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Nach nur zwei Monaten als Teamchef ist Kimmo Liimatainen bei Rosberg-Audi mit der Coronakrise konfrontiert: Wie er und das DTM-Meisterteam damit umgehen

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Am 1. Februar übernahm Kimmo Liimatainen bei Rosberg-Audi das Zepter von Langzeit-Teamchef Arno Zensen, der in den Ruhestand geht. Nur zwei Monate später ist Rene Rasts Teamchef durch die Coronavirus-Epidemie plötzlich mit der größten Herausforderung seiner Karriere konfrontiert. "Das ist ziemlich uncool", sagt der 41-jährige Finne im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Aber wenn ich das jetzt überstehe, dann habe ich schon eine ziemlich harte Prüfung hinter mir."

Wie er persönlich damit umgeht? "Ich versuche schon, das positiv zu sehen, denn es nutzt jetzt nichts, herumzuheulen. Wir tun, was wir können, damit es besser wird, auch wenn wir nicht viel beeinflussen können."

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Derzeit kann niemand sagen, wann die DTM-Saison 2020 wirklich gestartet wird. Und wenn es weniger oder im schlimmsten Fall gar keine Rennen gibt, dann wird auch das Audi-Werksbudget der Rosberg-Truppe gekürzt. Aus diesem Grund musste Liimatainen am 1. April für die 20 Mitarbeiter Kurzarbeit anmelden - zunächst für zwei Monate.

Liimatainen: Unterstützung durch Zensen und Rosberg

Der ehemalige Rennfahrer geht aber nach wie vor täglich ins Büro, um den Laden am Laufen zu halten. "Den einen oder anderen Monat" könne man einen derartigen Shutdown schon noch "überleben", lautet seine Einschätzung. Diese falle ihm aber auch wegen seiner mangelnden Erfahrung schwer: "Ich bin Rookie und relativ neu in dieser Position."

Ob er viel Kontakt zu Vorgänger Zensen habe, der nach wie vor als Berater bei Rosberg-Audi aktiv ist? "Ja, ich kann ihn jederzeit fragen, wenn ich Fragen habe", antwortet Liimatainen. "Das ist super für mich, dass dieser Übergang so läuft, aber in der aktuellen Situation hilft das auch nur eingeschränkt, weil es so etwas noch nie gegeben hat."

Zensen habe für ihn als Teamchef in der Krise dennoch Vorbildwirkung: "Das liegt an der Art und Weise, wie er das Team geführt hat. Er wurde nie hektisch und ist immer ruhig geblieben. Das hat sicher auch mit seiner Lebenserfahrung zu tun, denn Arno hat viel durchgestanden." Zudem steht Liimatainen in engem Kontakt mit Teambesitzer Keke Rosberg und dessen Sohn Nico Rosberg.

"Wichtig, dass es überhaupt weitergeht"

Aber wie reagiert die Mannschaft, die bereit war für den Saisonstart, auf die ungewisse Zukunft? " Momentan ist die Stimmung noch ganz gut", meint Liimatainen, der selbst seit 20 Jahren beim Rennstall von Keke Rosberg in Neustadt an der Weinstraße arbeitet. "Man weiß, wie der andere tickt. Wir versuchen, uns gegenseitig zu motivieren und wissen alle, dass die Situation schwierig ist."

Das gelte aber nicht nur für den Motorsport, sondern für das ganze Leben. "Die Mitarbeiter wissen, dass ich alles mache, damit es weitergeht", sieht er die Mannschaft hinter sich. Wie wichtig es ist, dass die DTM im Juli, wie durch den überarbeiteten Kalender vorgesehen, in die Saison startet? "Allgemein ist es wichtig, dass es überhaupt weitergeht. Ob das dann Juli oder August ist, werden wir sehen", meint Liimatainen.

© Motorsport-Total.com

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