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Marco Wittmann wurde ein zweites Mal an die Box geholt - falsche Entscheidung
Marco Wittmann wurde ein zweites Mal an die Box geholt - falsche Entscheidung © LAT
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Marco Wittmann bezeichnet die Entscheidung seines Teams zum zweiten Boxenstopp als falsch, zeigt aber Verständnis: BMW musste ein Risiko eingehen

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Es war ein Risiko, das sich letztlich nicht auszahlte: BMW entschloss sich im Sonntagsrennen in Brands Hatch, Marco Wittmann während einer Slow Zone auf Start/Ziel zu einem zweiten Stopp an die Box zu holen. "Das war eine Fehlentscheidung", urteilt Wittmann nachdem Rennen.

Weil alle Fahrzeuge auf der Strecke in langsamer Fahrt über die Zielgerade rollten, war der Zeitverlust an der Box geringer. BMWs einzig verbliebene Titelhoffnung fiel dennoch von einem sechsten Platz (mit älteren Reifen als die vor ihm liegenden Audis) auf Position zwölf zurück.

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Letztlich machte er einen Platz selbst gut und bekam einen durch den Dreher von Jonathan Aberdeen geschenkt. Platz zehn war aber nicht das, was sich BMW und sein Team RMG erhofft hatten.

"Der Call kam vom Team, aber scheinbar ist er nicht aufgegangen", sagt der zweimalige DTM-Meister. "Wir waren zu diesem Zeitpunkt auf Rang sechs, sind dann auf zwölf zurückgefallen und haben zumindest noch einen Punkt geholt." Der Überschuss auf neuen Reifen war in der Schlussphase einfach nicht groß genug.

Dennoch leistete er zum Zeitpunkt der Entscheidung, die innerhalb weniger Sekunden fallen musste, keinen Widerstand. "Du hast ja nicht ganz den Überblick, was den Reifenverschleiß angeht, wie die Abstände sind."

"In dem Fall kam eben der Call vom Team, während der Slow-Zone hereinzukommen. Den Sinn dahinter habe ich schon verstanden, weil du während der Slow-Zone weniger Zeit verlierst. Aber am Ende haben wir die Plätze und die verlorene Zeit nicht mehr gutmachen können.

Marquardt: Risiko war es wert

BMW-Motorsportchef Jens Marquardt führt das Risiko auf das schlechte Abschneiden im Qualifying zurück, als BMW acht Audis den Vortritt lassen musste: "Das war das erwartet schwierige Rennen. Im Qualifying haben wir uns das Leben sehr schwer gemacht."

"Wir haben es zwar am Ende noch einmal mit einem Stopp in der Slow-Zone probiert, um dann nochmal maximal anzugreifen. Das war ein bisschen ein Risiko, aber das war es wert. Das ist leider am Ende nicht ganz belohnt worden. Er hat gut aufholen können, aber zum Überholen hat es zum Schluss nicht mehr gereicht."

BMW geht mit den Plätzen fünf (Philipp Eng), sieben (Sheldon van der Linde) und dem zehnten Platz von Wittmann nach Hause. "Das ist natürlich eine magere Ausbeute", fasst Marquardt zusammen. "Aber das war das Maximum, was wir noch herausholen konnten."

"Man hat aber gesehen, dass wir im Rennen eigentlich das schnellere Auto sind, deswegen müssen wir uns anschauen, was wir da im Qualifying haben liegen lassen und sehen, dass wir das für den Lausitzring wieder geradebiegen. Man muss schauen, dass man sich vorne qualifiziert, damit man es im Rennen umsetzen kann."

Der Einschätzung schließt sich übrigens Rennsieger Rene Rast an: "Wir haben gesehen, dass die BMW heute schneller waren. Philipp und Sheldon haben aufgeschlossen. Daher war die Pace vielleicht nicht so überragend wie gestern, aber ich bin trotzdem mega-happy mit den 25 Punkten."

© Motorsport-Total.com

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