekunden Vorsprung über den Zielstrich fahren. Rockenfeller hinter ihm hatte weitere 21 Sekunden Vorsprung auf Frijns, der nach seinem ersten Formel-E-Sieg am vergangenen Wochenende erneut Grund zum Feiern hatte.

Der dritte Platz des Niederländers war nur kurz gefährdet, als Glock nach dessen Boxenstopp vor ihm wieder auf die Strecke kam. Doch weil die Regenreifen des BMW noch nicht auf Temperatur waren, hatte Frijns leichtes Spiel und sicherte sich Platz drei.

Rang fünf ging an Loic Duval (Phoenix-Audi), der sich zwischenzeitlich einmal durch das Kiesbett gepflügt hatte, vor Sheldon van der Linde (RBM-BMW), der als Sechster der beste Rookie wurde. Bruno Spengler (RMG-BMW) und Nico Müller (Abt-Audi) landeten auf den Rängen sieben und acht, die letzten Punkte gingen an Daniel Juncadella (9./Aston Martin) und Debütant Pietro Fittipaldi (10./WRT-Audi).

Punkte für Aston Martin

Somit konnte R-Motorsport mit Aston Martin gleich beim ersten Rennen in die Punkte kommen, dabei hätte es für den Neueinsteiger deutlich mehr sein können. Paul di Resta hatte mit Startplatz drei eine gute Ausgangsposition, fiel im Laufe des Rennens aber immer weiter zurück. Der Schotte klagte über Probleme mit dem Grip und musste das Rennen schließlich ganz aufgeben.

Rookie Jake Dennis lag bis kurz vor dem Ziel aussichtsreich als bester Aston Martin in den Top 10, doch nach einem Problem beim Boxenstopp, als er lange stehen blieb, wurde er am Ende Elfter - fünf Sekunden hinter den Punkterängen. Ferdinand Habsburg musste sein Auto bereits nach zwei Runden abstellen. "Ich habe einfach auf der Geraden weniger Schub bekommen als erwartet", schildert der Österreicher. "Dann mussten wir das Auto zurück an die Garage holen, um zu schauen, was los ist."

Philipp Eng (RBM-BMW) konnte nach seinen Motoren-Problemen im Training und im Qualifying zumindest die Zielflagge sehen: Er wurde hinter Jamie Green (Rosberg-Audi) und Joel Eriksson (RBM-BMW) 14. Der letzte Platz ging an Jonathan Aberdein (WRT-Audi), dessen mutige Taktik nicht aufging: Er war der einzige Pilot, der es auf Trockenreifen probierte - ein Fehler, wie sich herausstellte.

Morgen steht noch das zweite Rennen des DTM-Auftaktes in Hockenheim an. Dann rechnen die Beteiligten mit komplett anderem Wetter. Es wird Sonnenschein erwartet.

© Motorsport-Total.com

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