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München - Mick Schumacher kann am Wochenende in Bahrain seinen Formel-2-Titel perfekt machen. Eine Entscheidung über die Zukunft in der Königsklasse steht aber noch aus.

Als Ferrari-Teamchef Mattia Binotto Ende Oktober gefragt wurde, wann es denn eine Entscheidung bezüglich der Zukunft von Mick Schumacher geben würde, war seine Antwort klar: "Ich denke nicht, dass wir die letzten Formel-1-Rennen in Bahrain und Abu Dhabi abwarten."

Demnach wolle das Team "in den kommenden Wochen" entscheiden.

Mehrere Wochen sind seit dieser Aussage vergangen, das erste von zwei Rennen in Bahrain findet bereits am kommenden Wochenende statt (Service: Der Rennkalender der Formel 1).

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In der Causa Schumacher hat sich dennoch - zumindest offiziell - nichts getan.

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Schumacher mit Vorsprung in der Meisterschaft

Dabei biegt die Motorsport-Saison bereits auf ihre Zielgerade ein. Am Wochenende steigen im Rahmen der Königsklasse die nächsten Formel-2-Rennen – für Mick Schumacher erneut eine Chance, sich zu beweisen. Mit ein wenig Glück könnte es für den Sohn von Michael Schumacher sogar schon zur Meisterschaft reichen.

Vier Rennen vor dem Ende hat der Youngster 22 Punkte Vorsprung auf seinen ersten Verfolger Callum Illott. In den noch ausstehenden Umläufen sind noch bis zu 96 Punkte zu vergeben (mit Bonuspunkten für Pole Positions und schnellster Rennrunde).

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Würde es Schumacher am ersten Renn-Wochenende gelingen, seinen Vorsprung auf 48 Punkte auszubauen, wäre ihm der Titel nicht mehr zu nehmen. Theoretisch kommen neben ihm und Verfolger Illott aber auch noch sieben weitere Fahrer für den Titel in Frage.

Teilnahme am Young-Driver-Test

"Ich glaube, dass die Meisterschaft immer noch sehr offen ist. 22 Punkte Vorsprung sind gut. Man kann damit arbeiten. Aber es ist auf jeden Fall nicht genug, um sich auszuruhen", erklärte Schumacher in einem YouTube-Video, das auf Formel1.de veröffentlicht wurde. Dennoch hat der Deutsche die besten Chancen.

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Die vier Rennen im arabischen Emirat sind aber nicht die letzten Auftritte von Schumacher in dieser Saison. Wie Ferrari am Mittwoch bekannt gab, nimmt der 21-Jährige am Young-Driver-Test nach dem F1-Saisonfinale in Abu Dhabi teil.

Während die Scuderia bereits erklärte, für welche Teams die anderen beiden Piloten aus der Ferrari Driver Academy bei diesem Event fahren, ließen sie den Rennstall von Schumacher offen. Unter Experten wird aber erwartet, dass er für Haas auf die Rennstrecke gehen wird. Jenem Team also, für das er nach SPORT1-Informationen auch in der kommenden Formel-1-Saison fahren wird.

Haas würde sich über Schumacher freuen

"Da wäre ich bestimmt nicht dagegen", antwortete Haas-Teamchef Günther Steiner im AvD Motorsport Magazin auf SPORT1 auf die Frage, ob er Schumacher nehmen würde, bei n-tv sprach er gar von einer "Ehre".

Eine Bereicherung für die Königsklasse wäre Schumacher in jedem Fall: "Wer möchte nicht gern einen Schumacher zurück in der Formel 1? Speziell in der Form, wie er aktuell in der Formel 2 ist."

Am Donnerstag wollte er am Rande des Bahrain-GP jedoch keine Namen nennen. "Wir geben unsere Fahrer bald bekannt", erklärte Steiner und bat darum, "auf Fragen zum Personal zu verzichten."

Ferrari kann und will beim US-Team, das von der Scuderia unter anderem den Motor bekommt, einen seiner Nachwuchsfahrer unterbringen, vor allem Boss Binotto liegt dies am Herzen. Spitzenreiter Schumacher gilt dabei nach wie vor als Topkandidat, nicht nur aufgrund seines klangvollen Namens.

Dass es der 21-Jährige in der Königsklasse schaffen kann, daran glaubt Ross Brawn ganz fest. Der Weltmeister-Macher von Michael Schumacher kennt dessen Sohn schon seit Kindertagen und ist von seinem Talent überzeugt: "Ich bin optimistisch, denn er hat die Qualität und er hat das Können", meinte er in der Gazzetta dello Sport.

"Es lastet natürlich großer Druck auf ihm, keine Zweifel. Aber bislang ist er damit gut zurechtgekommen. Nico Rosberg hat es auch geschafft. Mit einem Weltmeister-Vater wie Michael lastet das Vermächtnis noch schwerer. Aber ich drücke ihm die Daumen."

Keine Rückkehr in die Formel 2

Schumacher selbst scheint mit all den Erwartungen gut umzugehen. Er fokussiert sich vor allem auf seine Arbeit an der Rennstrecke.

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"Natürlich ist das Momentum auf unserer Seite gewesen, und ich habe auch noch immer das Gefühl, dass es auf unserer Seite ist. Im Endeffekt müssen wir aber warten, bis das erste Freie Training und Qualifying in Bahrain vorbei ist, um wirklich zu wissen, ob wir noch drin sind oder nicht", so Schumacher in seinem YouTube-Interview.

Ob der 21-Jährige sein Können demnächst in der Königsklasse unter Beweis stellen darf, wird sich bald endgültig klären. Und sollte der Formel-2-Meister 2020 wie erwartet Mick Schumacher heißen, gibt es ohnehin kaum eine andere Option. Denn laut F2-Reglement ist der Meister im kommenden Jahr in der Serie nicht mehr startberechtigt.

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