vergrößernverkleinern
© circuitpics.de
Lesedauer: 4 Minuten
teilenE-MailKommentare

Nico Müller legt im Titelkampf nach: Der Audi-Herausforderer besiegt DTM-Leader Rene Rast im Sonntags-Qualifying auf dem Lausitzring mit Platz drei, Green auf Pole

©

Spannende Ausgangssituation vor dem Sonntagsrennen der DTM auf dem Lausitzring: Nico Müller schlägt seinen Audi-Titelrivalen Rene Rast zum zweiten Mal in dieser Saison aus eigener Kraft und startet mit einem Rückstand von 0,151 Sekunden auf die Pole von Platz drei. Damit verkürzt er seinen Rückstand auf DTM-Leader Rast, der um 0,061 Sekunden langsamer war und Vierter wurde, auf nur noch 13 Punkte.

"Ich bin heute zufriedener mit Platz drei als gestern, auch weil Rene diesmal nicht die drei Zusatzpunkte geholt hat", stellt Müller gegenüber 'ran.de' klar. "Das ist natürlich für die Meisterschaft für uns besser. Ich glaube, Rene hat auch seine Sektoren nicht ganz zusammengebracht, was ich so auf den ersten Blick sehen konnte."

Anzeige

Im 500. DTM-Rennen der Geschichte (ab 14.00 live auf 'ran.de' und auf 'Motorsport-Total.com' im Stream) erwartet Müller einen "spannenden Kampf", in dem Rast durch den Ausfall am Samstag möglicherweise einen strategischen Vorteil hat. "Er hat auf jeden Fall gestern Reifen sparen können. Das spielt ihm vielleicht mehr in die Karten."

Müller vs. Rast: Duell im Reifensparen

Aber auch er habe versucht, "schlau zu agieren und die Reifen nicht zu beanspruchen, wenn es nicht unbedingt nötig war. Ich denke, es war eine gute Entscheidung, ein paar Reifen für das Rennen zurückzuhalten."

Jetzt heißt es, "einen guten Start zu erwischen und um den Sieg kämpfen. Und hoffentlich diese Lücke nach vorn weiter schließen." Wer diesmal gewinnt? "Ich", sagt Müller voll motiviert.

Aber wie analysiert Rast seine Runde? "Platz vier ist Schadensbegrenzung", sagt der DTM-Leader. "Das Wetter hat sich ein bisschen geändert, es ist ein bisschen wärmer. Meine Runde war nicht ganz perfekt, da kommen viele kleine Sachen zusammen. Zwei Zehntel ist in der DTM-Welt viel, aber auf der Strecke ist das nur ganz minimal. Ein kleiner Fehler - und dann sind zwei Zehntel weg."

Rast-Ausfall am Samstag: "Haben alles ausgewechselt"

Daher sei er "happy" mit der eigenen Leistung. Und für das Rennen ist er trotz der Niederlage gegen Müller guter Dinge: "Da ist noch viel drin. Wenn wir wieder einen guten Start haben, hoffen wir, dass wir wieder nach vorn kommen, aber Hauptsache heute mal durchfahren."

Nach dem Ausfall der Drehzahlsensoren suchte die Rosberg-Audi-Mannschaft am Samstag noch lange nach dem Fehler bei Rasts Auto. Allerdings ohne Erfolg, wie Rosberg-Audi-Teamchef Arno Zensen gegenüber 'ran.de' klarstellt: "Einen richtigen Grund haben wir nicht gefunden, wir haben aber sicherheitshalber alles gewechselt. Das war natürlich mehr Arbeit."

Die Pole sicherte sich Rasts Rosberg-Audi-Teamkollege Jamie Green, der schon im ersten Versuch in 1:39.397 die Bestzeit fuhr, die er danach nicht mehr verbessern musste. Er setzte sich um 0,101 Sekunden gegen den immer wieder im Qualifying auftrumpfenden WRT-Audi-Piloten Jonathan Aberdein durch, der als einziger Pilot an der Spitze seine Zeit am Ende verbesserte.

Wittmann mit dem Rücken zur Wand

Durch Müllers Teamkollegen Robin Frijns hat Audi im zweiten Rennen auf dem Lausitzring fünf Boliden an der Spitze, ehe mit dem Meisterschafts-Dritten Marco Wittmann auf Platz sechs der beste BMW-Pilot folgt.

Er hofft auf einen "ähnlich guten Start wie gestern", als er sich auf Platz drei nach vorne katapultierte. "Dann kann ich vielleicht die Audis wieder unter Druck setzen." Wittmann weiß aber, dass er mit einer schwierigen Ausgangssituation konfrontiert ist, denn der BMW-Pilot ist Timo Glock auf Platz neun.

"Am Ende sind sie natürlich strategisch besser aufgestellt mit so vielen Audis. Wir haben aber immerhin gezeigt, dass wir mit dem BMW-Paket das Maximum herausholen, auch wenn wir gegen die Konkurrenz da vorne im Moment nicht so wirklich Land sehen."

Aston Martin am Ende des Feldes

Dennoch gibt Wittmann nicht auf. Denn wie das Samstagrennen gezeigt hat, kann einer seiner Rivalen rasch punktelos bleiben: "Wir kommen dem Saisonende näher, und da wird auch die Haltbarkeit mehr und mehr zum Thema. Von daher: Wir bleiben fokussiert und kämpfen, aber es ist natürlich kein einfacher Kampf."

Bitter für BMW: Der Österreicher Philipp Eng, der sich mit 70 Punkten Rückstand immer noch theoretische Titelchancen ausrechnen darf, kam über Startplatz 13 nicht hinaus. Aston Martin liegt auch diesmal am Ende des Feldes: Paul di Resta ist mit 1,158 Sekunden schnellster Pilot der Neueinsteiger, die sich auf dem Lausitzring schwer tun.

© Motorsport-Total.com

Nächste Artikel
previous article imagenext article image