So wird Hamilton in Mexiko Weltmeister
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Trotz der Doppel-Pole von Red Bull ist Max Verstappen nach dem Qualifying wütend. Sebastian Vettel und Lewis Hamilton sind zuversichtlich.

Red Bull dominiert nach den Freien Trainings auch das Qualifying zum Großen Preis von Mexiko und startet mit beiden Autos aus der ersten Startreihe. (Formel 1: Großer Preis von Mexiko am Sonntag ab 20.10 Uhr im LIVETICKER)

Bei dem österreichischen Rennstall sollte nach der Doppel-Pole eigentlich pure Euphorie herrschen, dennoch hadert Max Verstappen, der alle drei Trainingssessions für sich entscheiden konnte, nach Rang zwei mit seinem Auto. Der Niederländer hätte sich zum jüngsten Pole-Setter in der Geschichte der Formel 1 küren können, musste sich jedoch Teamkollege Daniel Ricciardo knapp geschlagen geben. (SERVICE: Der Rennkalender der Formel1)

Teamchef Christian Horner sendet deshalb einen Appell an seine beiden Fahrer. 

Sebastian Vettel startet erneut hinter Lewis Hamilton und hat wohl schon vor dem Rennen seine allerletzte Mini-Chance auf den WM-Titel verspielt. Der Brite freut sich nach den enttäuschenden Trainingsergebnissen über die deutliche Verbesserung im Qualifying und kündigt eine Attacke beim Start an. Vettel ist trotz Startplatz vier mit seiner Runde zufrieden. (SERVICE: Die Fahrerwertung der Formel 1)

SPORT1 fasst die Stimmen zum Qualifying von n-tv, Sky aus der Boxengasse und der Pressekonferenz zusammen.

Daniel Ricciardo (Red Bull), Startplatz 1:

"Ich wusste, dass die Pace im Auto ist, denn das hat Max (Verstappen, Anm. d. Red.) vom Anfang bis zum Ende gezeigt. Ich musste einfach nur eine saubere Runde hinkriegen. Zunächst war ich nicht überzeugt, ob es wirklich geklappt hat, aber dann hörte ich, dass ich die Pole habe, konnte mich entspannen und kann das jetzt richtig genießen. Ich weiß, dass es nur um ein paar Hundertstel gegen Max ging, von daher Kompliment an das Team.

Max Verstappen (Red Bull), Startplatz 2:

"Das ganze Qualifying war eigentlich kompletter Mist. Ich hatte seit dem zweiten Training Probleme beim Anbremsen mit blockierenden Hinterrädern beim Runterschalten. Daran konnten wir nichts ändern. Ich konnte nur versuchen, das Auto zu stabilisieren. Aber so will man im Qualifying nicht unterwegs sein. Dann möchte man aggressiv zu Werke gehen und das ist so nicht möglich. Es hat eben nur für Platz zwei gereicht."

Lewis Hamilton (Mercedes), Startplatz 3: 

"Es war eine tolle Verbesserung gegenüber gestern, denn da waren wir noch sehr viel weiter hinten. Das Team hat super gearbeitet, aber mehr war jetzt nicht drin. Wir sind jetzt hinter den Red Bulls, das ist auch nicht so schlecht. Diese Jungs waren einfach zu schnell. Sie waren in einer eigenen Liga. Der dritte Platz ist hier ein schöner Ort, um zu starten. Mal schauen, wie man morgen beim Start wegkommt. Ich werde versuchen, zumindest einen Platz gut zu machen. Da braucht man vielleicht ein bisschen Windschatten."   

Sebastian Vettel (Ferrari), Startplatz 4: 

"Ich war ganz zufrieden mit meiner Runde. Der erste Schuss war richtig gut, beim zweiten musste ich etwas probieren. Ich wusste, dass die anderen im letzten Sektor viel schneller sind. Der Plan, bis dahin schon Zeit gut zu machen, ging nicht ganz auf. Ich versuchte im letzten Sektor noch etwas herauszuholen. Leider war nicht mehr drin. Wir sind die Schnellsten auf der Geraden, aber in den Kurven zu langsam. Von P4 aus ist es ein bisschen schwierig, die Führung zu übernehmen. Aber wer weiß denn schon, was passiert? Wenn es eine Chance gibt, dann werde ich sie nutzen. "

Valtteri Bottas (Mercedes), Startplatz 5: 

"Dass das Team den Motorenwechsel und das alles in eineinhalb Stunden geschafft haben, ist beeindruckend. Wir haben mechanisch große Veränderungen vorgenommen und konnten den Antriebsstrang heute optimieren. Red Bull scheint stark zu sein, aber man weiß ja nie"

Kimi Räikkönen (Ferrari), Startplatz 6:

"Es war schon in Ordnung, aber in der einen Runde hat es nur an einer Stelle gepasst, in der nächsten Runde nur an einer anderen. Immerhin haben wir uns im Vergleich zum Freitag gesteigert.

...zum Ergebnis seines zukünftigen Teams Sauber: "Wo Sauber steht, ist mir eigentlich herzlich egal. Das hat keinerlei Auswirkungen auf meine Entscheidung. Natürlich freue ich mich für das Team. Wir schauen mal, was nächstes Jahr passiert. Das Team steht nicht schlecht da, so viel steht fest."

Nico Hülkenberg (Renault), Startplatz 7: 

"P7 ist das Beste, was ich mir wünschen und ausrichten konnte. Es ist ein gutes Gefühl, wenn ich alles aus dem Auto und mir herausholen kann. Wir wissen, dass wir noch nicht mit den Top-6-Autos kämpfen können, hoffentlich dann aber nächstes Jahr. Noch ist es nicht unsere Gewichtsklasse. Aber soweit bin ich mit dem Tag heute ziemlich zufrieden. Und morgen müssen wir ein sauberes Rennen fahren und möglichst viele Punkte holen."

Fernando Alonso (McLaren), Startplatz 12:

"Meine Runde war einfach nicht gut. Ich kam mit gemischten Gefühlen über die Linie. P12 ist ein sehr gutes Ergebnis für uns. Darüber freue ich mich natürlich, aber es war keine Runde, auf die man stolz sein kann."

Romain Grosjean (Haas), Startplatz 16:

"Irgendwie passen das Team und Mexiko nicht zusammen. Schon seit dem ersten Training hat sich das Auto nicht so gut angefühlt wie zuletzt. Wir haben verschiedene Dinge ausprobiert, aber nicht das richtige Mittel gefunden. Jetzt hoffen wir einfach, dass der Sonntag besser wird."

Christian Horner (Red-Bull-Teamchef):

"Für Max war es vielleicht die einzige Möglichkeit, den Rekord zu holen. Das wird ihn sicher beschäftigen und er wird heute Nacht darüber grübeln. Die Fahrer haben heute ihren Teil getan. Jetzt müssen wir es morgen auch noch in ein gutes Rennergebnis umsetzen. Beide dürfen frei fahren, solange sie fair miteinander umgehen. Das Rennen wird auch nicht in der ersten Kurve gewonnen. Es geht nur darum, die Reifen zu schonen, da diese hier äußerst fragil sind. Dann müssen wir schauen, dass wir mit unserer Strategie vor Ferrari und Mercedes bleiben." 

Toto Wolff (Mercedes-Motorsportchef):

"Als Team können wir uns glücklich schätzen, wie wir uns zurückgearbeitet haben. Am Freitag waren wir noch im Nirgendwo, heute vorne dabei. Mit Blick auf die Konstrukteurswertung ist es gut, dass beide Autos in der Startaufstellung jeweils vor einem Ferrari starten. Aber sie sind erneut sehr schnell auf den Geraden, sodass es nicht einfach werden wird, sie hinter uns zu halten.

...zu Valtteri Bottas Defekt im Freien Training: "Der Defekt an Valtteris Motor ist einer, den wir seit vielen Jahren nicht mehr hatten. Man könnte ihn als sehr ungewöhnlich bezeichnen. Bei einer solchen Laufleistung sollte das nicht vorkommen. Wir müssen das untersuchen" (SERVICE: Die Teamwertung der Formel 1)

...zum möglichen WM-Titel von Lewis Hamilton: "Wir haben es selbst in der Hand, mit einem guten Ergebnis mit Lewis den Sack zuzumachen. Aber es ist noch nicht geschafft. Wir dürfen den Ball noch nicht fallen lassen, sondern wir müssen ihn über die Linie tragen. Diese Übung müssen wir morgen oder in Brasilien vollenden."

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