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Will Sebastian Vettel das Rennen in Barcelona gewinnen, muss er direkt nach dem Start in der ersten Kurve angreifen. Es könnte seine einzige Chance sein.

730 Meter könnten das Rennen für Sebastian Vettel am Sonntag entscheiden, denn das ist auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya die Distanz bis zur ersten Kurve. (Formel 1: Großer Preis von Spanien ab 15.10 Uhr im LIVETICKER)

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass auf dem Weg in die erste Kurve viel passieren kann - gerade für Sebastian Vettel. 2017 hat er sich an Lewis Hamilton vorbei an die Spitze geschoben, 2018 musste Valtteri Bottas seinen zweiten Platz abgeben.

Trotz des vergleichsweise langen Wegs ist es Vettel dabei allerdings nicht gelungen, zwei Positionen am Start gutzumachen. Das wäre dieses Mal aber nötig. Schließlich geht er hinter Bottas und Hamilton nur von Rang drei in den Grand Prix von Spanien.

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Was Vettel Mut machen sollte, ist der hohe Top-Speed, mit dem Ferrari in dieser Saison punkten kann. Der zeigt sich auch in Barcelona. In der Qualifikation wurde Vettel am Ende der langen Start-Ziel-Geraden mit 324,2 km/h gemessen. Bottas und Hamilton waren gut vier km/h langsamer. Im Windschatten der Vorausfahrenden könnte der Vorteil anwachsen.

Vettels Analyse am Samstag lautete: "Wir gewinnen auf Geraden und verlieren in Kurven." Er sei zufrieden und zugleich unzufrieden, sagte er - optimistisch klang er bei seinen Aussagen nach der Qualifikation nicht.

Gewonnene Plätze brachten Vettel wenig

Vettels gute Starts waren in den letzten Jahren wenig wert. Die gewonnenen Positionen musste er im Rennverlauf abgeben. Angesichts der starken Leistung von Mercedes droht das Szenario wieder.

In der Qualifikation brannte Bottas eine tadellose Runde in den Asphalt und war mehr als acht Zehntelsekunden schneller als Vettel. (Service: Ergebnisse der Formel 1 im SPORT1-Datencenter)

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Vettel dürfte daher hoffen, dass sich ein anderer Moment aus der Geschichte wiederholt: 2016 eliminierten sich die Mercedes-Fahrer in Barcelona gegenseitig. Nach einer Kollision in Kurve vier schieden Nico Rosberg und Lewis Hamilton aus.

Kollision soll sich nicht wiederholen

Genau wie damals steht der Brite unter Druck: Valtteri Bottas war in den ersten Rennen ebenbürtig. Beide haben je zwei Siege auf ihrem Konto. Bottas führt die WM-Wertung an, weil er einen Zusatzpunkt für die schnellste Rennrunde geholt hat.

Die aktuelle Situation zwischen den Fahrern sei bei weitem nicht so angespannt wie damals, erklärte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. "Ich hoffe, dass wir nicht zu 2016 zurückkommen. Ich werde mit ihnen reden, aber sie wissen es genau", sagte er.

Doch da sich beim Start die möglicherweise einzige Möglichkeit zum Überholen bietet, werden die Fahrer Risiko eingehen müssen. Ein Nachteil für Vettel? Schließlich war er zuletzt häufiger in Kollisionen verwickelt, wenn es in den ersten Kurven eng wurde.

Bottas dominiert Qualifikation

Auch Hamilton lag mit einem Rückstand von 0,6 Sekunden auf Bottas überraschend weit zurück. Doch dafür gab es einen Grund: Er hatte Probleme, die Batterie aufzuladen. Dadurch konnte er weniger Leistung abrufen.

Wenn das im Rennen behoben ist, könnte Chancengleichheit bei den Silbernen herrschen. Die Ergebnisse aus den freien Trainings vom Freitag und Samstag zeigen jedoch, dass Bottas in Barcelona die Nase vorne hatte.

Das aber dürfte Hamilton nicht davon abhalten, den Großen Preis von Spanien gewinnen zu wollen.

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