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AUTO-PRIX-F1-MON © Getty Images
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Lewis Hamilton übt Kritik an Ferraris Taktik in Monaco, die Sebastian Vettel den Sieg brachte. Dabei vergisst er offenbar, dass Mercedes vor zwei Wochen selbst trickste.

Selten hat man einen Lewis Hamilton nach einem siebten Platz - wann kam das in den letzten Jahren auch schon einmal vor - so gelassen gesehen wie beim Großen Preis von Monaco.

"So glücklich" sei er über den Ausgang des Rennens, "unglaublich, dass ich überhaupt noch Punkte eingefahren habe", sinnierte der 32-Jährige in den Häuserschluchten von Monte Carlo.

Eines ärgerte den Briten dann aber doch: Die Tatsache, wie der Sieg von Titelkonkurrent Sebastian Vettel im Fürstentum zustande kam.

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Hamilton: "Es ist eindeutig"

"Es ist für mich klar, dass Ferrari seinen Nummer-1-Fahrer gewählt hat", polterte der dreimalige Weltmeister, "sie machen alles dafür, um sicherzustellen, dass Sebastian das Beste aus allen Wochenenden bekommt."

Vettel war nach einem späteren Boxenstopp am führenden Teamkollegen Kimi Räikkönen vorbeigekommen, Ferrari bestreitet, dass Kalkül hinter der Maßnahme steckte.

"Es ist schwierig, dass das führende Auto vom folgenden überholt wird - außer das Team entscheidet, das andere Auto zu bevorzugen", wirft Hamilton Ferrari unverblümt eine Stallorder vor: "Es ist eindeutig."

Eine Theorie, an die Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff nicht glaubt: "Ich denke nicht, dass sie es vorausgesehen haben", sagt der Österreicher, "am Ende stimmte das Resultat für das Team und für die WM, aber ich denke nicht, dass es orchestriert gewesen wäre."

Es sei unabsehbar gewesen, dass Vettel auf den gebrauchten Ultrasoft derart schnelle Rundenzeiten fahren kann, so Wolff.

Mercedes trickst selbst mit Stallorder

Bei Mercedes, so referiert Hamilton, gebe es ohnehin keine Hackordnung im Team: "Wir müssen kein Auto über das andere stellen", betonte er.

Diese Aussagen dürfte man bei Ferrari, die in Monaco den ersten Doppelsieg seit 2010 feiern durften, mit einem müden Lächeln zur Kenntnis nehmen, schließlich schwebt genau dieser Vorwurf spätestens seit dem Spanien-Grand-Prix auch über Mercedes.

Vor zwei Wochen musste Valtteri Bottas in Barcelona auf alten Reifen als Bremsklotz so lange auf der Strecke bleiben, bis der Finne von dem bereits in der Box gewesenen Vettel eingeholt wurde und diesen ausbremsen konnte - Hamilton gewann schließlich vor Vettel das Rennen.

"Der Kampf mit ihm hat wohl drei oder vier Sekunden gekostet. Aber wir hätten das andersrum genauso gemacht" sagte Vettel damals.

In Monaco gewann nun Vettel, begünstigt durch eine Entscheidung am Kommandostand, was Hamilton auf die Palme brachte.

Scheint so, als stünde der Formel 1 ein enger Titelkampf ins Haus - Stallregie hin oder her, wie auch Toto Wolff betonte: "Ferrari hat verdient gewonnen, sie waren das beste Team. Es ist in dieser Saison ein Kampf auf Augenhöhe."

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