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Der Norisring-Veranstalter fürchtet eine Absage des DTM-Auftakts: Warum die Entscheidung schon am Mittwoch fällt und wieso man kaum Auswege sieht

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Am vergangenen Mittwoch wurde der überarbeitete DTM-Kalender präsentiert, der erstmals in der Geschichte einen Saisonauftakt auf dem legendären Norisring von 12. bis 14. Juli vorsieht. Doch in Nürnberg hat man angesichts der Coronavirus-Pandemie große Zweifel, dass das Rennen tatsächlich wie geplant über die Bühne gehen wird.

"Mein Bauchgefühl sagt, dass wir das Rennen absagen müssen", erklärt Wolfgang Schlosser, erster Vorstand des Veranstalters Motorsport Club Nürnberg (MCN), gegenüber 'nordbayern.de'. Bereits am kommenden Mittwoch soll die Entscheidung über eine Austragung des Rennens fallen.

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Die Absage des Rennens würde den MCN zwar hart treffen, noch schlimmer wäre es allerdings, wenn man jetzt Geld ausgibt und die Veranstaltungen dann nicht stattfinden kann. Die Skepsis des Veranstalters hat auch damit zu tun, dass die Verträge mit den Partnern des Rennens demnächst abgeschlossen werden müssen.

Und die Rahmenbedingungen beim Klassiker auf dem schnellen Straßenkurs sind deutlich komplizierter als auf anderen Rennstrecken: Der Aufbau, der zwei Wochen vor der Veranstaltung beginnt, ist ähnlich wie beim Formel-1-Rennen in Monaco ein Kraftakt, den man erst mal finanziell stemmen muss.

"Wir sind nicht der Hockenheimring, wo man eine Woche vorher die Türen aufsperrt oder auch nicht", stellt Schlosser klar. 600 Arbeiter sind am Aufbau beteiligt, insgesamt kommt man auf 10.000 Arbeitsstunden, damit das Areal am Dutzendteich rund um die legendäre Steintribüne für die DTM vorbereitet werden kann.

Dazu kommt, dass das Norisring-Rennen ein absoluter Publikumsmagnet ist: Im Vorjahr wurden 130.000 Besucher gezählt, im Jahr davor auch immerhin 123.000. Ob derartige Großveranstaltungen im Freistaat Bayern, der mit 10.180 bestätigten Coronavirus-Infektionen und 59 Todesfällen deutschlandweit Stand Samstagmorgen in der Bundesländer-Statistik auf Platz zwei liegt, ist mehr als fraglich.

Ein letzter Hoffnungsschimmer wäre eine Verschiebung des Rennens. Auch darüber soll in den nächsten Tagen noch einmal nachgedacht werden. Doch auch das gestaltet sich angesichts des dichten DTM-Kalenders - statt fünfeinhalb Monaten sind nur vier Monate für zehn Rennwochenenden vorgesehen - als schwierig. Und selbst dann "glaube ich nicht, dass die Menschen in der aktuellen Lage als erstes Geld für ein Autorennen ausgeben", fürchtet Schlosser.

© Motorsport-Total.com

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