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Sebastian Vettel feierte die 55. Pole-Position seiner Formel-1-Karriere
Sebastian Vettel feierte die 55. Pole-Position seiner Formel-1-Karriere © Getty Images
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Hockenheim - Sebastian Vettel versetzt die Fans am Hockenheimring schon beim Qualifying in Ekstase. Und doch ist die Stimmung bei Ferrari getrübt.

Der Hockenheimring schien am Samstagnachmittag förmlich zu vibrieren.

Als Sebastian Vettel in seinem roten Ferrari die Bestzeit von Mercedes-Rivale Valtteri Bottas im letzten Moment noch unterbot und sich die Pole-Position für den Deutschland-Grand-Prix (Sonntag ab 15.10 Uhr im LIVETICKER) sicherte, gerieten die Fans nach dem nervenzehrenden Qualifying-Thriller völlig aus dem Häuschen.

So eine Stimmung, so eine Atmosphäre war in Hockenheim schon lange nicht mehr zu spüren. Es war ein emotionaler Vorgeschmack auf das Rennen. Denn nun soll die Ekstase folgen. Vettels erster Sieg im Heimrennen, keine 50 Kilometer von seinem Geburtsort Heppenheim entfernt.

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Vettel: "So viele Emotionen"

Vettel jubelte, als hätte er das Rennen schon gewonnen. "Adrenalin, Adrenalin. So viele Emotionen. Grazie ragazzi. Danke", funkte Vettel nach seinem Streckenrekord an die Box und winkte den Zuschauern auf den Rängen immer wieder zu. Selbst ein paar Minuten nach der 55. Pole seiner Karriere wirkte der viermalige Weltmeister noch immer ergriffen und sprach von einem "der besten Tage in meiner Karriere".

Gleichwohl mahnte Vettel vor zu viel Übermut, forderte: "Wir müssen konzentriert und heiß auf den Sieg bleiben."

Vettel weiß, dass die Chancen auf seinen Sieg und einen großen Schritt zum WM-Titel wohl noch nie so gut waren. Denn Weltmeister und Erzrivale Lewis Hamilton muss nach einem Hydraulik-Defekt von Startplatz 14 ins Rennen gehen. Ein schier auswegloses Unterfangen.

Hamilton wie ein Häufchen Elend

Während Vettel die Stimmung nach dem Qualifying genoss, gab Hamilton ein Bild des Jammers ab. Verzweifelt hatte er nach dem Ausfall seines Mercedes noch versucht, den Wagen persönlich auf der Strecke in die Box zu schieben. Wenig später hockte er wie ein Häufchen Elend neben seinem Auto.

"Ich werde versuchen, das Beste herauszuholen. Doch hier in Hockenheim wird es schwer, da es nicht so leicht ist zu überholen", sagte Hamilton spürbar angeschlagen.

Lange Zeit waren die Silberpfeile die Highspeed-Könige im PS-Zirkus, nun gibt Ferrari das Tempo vor.

Zudem wirkten die Roten in den vergangenen Wochen im Rennen sogar stärker als im Qualifying.

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Schumacher glaubt nicht an Ende von Hockenheim

In Hockenheim scheint Vettel die Fans noch einmal zu pushen. Und es wirkt, als wollten die Zuschauer mit aller Macht für den Verbleib des Standorts in der Formel 1 werben. Womöglich bleiben auch die Vermarkter der Formel 1 von dieser Atmosphäre nicht völlig unbeeindruckt.

Auch Ralf Schumacher, der 2001 in Hockenheim gewann, glaubt noch an eine Formel-1-Zukunft für Hockenheim. "Zunächst einmal vermeldet Hockenheim dieses Jahr ein ausverkautes Haus und die Atmosphäre ist auch wieder da. Persönlich sehe ich noch nicht, dass es das letzte Rennen in Hockenheim sein wird", sagte Schumacher im SPORT1-Interview.

Ein Sieg von Vettel könnte auch Hockenheim helfen.

Große Sorge bei Ferrari

Nur eine Tatsache drückt bei Ferrari aufs Gemüt - der Gesundheitszustand des bisherigen Ferrari-Bosses Sergio Marchionne.

Der Automobilkonzern Fiat Chrysler teilte am Samstagabend "mit tiefem Kummer" mit, dass sich der Gesundheitszustand des Italo-Kanadiers Marchionne "infolge einer Operation in der vergangenen Woche unerwartet und drastisch verschlechtert" habe. Marchionne könne seine Arbeit nicht fortführen.

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