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Ferrari, Mercedes oder doch Red Bull (v.l.)? Die Formel 1 entwickelt sich zum Titel-Dreikampf
Ferrari, Mercedes oder doch Red Bull (v.l.)? Die Formel 1 entwickelt sich zum Titel-Dreikampf © SPORT1-Grafik: Davina Knigge/Getty Images
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München - Ferrari und Red Bull haben so stark aufgeholt, dass sich Mercedes keinen Fehler erlauben kann. Die Formel 1 verspricht, die spannendste seit Jahren zu werden.

Blau, Silber, Rot: Es wird bunt in der Formel 1.

Die Farben auf dem Podium in Schanghai stehen für die neue, aufregende, spannende Königsklasse. (Das Rennergebnis des China-GP)

Beim Grand Prix von China waren zum ersten Mal in dieser Saison mit Red Bull, Mercedes und Ferrari alle drei Top-Teams auf dem Podium vertreten. Es wird in diesem Jahr aber sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein.

"Die Formel 1 rockt gewaltig"

Die Formel 1 ist so ausgeglichen wie selten zuvor, das lässt sich bereits nach den ersten drei Saisonrennen festhalten.

"Die Formel 1 rockt gewaltig", freut sich SPORT1-Kolumnist Peter Kohl, Ex-Weltmeister Nico Rosberg staunt bei RTL über den "absoluten Wahnsinn". (Die Stimmen zum China-GP)

Was die vielen Formel-1-Fans weltweit freut, treibt ausgerechnet Rosbergs ehemaligen Bossen die Sorgenfalten auf die Stirn.

"Es war für uns das ganze Wochenende der Wurm drin. Irgendwo haben wir uns weg entwickelt. Das müssen wir jetzt finden, weil drei Teams gewinnen können", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff am Sonntag in Schanghai und forderte von seinen Leuten: "Da müssen wir jetzt einfach unseren ganzen Krempel zusammenkriegen."

Vormachtstellung von Mercedes bröckelt

Zum ersten Mal in der Turbo-Hybrid-Ära, die Mercedes seit vier Jahren dominiert, bröckelt die Vormachtstellung der Silberpfeile.

In den vergangenen Jahren konnten sie sich auch mal die eine oder andere strategische Schwäche erlauben, ohne um ihre Siege fürchten zu müssen. Zu stark war ihr Motor im Vergleich zu denen der Konkurrenz.

Nun aber haben die Rivalen aufgeholt - und jeder noch so kleine Fehler am Kommandostand wird sofort bestraft. (SERVICE: Die Fahrerwertung)

Vettel mit Ferrari auf Augenhöhe

Schon in Melbourne zum Auftakt war die Überraschung bei Mercedes groß gewesen, als sich die Rennstrategen des Teams auf eine fehlerhafte Software verlassen hatten. Die hatte vor einem Boxenstopp von Sebastian Vettel den Rückstand von Lewis Hamilton auf den Ferrari-Star falsch berechnet - und schon war das Rennen verloren.

In Bahrain wiederum wurden die hochbezahlten Strategen von Mercedes von der Ferrari-Taktik auf dem falschen Fuß erwischt. Sie hatten nicht damit gerechnet, dass Vettel fast 40 Runden lang auf den weichen Reifen dem Ziel entgegen rasen könnte.

Vor einem Jahr noch wäre Valtteri Bottas wohl trotzdem noch am Heppenheimer vorbeigezogen. 2018 geht das nicht mehr. Und Hamilton? Der hatte nach Getriebewechsel und Strafversetzung ohnehin keine Siegchance mehr.

Taktik- und Strategie-Fehler unverzeihbar

Auch in Schanghai wurde das Rennen durch die Strategie entschieden. Als Ferrari bei Bottas' Undercut Vettel eine Runde zu spät an die Box holte, war der Traum vom nächsten Sieg bereits so gut wie beendet. Denn Vettel kam um Haaresbreite nach dem Finnen wieder auf die Strecke zurück.

Doch Mercedes gehörte nicht nur zu den Gewinnern des Taktik-Pokers. Statt es Red Bull gleich zu tun und auch Hamilton während der Safety-Car-Phase an die Box zu holen, ließ man den Briten auf der Strecke - und schmiss damit womöglich eine Podiumsplatzierung für den Titelverteidiger weg.

"Hinterher ist man immer schlauer", sagte Wollf bei Sky anschließend lapidar.

Red Bull greift Vettel und Hamilton an

Dass die Silberpfeile längst nicht mehr so dominant sind wie noch in den vergangenen Jahren, davon sind sie mittlerweile nicht nur bei Ferrari, sondern auch bei Red Bull überzeugt. (SERVICE: Die Teamwertung)

"Mercedes scheint für uns in Reichweite zu liegen. Sie waren an diesem Wochenende bisher nicht so stark wie sonst", sagte Daniel Ricciardo am Samstag nach dem China-Qualifying. Am Sonntag raste der Australier zum Sieg vor Bottas und Kimi Räikkönen im Ferrari.

Mercedes-Boss Wolff hatte die Achterbahnfahrt in Schanghai so sehr mitgenommen, dass er "jetzt ein Bier" brauchte.

Das werden sich viele Formel-1-Fans auch gegönnt haben - um auf die neue Spannung anzustoßen.

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