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AUTO-PRIX-F1-MON © Getty Images
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Nach dem Debakel von Monaco droht Mercedes die WM frühzeitig an Ferrari zu verlieren. Das wollen die Silbernen mit dem Turnaround in Kanada um jeden Preis verhindern.

Nach dem Debakel von Monaco sucht Mercedes nach Lösungen – und holt zum Konter gegen Ferrari aus.

Dass die Silberfeile im Fürstentum nicht einmal aufs Podest kamen (Bottas wurde Vierter, Hamilton Siebter), nagt nach wie vor am Selbstverständnis der Dominatoren der letzten Jahre.

Bereits am kommenden Wochenende in Kanada (Freien Trainings am Freitag ab 16 Uhr im LIVETICKER) soll alles besser werden.

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Hamilton gibt sich angriffslustig

"Wir werden die Roten in Kanada ganz sicher angreifen. Das ist ein echtes Duell, aber es sind noch immer 14 Rennen zu fahren", sagte Silberpfeil-Pilot Lewis Hamilton.

Trotz der jüngst enttäuschenden Ergebnisse verfallen die Mercedes-Verantwortlichen jedoch nicht in Panik, die Schwaben schieben Ferrari nun die Favoritenrolle zu.

"Es schmerzt, aber das sind wir in diesem Jahr nicht", so Mercedes-Sportchef Toto Wolff. "Wir wissen, dass diese Saison ein Marathon und kein Sprint ist", sagte der Österreicher weiter.

Dafür muss aber in Kanada der Turnaround her. So wollen die Silberpfeile am kommenden Wochenende zurückschlagen.

- Lieblingsstrecke Montreal

Der Grand Prix in Kanada macht Hoffnung auf eine schnelle Wende. Es ist die Lieblingsstrecke von Lewis Hamilton. Fünfmal siegte der Brite in Montreal, dem dreimaligen Weltmeister liegen die hauptsächlich mittelschnelle Kurven und Schikanen der Strecke.

"Montreal war für mich in den vergangenen Jahren ein guter Boden. Ich würde mir wünschen, dass das so bleibt", sagte der 32-Jährige.

Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen konnten in ihren langen Karrieren lediglich je einmal auf dem Circuit Gilles-Villeneuve gewinnen.

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- Erfahrung von Singapur

Dazu beschwor Toto Wolff den Comeback-Geist von vor zwei Jahren. Damals setzte Mercedes den Singapur-Grand-Prix komplett in den Sand.

Rosberg kam nach Elektronikproblemen als Vierter ins Ziel, Hamiltons Bolide gab während des Rennens den Geist auf. Für Mercedes war dies der Wendepunkt der Saison.

"Wir setzten uns eine Deadline, um den Rückschlag zu analysieren und konzentrierten uns danach auf das nächste Rennen in Suzuka - das wir gewonnen haben", erklärte Wolff. In fünf der verbleibenden sechs Rennen feierte Mercedes damals einen Doppelsieg. Einen ähnlichen Effekt erhofft sich Mercedes nun vom Monaco-Rennen.

- Keine Stallorder

Einen weiteren positiven Impuls erhoffen sich die Silberpfeile vom internen Konkurrenzkampf. Nach der umstrittenen Stallorder von Konkurrent Ferrari wurde deutlich, dass die Scuderia offenbar alles auf ein Pferd setzt. Mercedes will dagegen weiter zweigleisig fahren.

"Wir haben zwei exzellente Fahrer und wir halten an unserer Philosophie fest, sie gegeneinander antreten zu lassen, um das Team weiterzubringen - obwohl das manchmal schwierig sein kann, da nicht immer derjenige gewinnt, der in der Weltmeisterschaft gerade vorne liegt", so der Sportchef.

- Wundertüte Reifen

Das große Problem des F1 W08 bleiben die Reifen. Lewis Hamilton klagte nach dem Monaco-Grand-Prix: "Das Auto hat sich in all den Jahren mit dem Team noch nie so seltsam angefühlt. Ich bin hier normalerweise sehr gut, aber die Reifensache ist eine ziemliche Unbekannte."

Der Grund: Hamilton und Bottas bringen den Boliden derzeit einfach nicht in das richtige Temperaturfenster. "Wir haben ein schnelles Auto, aber es mag die Reifen nicht", erläutert Wolff.

Einen grundlegenden Konstruktionsfehler gebe es nicht. "Es geht nur darum, die Reifen in das richtige Fenster zu bekommen." Wollen die Silbernen in Kanada den Turnaround schaffen, wird es auf diesen Punkt ganz besonders ankommen. 

Lauda macht Druck

Viel Zeit bleibt den Silberpfeilen allerdings nicht mehr. 25 Punkte – also einen Sieg – liegt Hamilton hinter Vettel. (Der WM-Stand in der Formel 1)

Für Niki Lauda, den Aufsichtsratsvorsitzende des Mercedes-Teams, wird es nun höchste Zeit, die Wende zu packen: "Vettel muss schon einmal ausfallen, sonst ist es vorbei. Die Roten sind in einem echten Flow. Wenn das so weitergeht, wird der Rückstand gewaltig, alarmierend!"

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