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Nico Müller feiert in Misano den zweiten DTM-Sieg seiner Karriere
Nico Müller feiert in Misano den zweiten DTM-Sieg seiner Karriere © Audi
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Audi-Pilot Nico Müller gewinnt das Sonntagsrennen der DTM in Misano: Marco Wittmann scheidet nach Kollision aus, Dreher von Gaststarter Dovizioso

Nico Müller (Abt-Audi) hat das turbulente Sonntagsrennen der DTM in Misano gewonnen und damit seinen zweiten Sieg in der Meisterschaft gefeiert. Der Schweizer überquerte die Ziellinie nach 38 Runden 7,628 Sekunden vor Philipp Eng (RMR-BMW).

Dritter wurde Rene Rast (Rosberg-Audi), der damit seine Führung in der Meisterschaft behauptete, nachdem Marco Wittmann (RMG-BMW), der vor dem heutigen Rennen in der Meisterschaftwertung auf Platz zwei lag, schon in der ersten Runde nach einer von Jonathan Aberdein (WRT-Audi) ausgelösten Kollision mit Rast ausgeschieden war.

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"Das war einfach nur genial. Wir haben extrem hart dafür gearbeitet und lange gewartet. Es wurde echt mal wieder Zeit. Vielleicht war die farbliche Abstimmung meines Autos ein gutes Omen", sagt Müller bei 'Sat.1' in Anspielung auf die Lackierung seines Autos, die an die italienischen Nationalfarben erinnert.

Kollision der Titelrivalen in Runde 1

Vierter wurde Robin Frijns (Abt-Audi) vor Pietro Fittipaldi (Rosberg-Audi). Für den Enkel des zweimaligen Formel-1-Weltmeisters Emerson Fittipaldi, der in Misano den erkrankten Jamie Green vertrat, war es das beste Ergebnis in seiner noch jungen DTM-Karriere. Die Top 10 komplettierten Jimmy Eriksson (RBM-BMW), Aberdein, Bruno Spengler (RMG-BMW), Sheldon van der Linde (RBM-BMW) und Mike Rockenfeller (Phoenix-Audi).

Die mit Blick auf die Meisterschaft brisanteste Szene spielte sich schon in der ersten Runde ab. Während Wittmann nach einem guten Start mit Polesetter Rast um Rang drei kämpfte, griff Aberdein etwas übermotiviert in diesen Zweikampf ein. In Kurve 8 stach der Südafrikaner innen hinein, rammte dabei aber Rast. Dessen Audi prallte daraufhin in den BMW von Wittmann, der auf der Außenbahn fuhr.

Dabei bracht die Lenkung am Auto von Wittmann, an eine Weiterfahrt war nicht zu denken. Der Meisterschaftszweite blieb damit ohne Punkte. "Wir hatten einen guten Start, haben in der ersten Runde gegen Rene um Platz drei gekämpft. Und dann habe ich voll einen Schlag aufs linke Vorderrad bekommen, obwohl ich vor ihm war", sagt Wittmann bei 'Sat.1'. "Es war eine gute Ausgangslage, und dann von den Audis rausgeschoben zu werden, ist sehr ärgerlich." Der Zwischenfall wurde nach dem Rennen von den Sportkommissaren untersucht, aber als Rennunfall eingestuft.

Glück im Unglück beim Reifenschaden für Rast

Rast, der beim Start von der Pole-Position aus hinter seine Markenkollegen Frijns und Müller zurückgefallen war, hatte Glück, dass sein Auto bei der Kollision nicht schwer beschädigt wurde. Innerhalb weniger Runden ging er anschließend an Müller und Frijns vorbei und übernahm die Führung. In Runde 14 hatte dem Champion von 2017 dann Glück im Unglück. Der linke Hinterreifen seines Autos ging kaputt - allerdings zwei Kurven vor der Boxeneinfahrt. So verlor Rast durch den Defekt kaum Zeit.

Allerdings genug, um hinter Müller zurückzufallen, der drei Runden später zum Pflichtboxenstopp kam. Der Schweizer hatte zuvor in Runde 11 die Rolle des ersten Verfolgers von Rast übernommen, nachdem Frijns von seinem Markenkollegen Loic Duval (Phoenix-Audi) umgedreht worden war. Der Franzose bekam dafür eine Durchfahrtsstrafe und verpasste letztlich als Elfter die Top 10.

An der Spitze war der Sieg von Müller im weiteren Rennverlauf nicht mehr gefährdet, doch um Rang zwei kam es zu einem spannenden Kampf zwischen Eng und Rast, bei dem der BMW-Pilot die Oberhand behielt. Mit Rang zwei im heutigen Rennen übernahm Eng auch den zweiten Platz in der Meisterschaft.

Dreher wirft Dovizioso in aussichtsreicher Position zurück

"Wenn man von Platz neun startet, kann man nicht davon ausgehen, dass man in der DTM Zweiter wird", sagt Eng bei 'Sat.1'. "Ich kann mich nur vor meinem Team verneigen, das mich absolut zur richtigen Zeit hereingeholt hat", so Eng, der in Runde 16 zum Reifenwechsel kam. "Und ich habe dann mein bestes getan, den Reifen bei dieser Hitze über die Distanz zu bringen. Das ist mir zum Glück gut gelungen. Ich bin mega-happy über die Punkte und über das Podest."

Rast hingegen haderte mit seinem Rennen. "Es war natürlich kein gutes Rennen", sagt er bei 'Sat.1'. "Ich hatte einen schlechten Start, hatte dann gleich eine Berührung in der ersten Runde. Dann habe ich geführt, habe aber durch den Reifenschaden viele Sekunden verloren, bin im Verkehr rausgekommen. Es war alles nicht ideal, aber Platz drei ist trotzdem gut."

Gaststarter Andrea Dovizioso (WRT-Audi) wurde für eine starke Leistung am Sonntag nicht belohnt. Der MotoGP-Pilot fuhr wie schon am Samstag über weite Strecken konstant gute Zeiten und lag in Reichweite der Punkteränge. Ein Dreher in Runde 31 warf ihn dann aber auf Rang 15 zurück.

Pleiten, Pech und Pannen für Timo Glock

Für Timo Glock (RMR-BMW) endete ein von Pannen überschattetes Rennen schon nach wenigen Runden. "In der Aufwärmrunde kamen die Probleme mit der Servolenkung zurück, die wir heute Morgen im Qualifying hatten. Dann hatte ich auf einmal keine Leistung mehr vom Motor", berichtet Glock, der Runde 3 in die Garage abbog, bei 'Sat.1'.

"Ich bin an die Box, das Team hat versucht das zu reparieren. Ich bin dann wieder raus, aber dann hat das Auto auf einmal angefangen, von alleine in den ersten oder zweiten Gang runterzuschalten. Das Getriebe hat sich nicht gut angehört. Damit war dann Schicht im Schacht", so der frustrierte BMW-Pilot.

Aston Martin musste in Misano gewaltiges Lehrgeld zahlen. Wie schon am Samstag kam keiner der vier Fahrer in die Punkteränge. Besonders enttäuschend verlief das Rennen für Paul di Resta, der seinen Vantage schon nach neun Runden mit einem technischen Defekt abstellen musste.

In der Meisterschaftswertung führt nach dem ersten Saisondrittel Rast mit 93 Punkten vor Eng (83), Müller (76) und Wittmann (68). Als nächstes steht mit den Rennen auf dem Norisring (6. und 7. Juli, jeweils um 13:00 Uhr live in Sat.1 und auf ran.de) einer der Höhepunkte im Rennkalender der DTM auf dem Programm.

© Motorsport-Total.com

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