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Mit Unterstützung des Safety-Cars hat Philipp Eng das erste DTM-Rennen 2019 in Belgien gewonnen - Pech für Führungstrio Spengler, Wittmann und Rast

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Philipp Eng (RBM-BMW) hat am Samstag im ersten der beiden Rennen in Zolder (Belgien) seinen ersten Sieg in der DTM gefeiert. Der Österreicher profitierte von einer für ihn glücklich getimten Safety-Car-Phase und einem entschlossenen Re-Start und gewann vor Teamkollege Joel Eriksson und Nico Müller (Abt-Audi).

Polesetter Marco Wittmann (RMG-BMW) hatte bereits vor dem Start prophezeit: "Es ist auf dieser Strecke wichtig, einen guten Start zu haben." Weil man in Zolder, auf einer kurvenreichen, schmalen Strecke, kaum überholen kann - was sich im Rennen bestätigen sollte. Aber entscheidend war letztendlich das Safety-Car mit dem Re-Start in Runde 19.

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Denn Eng war schon davor zu seinem Pflichtboxenstopp gekommen und lag nach einem gelungenen Manöver gegen Müller hinter Eriksson an neunter Stelle, als das Rennen wieder freigegeben wurde. Den Schweden schnappte er sich aber gleich beim Re-Start, und wenig später war auch Rasts Audi fällig.

Aston-Martin-Defekte stellen Rennen auf den Kopf

Rast, als einer der Favoriten vom zweiten Platz ins Rennen gestartet, schied ein paar Runden später mit einem Motordefekt aus: "Da habe ich schon gemerkt, dass keine Leistung mehr da ist. Und das wurde danach immer weniger", ärgert er sich.

Bis zum Safety-Car lag er am vermeintlich sicheren dritten Platz, hinter Start-Gewinner Bruno Spengler (RMG-BMW) und Polesetter Wittmann. Das Trio schien den Sieg untereinander auszumachen. Doch als in der 13. Runde fast zeitgleich Daniel Juncadella und Jake Dennis (R-Motorsport-Aston-Martin) ausrollten und das Safety-Car aktiviert wurde, stand das Rennen plötzlich Kopf.

Das Safety-Car sammelte das Feld ein, sodass der Vorsprung derer, die noch nicht Reifen gewechselt hatten, eliminiert war. Spengler entschied sich früh zum Boxenstopp, Rast und Wittmann etwas später. Letztendlich wurde Wittmann Siebter und Spengler, der Leader der ersten Rennphase, enttäuschender Zehnter.

Eng nutzt die große Chance souverän

Eng fuhr seinen ersten DTM-Sieg in der (wegen des Safety-Cars um zwei Runden verlängerten) Schlussphase routiniert nach Hause und triumphierte vor Eriksson und Müller, die auf der Ziellinie nur durch 0,2 Sekunden getrennt waren. Duval wurde Vierter, Mike Rockenfeller (Phoenix-Audi) trotz zweier Boxenstopps Fünfter, Jamie Green (Abt-Audi) Sechster.

"Ich bin der glücklichste Mensch der Welt, so happy! Unglaublich, einfach ein geiles Gefühl", funkte Eng noch in der Auslaufrunde aus dem Auto. Er gab zu: "Wir hatten ein bisschen Glück mit dem Safety-Car." Aber: "Wir haben's genutzt! Die letzten fünf, sechs Runden haben sich länger angefühlt als jedes 24-Stunden-Rennen, das ich je gefahren bin. Ich kann's nicht glauben, bin extrem glücklich."

Wittmann kritisiert Safety-Car-Regeln

Als "super ärgerlich" empfindet hingegen Wittmann den Rennausgang: "Das hat die ganze Spitze das Rennen gekostet", schimpft er, noch dazu "wegen einem Hinterbänkler". Wittmann fordert eine Regeländerung in Bezug auf das Safety-Car: "Wenn du hinten stehst, kannst du das Risiko, früh zu stoppen, eingehen gehen. Vielleicht sollte man die Regeln ein bisschen überdenken."

Etwas weiter hinten machte sich Jonathan Aberdein (WRT-Audi) gegen Ende keine neuen Freunde. Zuerst wurde er wegen Abdrängens von Duval von der Rennleitung verwarnt. Dann gab's die schwarz-orange Flagge (Disqualifikation) wegen Schadens an seinem Auto und Gefahr für die anderen Teilnehmer.

Wittmann verteidigt DTM-Führung vor Eng

Ein Thema war auch beim dritten Saisonrennen das Handbremsen-Verbot. Gleich drei Fahrer fabrizierten einen Frühstart und kassierten dafür eine Fünf-Sekunden-Strafe: Robin Frijns (Abt-Audi) lag in der ersten Kurve kurzzeitig auf P4, Pietro Fittipaldi (WRT-Audi) fiel vom elften, Duval vom zwölften Platz zurück. Die Starts seien 2019 "viel schwieriger als letztes Jahr", hatte Wittmann am Grid prognostiziert.

In der Gesamtwertung verteidigt Wittmann mit 43 Punkten seine Führung vor Zolder-Sieger Eng, der nur noch drei Zähler hinter seinem Marken-Kollegen liegt. Auf Rang drei folgt weitere drei Punkte dahinter mit dem Schweizer Müller der beste Audi-Pilot. Frijns (31 Pkt.) fällt von Platz zwei auf Rang vier zurück, während Rast als Sechster bereits 16 Punkte Rückstand hat.

© Motorsport-Total.com

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