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Spielberg - Beim ersten Formel-1-Rennen des Jahres scheiden elf Fahrzeuge aus. Red-Bull-Chefberater Helmut Marko liegt der Grund dafür an Teilen der Strecke.

Die Zuverlässigkeit ist ein Schlüssel zum WM-Titel in dieser Saison, bei der nicht sicher ist, wie viel Rennen am Ende gefahren werden. Darin sind sich sowohl Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff als auch Red Bull-Chefberater Helmut Marko einig.

Umso erstaunlicher war es, was beim ersten Saisonrennen am Sonntag am Red-Bull-Ring geschehen ist.

Nur elf Autos kamen ins Ziel. Das hatte es fünf Jahre in der Königsklasse des Automobilsports nicht mehr gegeben.

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Red Bull hatte mit Max Verstappen und Alexander Albon gar einen Doppelausfall zu beklagen. Selbst Sieger Mercedes war am Limit. Rundenlang forderte die Box Valtteri Bottas und Lewis Hamilton auf, die Randsteine zu meiden, um einen Ausfall der empfindlichen Getriebe-Sensoren zu verhindern.

Mercedes warnte Fahrer vor den Randsteinen

"Bei beiden Autos hat es von Anfang an danach ausgesehen, als würden wir das Rennen nicht zu Ende fahren", machte Mercedes-Boss Wolff nach dem Rennen erstaunliches Geständnis: "Wir haben dann den beiden Jungs gesagt, dass sie von den Randsteinen wegbleiben sollen. Dazu haben wir den Motor runtergedreht, weil nicht ganz klar war, was mit Russell und Stroll passiert ist."Auch die beiden Mercedes-angetriebenen Force India und Williams mussten das Rennen vorzeitig beenden.

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Der Rückschritt in vergangene Zeiten, als die Formel-1-Autos regelmäßig zusammenbrachen, (1996 und 1966 kamen zweimal sogar nur vier Autos ins Ziel), war erstaunlich. Zum Vergleich: Die gesamte Saison 2019 über kam es nur zu 46 Ausfällen (2,2 pro Rennen) – so gut war die Zuverlässigkeit zuvor noch nie.

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Hatte etwa die Corona-Zwangspause damit zu tun, dass die High-Tech-Geschosse, die jahrelang trotz Höchstbelastung wie ein Schweizer Uhrwerk liefen, plötzlich streikten? Das vermutet F1-Sportchef Ross Brawn.

Marko: "Da kann schon mal ein Kabel locker werden"

"Nein", hält Red-Bull-Chefberater Helmut Marko (77) im Gespräch mit SPORT1 dagegen. "Das Problem waren die Randsteine speziell in Kurve sechs und sieben. Sie waren so aggressiv, dass die Autos extrem durchgeschüttelt wurden."

Selbst die hochgezüchteten F1-Boliden bekommen da Probleme, wie er erklärte. "Da kann schon mal ein Kabel locker werden oder eine Leitung platzen. Wir hatten Defekte im Bereich der Elektronik. Was genau passiert ist, wird noch untersucht", berichtete Marko: "Wir sind aber überzeugt, es hängt mit den Randsteinen zusammen."

Der Red-Bull-Boss glaubt: "Auf einem normalen Kurs wie Barcelona hätte es sicher nicht diese Defektserie gegeben."

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McLaren vorgewarnt und darum erfolgreich

Ex-Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg gibt Marko recht: "In Spielberg sind die Randsteine ein Problem. Die Vibrationen belasten die Technik.“

Teams wie McLaren wussten es vorher. "Wir gaben unseren unseren Fahrern mit auf den Weg, die Randsteine so gut zu meiden," sagt Teamchef Andreas Seidl. Die Piloten hielten sich dran. Die Plätze drei für Landon Norris und sechs für Carlos Sainz waren auch ein Ergebnis der vom Team geforderten Selbstdisziplin.

Für das nächste Rennen am Sonntag wollen die Veranstalter die Randsteine noch einmal entschärfen. Marko: "Ich denke, dann werden auch wieder die meisten Autos ohne Probleme ins Ziel kommen."

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