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Nach BMW wird auch Audi 2020 sein Testauto in der DTM einsetzen: Wie sich Ferdinand Habsburg im Duell um das Cockpit gegen Sergei Sirotkin durchsetzte

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Jetzt steht es fest: Der Österreicher Ferdinand Habsburg erhält das letzte verfügbare DTM-Cockpit für die Saison 2020 und wird neben den Rookies Ed Jones und Fabio Scherer für das Audi-Kundenteam WRT starten. Das hat WRT-Audi in einer Pressemitteilung bekanntgegeben.

"Es freut mich, dass wir ein drittes Auto einsetzen werden", sagt WRT-Audi-Teamchef Vincent Vosse. "Als sich die Möglichkeit aufgetan hat, haben wir sofort reagiert."

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Auch Habsburg freut sich über die Möglichkeit, im amtierenden Meisterauto Platz nehmen zu dürfen: "Der RS 5 war schon im Vorjahr wirklich beeindruckend. Ich kann es gar nicht mehr erwarten, ihn zu fahren. Und die Tatsache, dass ich so ein renommiertes Team hinter mir habe, gibt mir die Zuversicht, dass das meine beste Saison werden könnte."

DTM-Feld für 2020 komplett

Bei Habsburgs RS 5 handelt es sich um den bisherigen Testträger, der nach dem R-Motorsport-Ausstieg - auch auf Bestreben von DTM-Boss Gerhard Berger - einsatzbereit gemacht wurde.

Damit setzt Audi 2020 insgesamt neun Boliden (sechs Werks-, drei Kundenautos) ein, die Anzahl der DTM-Fahrzeuge für die kommende Saison steigt auf 16. Dabei wird es auch bleiben, denn der BMW-Testträger wird von Robert Kubica genutzt - mehr Autos stehen nicht zur Verfügung.

Der 22-jährige Habsburg darf nach der Bekanntgabe aufatmen, denn nach dem R-Motorsport-Ausstieg stand der Urenkel des letzten österreichischen Kaisers plötzlich ohne Cockpit für 2020 da. Und Mitte März sind die meisten Plätze bei den Teams bereits besetzt. Habsburg hat sich aber im Duell um den verbleibenden WRT-Audi-Sitz gegen den Russen Sergei Sirotkin durchgesetzt und wird bereits beim Test kommende Woche im Auto sitzen.

Sirotkin verliert Duell gegen Habsburg

Der russische Ex-Formel-1-Pilot galt als attraktiver Kandidat, da er wie Habsburg das nötige Geld mitgebracht hätte, um den Einsatz eines zusätzlichen Autos zu ermöglichen. Dazu kommt, dass die DTM diese Saison nach drei Jahren Pause mit dem Rennen auf dem Igora-Drive-Kurs vor den Toren St. Petersburgs wieder nach Russland zurückkehrt. Dennoch geht Sirotkin leer aus.

Habsburg, der in seiner ersten DTM-Saison drei Punkte holte, aber zu Saisonende im Qualifying eine aufsteigende Formkurve zeigte, war bereits vor einem Jahr Kandidat bei WRT-Audi. Die Absichtserklärung, die Saison für die belgische Mannschaft zu bestreiten, war bereits von beiden Seiten unterschrieben, ehe Habsburg Teamchef Vosse drei Tage vor dem Young-Driver-Test einen Korb gab und bei R-Motorsport andockte.

Die Folge war ein Rechtsstreit, den man aber außergerichtlich löste. "Natürlich ist das unangenehm gelaufen, aber ich habe seitdem öfter mit Vincent gesprochen, und da gibt es überhaupt kein böses Blut", kommentiert Habsburg die leidige Vertragscausa. "Er ist ein super Kerl, wir verstehen uns gut, und am Ende ging es um nichts Persönliches."

Wie Habsburg WRT-Audi-Teamchef Vosse beeindruckte

Auch Teamchef Vosse lässt keinen Zweifel daran, dass die Unstimmigkeiten bereinigt wurden. "Mir ist Ferdinand zum ersten Mal in Macao im Jahr 2017 aufgefallen", verweist er auf die Sternstunde des damaligen Formel-3-Piloten, der nach einer tollen Aufholjagd mit einem mutigen Überholmanöver in der letzten Kurve in Führung ging, aber in der Mauer landete.

"Er fuhr an jenem Tag ein großartiges Rennen und kämpfte bis zur letzten Kurve um den Sieg. Das hat mich beeindruckt, und wir waren vor nicht allzu langer Zeit in Kontakt. Er ist ein talentierter, schneller und intelligenter Fahrer, und ich mag seine Herangehensweise an den Rennsport. Mit einem Jahr DTM-Erfahrung wird er sicher eine Bereicherung für unser Team sein."

Warum Habsburg weiter auf die DTM setzt

Habsburg ist ebenfalls guter Dinge. "Wenn man seinen Traum lebt, dann ist die Realität nie so gut wie die Vorstellung, sagt man, aber die DTM hat mich nicht enttäuscht", sagt der frischgebackene WRT-Pilot. "Ich glaube, dass ich im Vorjahr gute Arbeit gemacht habe und die Saison stark beendet habe. Daher war ich entschlossen zurückzukehren und das weiterzumachen, was ich angefangen habe."

WRT-Audi bedeutet für Habsburg auf jeden Fall einen Aufstieg: Die Truppe aus Baudour stieg 2019 als erstes Privatteam der Neuzeit in die DTM ein und mischte rasch die Werksteams auf.

Vor allem Jonathan Aberdein, der nach seinem Rookiejahr den Sprung zum BMW-Werksfahrer geschafft hat, sorgte mit drei Qualifying-Ergebnissen unter den Top 3 für Aufsehen und wurde mit 67 Punkten Zehnter in der Gesamtwertung. Mit 79 Punkten hatte WRT-Audi am Ende mit zwei Piloten mehr Punkte auf dem Konto als R-Motorsport mit vier Fahrern.

© Motorsport-Total.com

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