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Warum der Norisring-Veranstalter MCN trotz des Verbots von Großveranstaltungen um den DTM-Auftakt kämpft und wie Lokalmatador Wittmann dazu steht

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Der Motorsport Club Nürnberg (MCN) kämpft trotz des Verbots von Großveranstaltungen in Deutschland bis Anfang September um die Durchführung des Norisring-Klassikers am 11. und 12. Juli 2020 - und zwar als TV-Spektakel vor einer Geisterkulisse.

Das Ziel: Wenn nicht mehr als 1.000 Menschen im Fahrerlager vor Ort sind, dann könnte man es schaffen, nicht von der Corona-Veranstaltungsregelung betroffen zu sein.

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Das ist die Grenze, die vom Senat - die Berliner Landesregierung - für die Bundeshauptstadt bereits beschlossen wurde und auch in anderen Bundesländern als vorstellbarer Richtwert gilt. Ministerpräsident Markus Söder hat die Regelung für Bayern noch nicht konkretisiert.

Norisring: Warum "Geisterrennen" besser wäre als Absage

Eine Durchführung der Rennen, die ohne Publikum und somit durch den Wegfall von Tribünen und anderen Einrichtungen weniger als eine Million Euro kosten würde, wäre auch für Veranstalter MCN ein möglicher Rettungsanker, zumal man auf Unterstützung durch die DTM-Dachorganisation ITR hofft.

Dazu kommt, dass man mit einer Austragung als eine der ersten Veranstaltungen nach dem Lockdown auf viel mediale Aufmerksamkeit und starke TV-Zahlen hoffen dürfte. Der Werbewert für die DTM-Hersteller wäre nicht zu unterschätzen.

Bei einer Absage wäre hingegen für den MCN "kein Geld da zum Überleben", da man auf den jährlichen Kosten für die Lagerung des Streckenmaterials von 140.000 Euro sitzen bleiben würde, warnt MCN-Vorstand Wolfgang Schlosser gegenüber 'nordbayern.de' vor der Pleite. "Wir müssten zum Bittsteller werden."

Auch Wittmann spricht sich für "Geisterrennen" aus

"Es bleibt unser Ziel, das Norisring-Speedweekend durchzuführen, sobald dies unter gesundheitlichen und sicherheitstechnischen Gesichtspunkten möglich und vertretbar ist", hatte der MCN, der im ständigen Austausch mit den Behörden und der DTM-Dachorganisation ITR steht, vor zehn Tagen kommuniziert.

Aber was sagt eigentlich BMW-Pilot und Lokalmatador Marco Wittmann zu einer möglichen Austragung als sogenanntes "Geisterrennen"? "Wenn uns ein solches Rennen ohne Zuschauer ermöglicht, in die Motorsportsaison zu starten, dann wäre es vielleicht schon die Überlegung wert, dies zu machen", kann der 30-Jährige, der sogar MCN-Mitgleid ist, dem Vorhaben gegenüber 'nordbayern.de' etwas Positives abgewinnen.

"Letzten Endes bin ich Racer durch und durch, mit voller Leidenschaft, und mir blutet gerade das Herz, dass wir momentan keine Rennen fahren können. Daher könnte ich auch mit einem Geisterrennen leben, auch wenn es natürlich sehr schwer wäre, ohne Fans fahren zu müssen. Gerade am Norising."

Wittmann hofft selbst bei Absage auf Norisring-Zukunft

Gerade in Zeiten von Corona wäre eine Durchführung selbst ohne Zuschauer ein positives Signal: "Die Fans würden sich auch freuen, wenn sie Motorsport wenigstens im Fernsehen verfolgen könnten. Ich denke, die Unterstützung wäre am Fernseher genauso groß - und wir könnten den Fans zumindest über die Bildschirme eine Show bieten."

Ob er fürchtet, dass eine Absage das Ende des Traditionsrennens bedeuten könnte, das seit 1959 jedes Jahr stattfand? "Momentan ist alles schwer vorherzusehen", will er sich nicht festlegen.

"Aber: Ich liebe den Norising, und ich hoffe, dass der Norising auch dann eine Zukunft hat, falls es in diesem Jahr eine Pause gibt und die Rennveranstaltung dort in dieser Saison nicht stattfinden kann." Eine Saison ohne Norisring sei für den 30-jährigen Fürther "fast unvorstellbar".

© Motorsport-Total.com

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