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Philipp Eng meldete sich mit der Pole nach einem verpatzen Saisonstart zurück
Philipp Eng meldete sich mit der Pole nach einem verpatzen Saisonstart zurück © LAT
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Auch beim Sonntag-Qualifying der DTM in Hockenheim schlägt BMW zu: Philipp Eng, der bisher Pech hatte, holte vor Samstag-Sieger Wittmann die Pole - Pech für Rast

Trockene Strecke und niedrige acht Grad beim Sonntags-Qualifying der DTM - und das Ergebnis ist eine Riesenüberraschung: Philipp Eng, der am am Freitag und am Samstag wegen eines Elektronikdefekts kaum zum Fahren kam, holte mit einer Bestzeit von 1:28.972 die zweite BMW-Pole, nachdem am Vortag Marco Wittmann zugeschlagen hatte.

Der Sieger des Vortages erwies sich erneut als stark und sorgte mit 0,416 Sekunden Rückstand auf den Österreicher für eine erste BMW-Startreihe.

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"Ich habe gefühlt, es war eine gute Runde, aber das ist unglaublich jetzt. Ich bin so happy!", freut sich Eng über seine zweite DTM-Pole nach dem Lausitzring im Vorjahr. Zum Vergleich: Gary Paffetts Pole-Zeit aus dem Vorjahr war um 3,3 Sekunden langsamer. Darüber hinaus hat sich Eng mit dieser Zeit die schnellste überhaupt von einem geschlossenen Rennwagen in Hockenheim gesichert. Das zeigt die Auswirkung der neuen Turbo-Motoren.

Wittmann zeigt Respekt vor bärenstarker Eng-Zeit

"Meine Jungs haben von vorgestern Morgen bis gestern Abend durchgearbeitet, damit mein Auto wieder funktioniert. Und jetzt konnte ich ihnen ein bisschen was zurückgeben", sagt Eng, der nun seinen Premierensieg anpeilt. "Ich hoffe, dass ich nachher wieder ganz oben stehe."

Auch Wittmann zollt seinem Marken-Kollegen Tribut: "Knapp ist was anderes", ist ihm bewusst, dass vier Zehntel Rückstand in der heiß umkämpften DTM eine Welt sind. "Philipp hat eine Mega-Runde rausgehauen, also Hut ab! Vor allem nach seinen ganzen Problemen am Freitag und Samstag ist es für ihn und für sein Team eine Wohltat, auf Pole zu stehen."

Wo bleibt das starke Audi-Tempo?

Mit seiner eigenen Leistung ist der DTM-Leader zufrieden: "Die erste Reihe ist optimal. Es scheint so, als ob es auch im Trockenen funktioniert. Jetzt kommt es drauf an, wer im Rennen die Reifen am besten managt."

Hinter dem BMW-Duo lauern mit Robin Frijns (+0.740) und Nico Müller (+0,762) zwei Audi-Piloten. Das ist durchaus überraschend, denn bei den Tests erwiesen sich die Ingolstädter im Qualifying-Trimm auf trockener Piste als überlegen. "Nicht das Ergebnis, dass wir uns erhofft haben", bilanziert Audi-Sportchef Dieter Gass.

"Der Abstand zwischen den ersten drei Autos ist auch recht groß. Dahinter ist es wieder sehr eng. Gute Performance von Robin und Nico. Aber wir hatten schon wieder technische Probleme - diesmal mit Rene und Mike. Das können wir bis zum Rennen hoffentlich beheben."

Technikpech für Rene Rast

Nicht optimal lief es für Audi-Star Rene Rast. Der Vizemeister, der am Vortag im Rennen wegen eines technischen Defekts ausfiel, kam nur auf den 16. Platz - mit 1,596 Sekunden Rückstand.

"Es sieht so aus, als ob wir ein Problem mit der Benzinpumpe gehabt hätten, sodass nicht genug Benzin in das Auto gegangen ist", erklärt Rast. "Wir sind dann wohl nur mit viel zu wenig Benzin weitergefahren, und irgendwann ist der Motor natürlich ausgegangen. Das hatte zur Folge, dass er Luft gezogen hat, und dann war nicht mehr genug Zeit für einen zweiten Run, weil das Auto nicht angesprungen ist."

Dazu kommt, dass Rast mit einer ölverschmierten Scheibe unterwegs war. "Spengler ist vor mir gefahren, und ich habe nicht mehr viel gesehen im ersten Run", erklärt der Pechvogel. "Das hat nicht geholfen, aber manchmal hat man mit solchen Problemen zu kämpfen." Zudem räuberte er davor wild über einen Randstein eingangs Motodrom.

Aston Martin am Ende des Feldes

Zumindest einer freut sich über Rasts Pech: Timo Glock, der am Samstag beim Start vom Audi-Piloten abgeschossen wurde und mit 0,938 Sekunden Rückstand auf Platz sechs kam. "Der kommt mir schonmal in Kurve 1 nicht in den Weg", grinst der BMW-Pilot, der sich laut eigenen Angaben in Kurve 2 einen Bremsplatten einfuhr. "Und dann ist mir im letzten Sektor auch noch Jake Dennis im Weg gestanden. Da habe ich drei oder vier Zehntel verloren."

Am Ende des Feldes reihten sich abgesehen von Rast die vier Aston-Martin-Boliden ein: Daniel Juncadella hatte als bester Pilot von R-Motorsport 1,301 Sekunden Rückstand und kam auf Platz 14. Dennis als Letzter hatte nur etwas mehr als zwei Sekunden Rückstand, was zeigt, wie stark die Runde von Pole-Setter Eng war.

© Motorsport-Total.com

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