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Am 13. Mai 1950 startet in Silverstone das erste Formel-1-Rennen. Es ist der Startschuss für eine grandiose Erfolgsstory. Allerdings muss man sich eines Tricks bedienen.

Heißer Asphalt, coole Piloten und jede Menge Benzin!

Seit nunmehr 70 Jahren begeistert die Formel 1 Motorsport-Fans rund um den Globus. Hinter Olympia und der Fußball-WM ist die Königsklasse des Motorsports das drittgrößte Sportereignis der Welt. Seinen Anfang nahm diese Erfolgsstory am 13. Mai 1950 in Silverstone.

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Im Mutterland des Motorsports versammelte sich ein bunter Haufen Motorsportbegeisterter zum ersten Rennen der neuen Serie. Neben den wenigen Profis standen unter anderem auch ein Jazzmusiker und zwei Adlige in der Startreihe. Selbst vor einem Trick schreckten die Veranstalter nicht zurück, um die neugegründete Formel 1 voranzubringen.

Zur Weltmeisterschaft getrickst

Von Beginn an war die Formel 1 als Weltmeisterschaft ausgelegt, konnte aber nur mit Rennen in Argentinien und Europa aufwarten. Um sich dennoch den prestigeträchigen Titel Weltmeisterschaft zu sichern, wurde kurzerhand beschlossen, auch für das 500-Meilen-Rennen in Indianapolis WM-Punkte zu vergeben.

Das führte zu der skurillen Situation, dass sich Formel-1-Wagen in Indianapolis und US-Piloten mit ihren Champ-Cars in Monza versuchten. Da dies jedoch nicht von Erfolg gekrönt war und andere Standorte in den Rennkalender aufgenommen werden konnten, wurde Indianapolis 1960 gestrichen und die Formel 1 wurde zu der Rennserie, wie man sie heute kennt.

Adel und Künstler im Cockpit

1950 war man davon jedoch noch weit entfernt. In Silverstone sorgte vor allem das bunte Fahrerfeld für Aufmerksamkeit. Der schillerndste Mann im Cockpit war wahrscheinlich Johnny Claes. Für seine Teilnahme an der Formel 1 beendete er sogar seine erfolgreiche Karriere als Jazzmusiker. In den 1940er Jahren machte er sich mit den "Johnny Claes and the Clay Pigeons" einen Namen in der Londoner Musikszene.

Doch beim Start der neuen Rennserie wollte auch er nicht fehlen. Selbst der Adel konnte sich dem Reiz des Abenteuers nicht entziehen. Der Schweizer Baron Emmanuel de Graffenried nahm in einem Maserati teil und selbst ein Mitglied der thailändischen Königsfamilie wollte dieses Event nicht verpassen. Birabongse Bhanudej Bhanubandh, Prinz von Siam, trug sich unter dem Namen B.Bira in das Teilnehmerfeld ein.

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Diese namhaften Teilnehmer und der Reiz des Neuen ließ 120.000 Zuschauer auf den alten Militärflugplatz der Royal Air Force strömen. Für zusätzlichen Glanz auf der Tribüne sorgte König George VI., der samt seiner Familie anwesend war.

Farina fährt in die Geschichtsbücher

Doch trotz dieser königlichen Unterstützung konnten sich weder Baron Emmanuel de Graffenried noch der Prinz von Siam in die Siegerliste eintragen. Während B.Bira auf Rang fünf landete, reichte es für den Schweizer lediglich für den achten Platz. Ein richtiges Debakel erlebte Claes. Der Belgier konnte nicht annähernd an seine Erfolge im Musikbusiness anknüpfen und fuhr mit seinem Talbot-Lago auf den 21. und damit vorletzten Rang.

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Die vorderen Plätze machten allesamt die Profis unter sich aus. Den Vierfacherfolg von Alfa Romeo krönte Giuseppe Farina, der sich damit offiziell zum ersten Sieger eines Formel-1-Rennens kürte. Selbst die spätere Rennlegende Juan Manuel Fangio konnte das als Drittplatzierter nicht verhindern.

Ferrari sorgt für den ersten Zoff

Doch seine Zeit sollte noch kommen. 1951 holte er sich den ersten seiner fünf WM-Titel und gilt bis heute als der vielleicht beste Fahrer aller Zeiten. Aber auch ein anderer legendärer Name der Formel 1 hatte in Silverstone noch nichts mit dem Sieg zu tun.

Die Scuderia Ferrari nahm wegen eines Streits um das Startgeld gar nicht erst am Rennen teil. Bereits bei ihrem Premierenrennen hatte die Formel 1 damit auch den ersten Skandal abseits der Rennstrecke zu bieten.

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