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In Assen gibt man die Hoffnung nicht auf, im September ein DTM-Rennen vor Publikum durchzuführen, obwohl der Gesundheitsminister andere Pläne hat

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Der TT Circuit in Assen schließt trotz der Coronakrise und eines Verbots von Großveranstaltungen in den Niederlanden nicht aus, am 5. und 6. September DTM-Rennen vor Publikum durchzuführen. "Wir hoffen nach wie vor auf Rennen vor Zuschauern", erklärt Promoter Lee van Dam im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'.

Man erhalte diesbezügliche viele telefonische Anfragen, auch das Interesse an Hospitality-Paketen sei groß. "Es wäre sehr schade, wenn es nicht dazu kommt."

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Dennoch ziehe man derzeit als zweites Szenario auch DTM-Rennen vor einer Geisterkulisse in Betracht - und zwar ebenfalls für den ursprünglich geplanten Termin. "Ob wir das erste Szenario umsetzen können, wird sich in den kommenden Wochen klären. Erst dann wissen wir, was wir machen."

Regelung in den Niederlanden strenger als in Deutschland

Die Aussage kommt überraschend, denn vor mehr als zwei Wochen teilte der auch für den Sport zuständige Gesundheitsminister Hugo de Jonge in einem Brief mit, dass Großveranstaltungen wegen der Coronavirus-Pandemie in den Niederlanden erst wieder über die Bühne gehen dürfen, "wenn es einen Impfstoff gibt". Eine Regelung, die für Wirbel sorgte und deutlich weitreichender ist als in Deutschland, wo dies vorerst nur bis Ende August gilt.

Doch damit will sich Van Dam nicht abfinden. "Die Erklärung von Minister De Jonge war etwas verfrüht", reagiert der Niederländer. "Er hat sie einen Tag später teilweise zurückgenommen. Und das zurecht. Man kann nicht einfach nach vorne preschen und sagen, dass große Veranstaltungen erst wieder erlaubt sind, wenn es einen Impfstoff gibt."

Bei der Premiere im Vorjahr lockte die DTM immerhin 38.000 Zuschauer nach Assen, was auch auf die Nähe zu Deutschland zurückzuführen ist. Daher würde Assen auch in ein Konzept der DTM-Dachorganisation ITR passen, sich beim kommenden Kalenderentwurf vorrangig auf Rennen in und um Deutschland zu konzentrieren.

"Geisterrennen" nur bei Entschädigung durch DTM

Im Hintergrund laufen bereits Planungen, die gewährleisten sollen, dass die eineinhalb Meter Abstand auf den Tribünen eingehalten werden können. Doch das ist bei weitem nicht die einzige Herausforderung: Denn vor allem im Einlassbereich ist die Gefahr groß, dass es zu einem Gedränge kommt und die Abstandsregeln verletzt werden.

Van Dam ist zuversichtlich, dass auch die ITR an einem Rennen mit Zuschauern - sollte das doch irgendwie umsetzbar sein - interessiert ist. "Die DTM generiert ihre Einnahmen durch Sponsoren und aus dem Ticketverkauf", sagt Van Dam. "Wenn eine Hälfte wegfällt, dann wird es auch für die DTM schwierig. Sie werden also sicher nach Möglichkeiten suchen, im späteren Verlauf der Saison Rennen vor Publikum durchzuführen."

Für den ersten Teil der Saison, die laut dem aktuellen Kalender immer noch am 11. und 12. Juli auf dem Norisring in Nürnberg beginnen soll, wären "Geisterrennen" aber durchaus sinnvoll, meint Van Dam. "Die DTM hat Verpflichtungen gegenüber den Teams, den Werken und einer Reihe von großen Sponsoren. Ich kann mir vorstellen, dass sie mit Rennen ohne Publikum leben könnten, solange diese im Fernsehen übertragen werden."

Auch für Assen wäre ein Rennen vor einer Geisterkulisse nicht undenkbar, "solange es eine Entschädigung für uns gibt". Das liegt daran, dass sich die DTM-Veranstalter die Erlöse aus dem Ticketverkauf, der in diesem Fall wegfallen würde, normalerweise mit der ITR teilen.

© Motorsport-Total.com

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