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Wie es um Gerhard Bergers Pläne steht, im Zuge der Internationalisierung den Namen der DTM zu ändern, und wie die Hersteller zum Vorhaben stehen

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Vor dem 500. Rennen der DTM-Geschichte, das am Sonntag auf dem Lausitzring stattfindet, kündigt Boss Gerhard Berger an, dass man nach wie vor plant, den Namen der seit 35 Jahren existierenden Traditionsserie zu ändern. "Wir arbeiten daran", stellt der Österreicher gegenüber 'Motorsport-Total.com' klar. Wann die Änderung geplant ist? "2021", antwortet Berger.

Ursprünglich war geplant gewesen, bereits 2020 unter einem neuen Namen zu starten, doch den Verantwortlichen ist bewusst, dass man damit eine etablierte Trademark aufgibt und ein Wechsel wohlüberlegt sei. "Wir haben immer den Fokus, den deutschen Kern nicht zu verletzen", bestätigt Berger, der weiß, wie wichtig die Nähe zu Deutschland für die Besucherzahlen ist.

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Laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' wurde eine Agentur beauftragt, um Vorschläge zu erarbeiten, die es ermöglichen sollen, die DTM auch außerhalb Deutschlands besser zu verkaufen. Vor allem das "D" im Namen sieht man dabei in Hinblick auf die Internationalisierung als Einschränkung.

BMW in Hinblick auf deutschen Markt gelassen

Denn mit der Öffnung für andere Länder und Märkte will Berger nach Neuzugang Aston Martin auch andere internationale Hersteller anlocken. Auch das Class-1-Reglement, das die DTM gemeinsam mit der japanischen Super-GT-Serie teilt und den Herstellern ermöglicht, mit ihren Autos in beiden Serien anzutreten, gehört zu diesem Plan.

Während vor allem Aston die Internationalisierung der DTM für Aston Martin eine Grundbedingung ist, unterstützen auch die beiden etablieren Hersteller die Pläne, den Namen zu ändern. Für BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt ist es die Aufgabe der DTM-Dachorganisation ITR, die Rennserie "für weitere Hersteller zu öffnen und fit für eine internationale Zukunft zu machen."

Und zwar "auch in Ländern, in denen der Name DTM nicht so bekannt ist und die vielleicht bisher auch wegen des deutschen Bezuges etwas verhalten waren", stellt Marquardt gegenüber 'Motorsport-Total.com' klar. "Wir glauben, dass für die deutschen Fans, sollte es zu einer Namensänderung kommen, letztlich nach wie vor das Produkt entscheidend ist, der Kern der Rennserie. Und das, wofür die Serie steht, muss auch ein möglicher neue Name zum Ausdruck bringen."

Name wurde bereits dreimal geändert

Bei Audi sieht man das ähnlich. Man stehe einer Namensänderung "offen gegenüber", stellt ein Sprecher der Ingolstädter gegenüber 'Motorsport-Total.com' klar, solange es sich dabei nicht um einen Schnellschuss handle, was negative Auswirkungen für die Bekanntheit der traditionsreichen Tourenwagenserie haben könnte.

Apropos Tradition: Die DTM, die 1984 in Zolder ihr erstes von bislang 498 Rennen durchführte, hat bereits mehrere Namensänderungen hinter sich. In den ersten beiden Jahren startete man als Deutsche Produktionswagen-Meisterschaft, ehe man den Namen in Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft änderte. Da man 1996 den WM-Status erlangte, wurde abermals der Name geändert - in International Touringcar Championship (ITC).

Durch die enormen Kosten wurde die Serie Ende 1996 eingestellt, seit dem Neustart im Jahr 2000 heißt die DTM Deutsche Tourenwagen-Masters.

© Motorsport-Total.com

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