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München - Nach intensiven Wochen geht die Formel 1 in die Sommerpause. SPORT1 erklärt, was Teams und Fahrer in den freien Wochen bis zum Großen Preis von Belgien machen.

Nach drei Rennen innerhalb von drei Wochen geht die Formel 1 in die Sommerpause. Was 2001 noch als inoffizielle Auszeit von drei Wochen begonnen hatte, entwickelte sich von 2009 an - durch das sogenannte "Resource Restriction Agreement" - zu einer bindenden Vereinbarung.

Vier Wochen lang gönnt die Königsklasse des Motorsports sich, den Teams, Fahrern und Fans eine Verschnaufpause, ehe es am 26. August in Spa Francorchamps mit dem Großen Preis von Belgien in die heiße Phase der Saison geht.

Neun Rennen stehen dann noch auf dem Kalender. Nach Spa folgt mit Monza das letzte Europa-Rennen des Jahres. Anschließend geht es weiter nach Asien, in die USA, nach Mexiko und Brasilien ehe es Ende November in Abu Dhabi zum großen Finale kommt.

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SPORT1 zeigt, was den den Teams und den Piloten um Sebastian Vettel und Lewis Hamilton auf dem Programm steht.

Testfahrten auf dem Hungaroring

Wer denkt, dass die Teams in der freien Zeit nutzen, um intensiv am Auto zu arbeiten, irrt. Mit strengen Vorschriften versucht die FIA zu garantieren, dass es sich bei der Sommerpause auch tatsächlich um eine Pause handelt.

Lediglich zwei Tage (am Dienstag und Mittwoch nach dem GP) durften die Teams nach dem Rennen in Ungarn noch Testfahrten durchführen - zum letzten Mal in dieser Saison.

Bis auf Haas waren alle Teams am Start und probierten neue Teile am Auto aus. "Statt auf dem Hungaroring zu fahren, werten wir lieber die reichlichen Daten aus, die wir in den letzten Wochen gesammelt haben", erklärte Haas-Teamchef Günther Steiner den Verzicht des US-Rennstalls.

Toro Rosso absolviert Reifen-Test

Wie bereits bei den Tests in Barcelona im Mai handelte gilt auch für Ungarn das Prozedere der "Young-Driver-Test". Das bedeutet, dass an zwei der insgesamt vier Trainingstagen der Saison (zwei Tage wurde bereits in Barcelona getestet) ein Nachwuchsfahrer am Steuer sein muss.

Da jedes Team zudem nur ein Auto einsetzen durfte, waren beispielsweise die beiden WM-Kontrahenten Lewis Hamilton und Sebastian Vettel bereits im Urlaub, während Daniel Ricciardo oder Kimi Räikkönen noch Runden drehten.

Lediglich Toro Rosso durfte einen zweiten Boliden einsetzen - allerdings nur, um für Reifen-Lieferant Pirelli zu testen. Jedes Team absolviert 2018 einen solchen Test, bei dem es einzig um die Reifenentwicklung geht. Neue Teile dürfen dabei nicht erprobt werden. Auch für das Setup gibt es spezielle Vorgaben.

Arbeitsverbot - aber Zuliefern und Tüfteln erlaubt

Nach Mittwoch verabschiedeten sich auch die letzten Piloten in den Urlaub. Ab dem Wochenende heißt es dann für zwei Wochen absolutes Arbeitsverbot. Die Fabriken müssen still stehen - Arbeiten am Auto sind vorerst genauso wenig erlaubt wie offizielle Arbeitskorrespondenz.

Daher will Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff die Zeit bis dahin noch optimal nutzen. 

"Wir geben absolut Vollgas, um noch mehr Performance für die zweite Saisonhälfte zu finden. Daran werden wir noch bis zum Wochenende mit Hochdruck arbeiten, bevor es dann in die durch das Reglement vorgeschriebene Sommerpause geht - eine Pause, die sich alle unsere Teammitglieder mehr als verdient haben", erklärte er: "Wir werden dann die nötige Kraft tanken, um in der zweiten Saisonhälfte noch eine Schippe draufzulegen."

Vor allem den Mitarbeitern im Hintergrund tut diese Pause gut. "Der Job ist Sonntagnacht nicht beendet. Im Gegenteil: Am Montagmorgen kommt es wirklich darauf an. 90 Prozent der Leistung entsteht in der Fabrik", zeigte Wolff Anerkennung für seine Mitarbeiter.

Ausnahmen gibt es dennoch: Zulieferer dürfen weiterarbeiten, auch administrative Aufgaben innerhalb des Teams sind erlaubt. Daher kann beispielsweise für Mercedes an der Power Unit gearbeitet werden.

Fahrer tanken im Urlaub neue Energie

Die Piloten nutzen die freien Tage, um neue Energie für die Schlussphase der Saison zu tanken: Während Sebastian Vettel nach dem Reisestress jetzt mit seiner Familie an einem Ort bleiben und bei Radtouren oder beim Angeln entpsannen will, plant WM-Rivale Lewis Hamilton etwas mehr Action.

"Ich bin immer noch in der Spaßphase", betonte der 33-Jährige, der für seinen ausfallenden Jet-Set-Lifestyle bekannt ist. "Ich werde wahrscheinlich ein bisschen herumreisen. Ich mag es zu reisen, so lange ich kann, ehe ich gesetzter bin", erklärte Hamilton.

In der Vergangenheit hat es der Brite bereits ordentlich krachen lassen - unter anderem beim karibischen Karneval mit Popstar Rihanna.

Neben Reisen plant der Brite aber auch Zeit mit der Familie ein - Party natürlich mit inbegriffen. Denn die Hochzeit seines Cousins steht an. "Ich bin mir sicher, da wird auch ordentlich gefeiert werden", sagte Hamilton.

Hülkenberg findet Pause überflüssig

Während Vettel und Hamilton also die freien Tage genießen werden, kann es ein anderer gar nicht erwarten zurück auf die Rennstrecke zu kehren.

"Wir sind in einer ziemlich luxuriösen Situation. Wir als Fahrer haben den körperlichen Part beim Fahren, aber zwischen den Rennen haben wir Zeit, uns zu erholen und zu entspannen. Ich fühle mich nicht erschöpft", sagte Nico Hülkenberg am Rande des Ungarn-GP der dpa.

Trotzdem fliegt auch Hülkenberg in den Urlaub - zwei Wochen nach Mallorca.

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