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München - Mercedes hält sich noch offen, wer 2020 Teamkollege von Lewis Hamilton wird. Valtteri Bottas muss um sein Cockpit zittern. Hamilton reizt ein Duell mit Max Verstappen.

Siege in Bahrain und Australien, dazu drei zweite Plätze - so exzellent las sich die Saisonbilanz von Valtteri Bottas nach den ersten fünf Rennen. Doch seitdem läuft es beim Finnen nicht mehr rund und er ist nur noch selten auf dem Niveau von Teamkollege Lewis Hamilton.

Ob Bottas trotz einer Option auch in der Formel-1-Saison 2020 das zweite Mercedes-Cockpit neben Weltmeister Hamilton ergattern wird, ist daher fraglich und rund um den Ungarn-GP (Formel 1: Großer Preis von Ungarn am So. ab 15 Uhr im LIVETICKER) das bestimmende Thema. 

Denn wie Toto Wolff, Motorsportchef beim Serienweltmeister, der Tageszeitung Die Welt sagte, werde die Entscheidung über die Zukunft Bottas bei Mercedes noch im August fallen. Dieser steht dabei in Konkurrenz zum französischen Mercedes-Junior Esteban Ocon (22).

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"Wir haben in Valtteri einen Topfahrer, das ist uns bewusst", sagte Wolff: "Aber wir haben auch diesen aufregenden jungen Fahrer Esteban Ocon, der seinen Platz in der Formel 1 verdient."

Bottas hat noch Luft nach oben

Bottas wechselte 2017 von Williams zum Werksteam an die Seite von Hamilton und wurde in seiner ersten Saison ordentlicher WM-Dritter, im vergangenen Jahr kam er allerdings nicht über Gesamtrang fünf hinaus.

In dieser Saison schien Bottas zu einem ernsthaften Herausforderer des Briten werden zu können. Ein weiterer Pluspunkt für den 29-Jährigen ist zudem, dass er gut mit Hamilton auskommt und deshalb kein erneuter "Krieg der Sterne" wie zu Zeiten von Nico Rosberg zu befürchten ist.

Doch reicht das, um die Mercedes-Verantwortlichen davon zu überzeugen, die Option bei ihm zu ziehen?

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Ocon - das vielversprechende Talent

Der erst 22-jährige Esteban Ocon wäre langfristig sicher die attraktivere Option. Der Franzose kam 2016 beim kleinen Manor-Rennstall in die Formel 1 und ging in den folgenden beiden Jahren für Force India an den Start.

Ocon, der seit Ende 2015 offiziell von Mercedes gefördert wird, konnte in dieser Saison jedoch - auch aufgrund von fehlender Sponsoren-Millionen - kein Cockpit ergattern.

"Wenn ich nur einen der beiden hätte, wäre die Entscheidung ganz klar", sagte Wolff: "Dann würde ich ihn in das Auto setzen. Aber wir haben beide, und beide verdienen eine Chance im Mercedes. Und deshalb werden wir in den nächsten Wochen überlegen, was die beste Variante ist."

Hamilton reizt Duell mit Verstappen

Neben Bottas und Ocon gibt es aber auch noch Gerüchte über große andere Namen. Für Hamilton klingt zum Beispiel ein Duell mit Verstappen ganz reizvoll: "Damit habe ich ehrlich gesagt kein Problem". So könnte er beweisen, "dass ich ihn nicht nur schlage, weil wir in verschiedenen Autos sitzen."

Ex-Weltmeister Nico Rosberg hatte nach dem Deutschland-GP behauptet, dass Verstappen in einem Mercedes die WM anführen würde. Zuvor hatte bereits Red-Bull-Teamchef Christian Horner diese These aufgestellt.

Und trotz Vertrags bis 2020 bei Red Bull wäre ein vorzeitiger Wechsel Verstappens möglich. Der Niederländer besitzt nämlich eine leistungsabhängige Ausstiegsklausel, die es ihm ermöglicht, das Team unter bestimmten Voraussetzungen zu verlassen. Dies hatte Verstappens Manager Raymond Vermeulen Ende Juni bestätigt. 

Marko äußert sich zu Verstappen-Gerüchten

Red-Bull-Motorsportchef Dr. Helmut Marko äußerte sich am Freitag zu den immer wieder aufkeimenden Wechselgerüchten zu Verstappen vor dem 2. Freien Training erstmals klar.

"Zu 99 Prozent ist es sicher, dass Max bleibt. Es gibt noch eine mathematisch winzig kleine Chance, von der ich nicht glaube, dass sie eintritt. Jetzt bin ich nicht so richtig gut in Mathematik, aber der Sebastian müsste das Rennen gewinnen und der Max keine Punkte holen", sagte Marko bei Sky.

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Damit scheint sicher, dass die Ausstiegsklausel nur dann greifen würde, wenn Verstappen nach dem Ungarn-GP nicht unter den Top 3 der Fahrerwertung platziert ist. Angesichts von derzeit 21 Punkten Vorsprung auf Vettel ist das aber nicht sehr wahrscheinlich.

Russell bringt sich ins Gespräch

Mit George Russell macht sich zudem ein Mercedes-Eigengewächs Hoffnung auf das zweite Mercedes-Cockpit. Der in dieser Saison für Williams fahrende Brite bekundete in Ungarn zumindest einmal sein Interesse.

"Jeder Fahrer würde die Chance lieben, in dem Auto zu fahren, das die WM gewinnt. Sich dagegen zu entscheiden, wäre doch absolut dumm", sagte der 21-Jährige. "Für mich persönlich würde ich jetzt sagen, dass es sehr, sehr unwahrscheinlich ist", schätzt er seine Chancen jedoch selbst gering ein. 

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Für Russell wäre es wohl tatsächlich zu früh und würde auch nicht zur Mercedes-Fahrerpolitik der vergangenen Jahre passen.

Bottas zu Hockenheim-Crash: "Nicht ideal"

Zumindest hier kann Bottas also aufatmen. Dieser hat mit seinem jüngsten Crash in Hockenheim allerdings wenig Argumente für sich gesammelt.

Der Mercedes-Pilot gab nach dem Rennen sogar selbst zu, dass der Unfall "nicht ideal" für eine mögliche Vertragsverhandlung für 2020 gewesen sei.

Zu seinem Glück gibt es vor der Sommerpause mit dem Ungarn-GP an diesem Wochenende noch ein weiteres Rennen. In diesem muss Bottas aber liefern, wenn er auch in der nächsten Saison bei Mercedes unter Vertrag stehen will.

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